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Lebensmittelindustrie: Kontrolleure beanstanden Hygiene in jedem vierten Betrieb

Lebensmittelhygiene: So verbannen Sie Bakterien aus Ihrer Küche Fotos
DPA

Das Bundesamt für Verbraucherschutz hat 2012 die Hygienezustände von rund 138.000 Lebensmittelbetrieben beanstandet. Bei der Kontrolle von Proben rügten die Prüfer am häufigsten Produkte wie Nahrungsergänzungsmittel.

Berlin - Kontrolleure der amtlichen Lebensmittelüberwachung der Bundesländer haben im vergangenen Jahr in jedem vierten Betrieb Verstöße gegen Hygienevorschriften festgestellt. Wie das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) am Dienstag in Berlin mitteilte, ließ die Hygiene in rund 138.000 Betrieben, die Lebensmittel herstellen, bearbeiten oder verkaufen, zu wünschen übrig. Insgesamt überprüften die Kontrolleure knapp 530.000 Betriebe.

Besonders hoch war die Kontrolldichte in der Gastronomie, wo mehr als jeder zweite Betrieb überprüft wurde. Da Betriebe mit einem höheren Risiko wie Restaurants, Fleischereien oder Bäckereien häufiger kontrolliert werden, nahmen die Behörden der Bundesländer 2012 insgesamt mehr als 880.000 Inspektionen vor. Am höchsten sei die Beanstandungsquote mit 30 Prozent bei Gastronomiebetrieben und anderen Verpflegungsfirmen gewesen sowie bei kleinen Lebensmittelherstellern, die vor allem im Einzelhandel verkaufen, erklärte das BVL.

Verbraucherschützer fordern Veröffentlichung der Ergebnisse

Zudem prüften die Kontrolleure der Lebensmittelüberwachungsbehörden der Bundesländer 2012 knapp 400.000 Proben. Das Ergebnis: Am meisten (20,3 Prozent) wurden "Lebensmittel für besondere Ernährungsformen" beanstandet, heißt es in der Erklärung des BVL. Gemeint sind damit Nahrungsergänzungsmittel und diätetische Mittel. Alkoholische Getränke (außer Wein), Zuckerwaren sowie die Produktgruppe "Fleisch, Wild, Geflügel und Erzeugnisse daraus" folgten an zweiter Stelle (16 bis 18 Prozent). Auch in den Vorjahren führten diese Lebensmittelgruppen die Liste der am häufigsten beanstandeten Produktgruppen an.

Wenige Beanstandungen gab es dagegen in Produktgruppen wie "Schokolade, Kakao und kakaohaltige Erzeugnisse, Kaffee, Tee", "Zusatzstoffe", "Nüsse, Nusserzeugnisse, Knabberwaren" sowie "Obst und Gemüse" (weniger als zehn Prozent). Insgesamt die Hälfte der beanstandeten Proben verstieß laut BVL gegen Vorschriften für Kennzeichnung und Aufmachung. In 18 Prozent der Proben stießen die Kontrolleure auf mikrobiologische Verunreinigungen (etwa Bakterien oder Pilze), in elf Prozent gab es Mängel in der Zusammensetzung.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch forderte die Veröffentlichung aller Kontrollergebnisse, um die Beanstandungsquote zu senken. Allein durch mehr Kontrolleure und häufigere Kontrollen werde sich nicht viel ändern, erklärte der stellvertretende Geschäftsführer Matthias Wolfschmidt. "Solange Verbraucher nicht erfahren, wer die Gammelfleisch-Händler, Pferdefleisch-Panscher oder Schmuddel-Wirte sind, fehlt der Anreiz für die Betriebe, sich an die gesetzlichen Vorgaben zu halten", erklärte Wolfschmidt.

cib/AFP

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1. mag ja alles Recht sein
felisconcolor 12.11.2013
nur Frage ich mich dann, wie habe ich so alt werden können? Meine Umwelt hätte mich schon zig mal ausrotten müssen. Und wenn ich heute in den Hotels und Gaststätten das Surrogat Rührei sehe was einem angeboten wird... Ich will wieder vernünftiges Rührei mit Schinken und Kräutern und nicht diesen staubtrockenen Mist den man auch getrost als Verpackung für zerbrechliche Güter anbieten könnte. Nicht das Essen macht uns krank, sondern das was wir daraus gemacht haben.
2.
genugistgenug 12.11.2013
Zitat von felisconcolornur Frage ich mich dann, wie habe ich so alt werden können? Meine Umwelt hätte mich schon zig mal ausrotten müssen. Und wenn ich heute in den Hotels und Gaststätten das Surrogat Rührei sehe was einem angeboten wird... Ich will wieder vernünftiges Rührei mit Schinken und Kräutern und nicht diesen staubtrockenen Mist den man auch getrost als Verpackung für zerbrechliche Güter anbieten könnte. Nicht das Essen macht uns krank, sondern das was wir daraus gemacht haben.
warum wird so viel gefunden? - kontrolliert man extra, weil das Geld in die Kassen bringt - denn diese Kontrollen müssen ja die Firmen zahlen - was für Mängel sind das genau? Früher auf dem Dorf gab es andere Maßstäbe inkl. Müllerei - sind das Mängel durch die Produktion? Denn wenn man überlegt wie heute z.B. Fleischstücke zusammengebaut werden wird einem übel, sogar ohne was zu essen. Hier in UK gibt es z.B. Schinken in 2 Sorten - auf dem teuren ist aufgedruckt 'No added water' - oder auf Butterpackungen steht der Warntext 'Produkt enthält Milch' (Laktoseunverträglichkeit - wurde extra fotografiert) - da fragt man sich aus was Butter heute gemacht wird - vielleicht war es auf dem Dorf unhygienischer, doch das war noch richtiges Essen. - Vorschlag gegen Hygieneprobleme: Besitzer/Belegschaft futtern sich täglich durch ihre Produkte und das öffentlich - nach Wahl der Zuschauer das erinnert daran als auf der Kirmes am Pizzastand statt Pappunterlage irgendeine essbare Unterlage eingeführt wurde (Konsistenz wie Eiswaffeln nur nicht süß) - Ergebnis: die Unterlage war als Knabberei besser wie diese Pizza
3. Kauf nie beim Metzger!
wauz, 12.11.2013
In den meisten Metzgereien tragen die Thekenkräfte mittlerweile Handschuhe. Mit dnen sie sowohl Ware als auch Geld anfassen. Also alles für die Katz! Hände waschen nach jedem Kunden wäre besser. Und Schneidmaschinen darf sich auch keiner anschauen. Wer überhaupt an der "Frischetheke" einkaufen will, sollte das in einem Supermarkt/Warenhaus tun, bei denen die Kasse von der Ware abgetrennt steht. Und trotzdem noch das Produkt sofort aufbrauchen, bevor die Keimzahl in die Höhe schießt. Wer hygienisch einwandfreie Wurst-und Käseware will, muss Abgepacktes kaufen, da besteht eine gewisse Chance, eine Packung zu erwischen, in der nichts drin ist, was der Mitarbeiter mit den ungewaschenen Händen und der Rotznase angefasst hat.
4. optional
Meshada 12.11.2013
---Zitat--- nur Frage ich mich dann, wie habe ich so alt werden können? ---Zitatende--- Offensichtlich hat es ja bei Ihnen bleibende Schäden hinterlassen, sonst würden Sie diese Frage nicht stellen. Verunreinigtes Essen tötet Sie nicht in Sekunden. Aber wenn Sie ein geschwächtes Immunsystem haben (also zum Beispiel alt sind, krank sind, ein Kleinkind sind), dann bringt es Sie möglicherweise sehr wohl um. Da fehlt Ihnen offenbar jede Empathie - traurig. Aber so ist das eben mit Lobbyisten. Euch geht es nur ums Geld, wenn andere verrecken, dann ist's euch egal. Widerliches Pack.
5. Widersprüchlich
Sheng Song 13.11.2013
Der Artikel zeigt wieder einmal wieder wie wichtig es ist Lebensmittelfirmen zu kontrolieren damit sie auch das Verpacken was auf der Verpackung draufsteht und das zu hygienischen Bedingungen. Damit die Lebensmittelunternehmen uns nicht an der Nase herumführung können brauch wir die Lebensmittelkontrolleure. Aber was macht die Regierung: Anstatt die Kontrolleure und ihre Ausbildung zu verstehen reduziert sie diese! Sie halbiert die Ausbildungsstellen für Hochschulabsolventen in NRW so dass jeder Jahr nur 20 Plätze zur verfügung stehen. Neben bei verdienen diese in der einjahrigen Ausbildung beim Amt mit abgescholssenem Masterstudium weniger als 800Euro. So kommt der nächste Lebensmittelskandal kommt mit Sicherheit bald...
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