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10. Januar 2013, 17:37 Uhr

Lebensmittel

So erkennen Sie verdorbenes Fleisch

Resistente Keime im Schweinemett sieht man mit bloßem Auge nicht. Doch es gibt Dinge, auf die Verbraucher beim Einkauf achten sollten. Wer im Supermarkt Detektiv spielt, verringert das Risiko, verdorbene Lebensmittel zu kaufen.

Wenn es eindeutig zu spät ist, fällt wohl jedem Menschen verdorbenes Fleisch auf: Süßlich-stechender Geruch schlägt aus dem geöffneten Kühlschrank entgegen, auf der Oberfläche sprießt der weiche Flaum eines Pilzes. Für diese Form der Verderbnis braucht man keine mikrobiologische Untersuchung, und die Konsequenz ist auch klar: Ab damit in die Tonne.

Das Gemeine an verdorbenem Fleisch ist aber, dass nicht alle Erreger, die den Menschen krank machen können, sichtbar, zu riechen oder schmecken sind. Hilfreich ist deshalb vor allem das Wissen darüber, wie man Fleisch vor dem Verderben bewahrt und die Haltbarkeit verlängert, um das eigene Risiko zu minimieren.

Erreger tummeln sich auf jedem Stück Fleisch, sobald das Tier geschlachtet ist. Schon beim Schlachten selbst verunreinigen unterschiedliche Bakterien das Fleisch, auch wenn viele von ihnen für den Menschen kein Problem sind. Die Erreger stammen etwa von der Tierhaut oder Spritzwasser, es sind Enterobakterien, Mikrokokken, fäkale Streptokokken, Pseudomonaden, Laktobazillen, Sporenbildner.

Jüngst hat etwa eine Untersuchung im Auftrag der Grünen ergeben, dass einige Schweinemettproben aus Deutschland mit antibiotikaresistenten Keimen belastet sind. Es handelt sich dabei um sogenannte ESBL-bildende Bakterien. Zwar geht vermutlich keine direkte Gefahr von ihnen aus. Doch zum einen ist die Verbreitung von Resistenzen in Deutschland ein Problem. Zum anderen ist unklar, wie hoch das Risiko ist, durch den Konsum von ESBL-belasteten Lebensmitteln zu erkranken.

Die Aufzählung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ist nicht vollständig - doch die Experten machen klar, worauf man als Verbraucher beim Fleisch achten kann, und worauf es von der Schlachtung bis zum Verzehr ankommt: auf die Lagerung.

Im Supermarkt, beim Metzger oder auf dem Wochenmarkt hilft vor allem der gesunde Menschenverstand:

Einmal gekauft, muss man sich selbst um die bestmögliche Lagerung für das Fleisch kümmern: Das Fleisch sollte so kurz wie möglich vor dem Verzehren gekauft werden. Anschließend bringt man es rasch nach Hause, um die Kühlkette nur kurz zu unterbrechen. Und für die eigene Kühltruhe und den Kühlschrank sollte man die vom BfR empfohlenen Temperaturen einhalten.

Fängt Fleisch an zu riechen, sieht merkwürdig aus, fühlt sich anders als gewohnt an oder schmeckt komisch - dann sollte es auch nicht mehr gegessen werden.

Weil nicht alle Erreger das Fleisch für den Menschen wahrnehmbar verändern, kann man sich trotzdem infizieren - in den meisten Fällen drohen Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. Doch das Risiko lässt sich mit etwas Vorsicht minimieren.

Ginge es nach dem BfR, hätten Mettliebhaber wenig Grund zur Freude: Die Experten empfehlen, Fleisch in jedem Fall gut durchzugaren.

dba

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