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Mission Marathon: Vermessung eines 135-Kilo-Körpers

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Michael Klotzbier hat abgespeckt - von 160 auf 135 Kilogramm. 2016 will er zum Berlin Marathon. Geht das gut? Der 35-Jährige macht einen Hightech-Gesundheitscheck. Doch die Untersuchung läuft anders als erwartet.

Michael Klotzbier hat große Ziele: Er will Marathon laufen. Doch der 35-Jährige wiegt 135 Kilogramm - zu viel, um einen Marathon gesund zu überstehen. Jahrelang trieb der ehemalige Fußballer keinen Sport und ernährte sich ungesund. Im Januar entschloss er sich, gegen das Übergewicht vorzugehen. Seitdem hat er seine Alltagsgewohnheiten geändert: Er achtet auf eine gesunde Ernährung, fährt mit dem Rad zur Arbeit und geht drei Mal die Woche Walken. 25 Kilogramm hat er dadurch bisher abgenommen - ohne dass er sich quälen musste.

Die neue Lebensweise bekommt Klotzbier gut. Er fühle sich wohler und fitter, sagt er. Aber wie schaut es im Körperinneren aus? Wie stark hat das Übergewicht seinen Gelenken zugesetzt? Um das herauszufinden, hat er im Institut für Funktionelle Leistungsdiagnostik (IFD) in Köln einen Gesundheitscheck absolviert (das Video dazu sehen Sie hier).

Was ist das Institut für Funktionelle Diagnostik?

Das IFD in Köln wird von der Deutschen Sporthochschule und Medizinern betrieben. Dazu gehört auch Paul Klein, Mannschaftsarzt des FC Köln. Im Untersuchungsraum surrt und blinkt es. Überall befinden sich Monitore und Kameras - man fühlt sich wie in einem Science-Fiction-Film. Die Fußballer des FC Köln und andere Sportler lassen sich hier regelmäßig untersuchen. Entweder zur Überprüfung ihrer Fitness oder wenn sie verletzt sind.

Zwar erkenne man auf MRT- und Röntgenbildern die Verletzung, aber nicht deren Ursache, sagt Gert-Peter Brüggemann, Mitbegründer des IFD. "Bei der funktionellen Leistungsdiagnostik dagegen sehen wir, wie die Muskeln arbeiten und ob es muskuläre Dysbalancen gibt." Mit entsprechenden Kräftigungsübungen könne man so Verletzungen verhindern, bevor sie entstehen.

Warum ist Michael Klotzbier hier?

Mit 19 Jahren erlitt Klotzbier beim Fußballspielen einen Kreuzbandriss. Seitdem ist sein linkes Knie instabil. Das Übergewicht setzte dem beschädigten Knie zusätzlich zu. Im IFD wird geprüft, in welchem Zustand sich Klotzbiers Knie befinden. Beim Gehen wirke das Eineinhalbfache des Körpergewichts auf die Gelenke ein, beim Joggen das Dreifache, erklärt Brüggemann. Für Klotzbier bedeutet das: Würde er joggen, müssten seine Knie 405 Kilo stemmen.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Vor der Untersuchung wird Klotzbier verkabelt. Eine gute halbe Stunde lang kleben zwei Forscher 40 Marker an Schultern, Rücken, Hüfte und Beine, bis Klotzbier am ganzen Körper mit kleinen Punkten übersät ist. Diese sollen Lichtimpulse an die Kameras senden, um von Klotzbier eine 3D-Ansicht zu erstellen. Seine Oberschenkel werden erst rasiert, mit Alkohol desinfiziert und schließlich mit kleinen Elektroden versehen. Diese messen die Aktivität der Muskeln. Gleichzeitig berechnen die im Boden eingelassenen Kraftmessplatten, wie hoch die Belastung auf die Gelenke ist. 20 Mal muss Klotzbier dafür eine 20 Meter lange Strecke auf- und ablaufen.

Fotostrecke

6  Bilder
Bewegungsanalyse in 3D: Ist Klotzbier fit für den Marathon?
Was ist das Ergebnis?

Obwohl sich Klotzbier jahrelang nicht um seinen Körper kümmerte, fällt die Bewegungsanalyse erstaunlich positiv aus. Die Belastung auf die Gelenke sei zwar hoch, aber nicht exzessiv, so Brüggemann. Man merke, dass Klotzbier mal trainierter Sportler war. Ein Teil der Muskeln sei noch vorhanden und stütze die Gelenke. Gleichzeitig fällt aber auf, dass Klotzbier sein linkes Knie weniger stark belastet als das rechte. Ob diese Schonhaltung mit dem Kreuzbandriss zu tun hat? Vermutlich. Um eine Schädigung des Knies auszuschließen, ordnet Brüggemann zusätzlich ein MRT an. Das Ergebnis der Untersuchung ist niederschmetternd: ein Knorpelschaden an der Innenseite des Knies. Die Diagnose ist eine Katastrophe für einen angehenden Läufer.

Wie geht es jetzt weiter?

Marathon laufen mit Knorpelschaden? Brüggemann rät zunächst davon ab. Er empfiehlt den "Bouncing Walk", eine Mischung aus Laufen und Gehen, nur ohne Flugphase. Ein Fuß bleibe dabei immer auf dem Boden. Das verbrenne mehr Kalorien als Walken, sei aber gelenkschonender als Laufen, erklärt der Professor. Solange Klotzbier keine Schmerzen habe, könne er mit dieser neuen Bewegungsform weitermachen. Klotzbier hält an seinem Marathon-Vorhaben fest - und denkt in kleinen Schritten: Bis Ende des Jahres will er noch 35 Kilo abnehmen. Ob er dann mit Lauftraining starten kann? Er glaubt fest daran.

Wie es mit Michael Klotzbiers Marathon-Vorhaben weitergeht, lesen Sie in regelmäßigen Abständen auf SPIEGEL ONLINE und auf Michas Abnehm-Blog bei achim-achilles.de.

Von Julia Schweinberger

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insgesamt 46 Beiträge
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    Seite 1    
1.
TS_Alien 18.04.2015
25 kg Gewichtsverlust in drei Monaten ist ziemlich viel. Wenn man normal isst, ist das durch ein wenig Sport nicht zu schaffen. Zumal man als solch schwerer Mensch gar nicht viel Sport machen kann. 1 kg Fettgewebe entsprechen rund 7000 kcal, d.h. die 25 kg Fettgewebe entsprechen 175000 kcal. Da müsste man am Tag schon fast 2000 kcal zusätzlich "verbrennen". Also ist doch sehr viel weniger gegessen worden als vorher. Das Ziel, einen Marathon laufen zu wollen, kann ich nicht nachvollziehen. Es gibt wesentlich gesündere Sportarten als den Marathonlauf. Man muss nicht gleich von einem Extrem ins andere fallen.
2.
irondude 18.04.2015
Es werden wohl kaum 25 Kg Fett sein die er abgenommen hat. 2Kg und mehr Fett pro Woche verbrennen ist biochemisch ausgeschlossen. Ich tippe eher auf eine 50:50 Mischung aus Fett zu Muskeln. Mit leichter Tendenz dazu, dass mehr Muskeln verbrannt wurden.
3.
bernd.stromberg 18.04.2015
Zitat von TS_Alien25 kg Gewichtsverlust in drei Monaten ist ziemlich viel. Wenn man normal isst, ist das durch ein wenig Sport nicht zu schaffen. Zumal man als solch schwerer Mensch gar nicht viel Sport machen kann. 1 kg Fettgewebe entsprechen rund 7000 kcal, d.h. die 25 kg Fettgewebe entsprechen 175000 kcal. Da müsste man am Tag schon fast 2000 kcal zusätzlich "verbrennen". Also ist doch sehr viel weniger gegessen worden als vorher. Das Ziel, einen Marathon laufen zu wollen, kann ich nicht nachvollziehen. Es gibt wesentlich gesündere Sportarten als den Marathonlauf. Man muss nicht gleich von einem Extrem ins andere fallen.
Alles falsch. Ca. 2Kg Gewichtsabnahme/Woche sind ein gesundes und maßvolles Ziel, und absolut üblich. Da wäre man nach 12 Wochen dann bei 24 Kg Gewichtsabnahme. Schwerer ist es eher, das dauerhaft zu halten. Ihre Rechnung was den Kj-Gehalt von Fett betrifft geht auch nicht auf. Bei der Gewichtsabnahme nimmt man nicht nur fett ab, sondern auch etwas Muskelmasse, eine Menge Bindegewebe und Wasser, welches ja mit in den Depots eingelagert ist. Man muss auch nicht "weniger Essen", sondern eben Kohlenhydrat- und Kalorienärmer essen. Man kann wo man sich vorher 1Kg Nudeln reingestopft hat zukünftig einfach 2Kg Salat essen. Dann hat man viel " mehr" gegessen als vorher üblich, und nimmt trotzdem ab.
4. … und geht drei Mal die Woche Walken
xenoxx 18.04.2015
Verunstaltung von Sprache auf die Spitze getrieben –denglisch sei Dank!
5. totaler quatsch!
fruehstueckerch 18.04.2015
wenn man sich so krass falsch ernährt und dann mit einmal wieder anfängt Sport zu treiben und die Ernährung umzustellen, sind 25kg in 90 Tagen nicht ungewöhnlich. der Stoffwechsel ist hohes zuführen gewöhnt und verbrät die wenige Energie sofort. Durch das Gewicht ist der Energieverbrauch auch sehr hoch. also schafft man mit normaler gesunder Ernährung ein Defizit von 1500-2000kcal. Dieser Effekt schwindet aber je mehr abgenommen wird und der Stoffwechsel passt sich dem auch an.
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