Zehn Tipps für mehr Motivation Schöner laufen

Tempobolzen, Aminosäuren, Laufbandanalyse? Kann man alles machen. Muss man aber nicht. Wie der Läufer wirklich glücklicher trainiert, weiß Motivations-Guru Achim Achilles: Hier seine zehn besten Tipps und Tricks.

Zwei Joggerinnen am Strand: Zu zweit geht vieles einfacher
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Zwei Joggerinnen am Strand: Zu zweit geht vieles einfacher


Machen wir uns nichts vor. Laufen anfangen heißt noch lange nicht Laufen durchhalten. Klassisch beginnt das Lauffieber am 1. Januar und dauert bis ziemlich genau zum 11. desselben Monats. Ist ja auch ganz schön kalt. Schade um die Investitionen für erstklassige Schuhe, hochwertige Klamotten und die vertrödelten Beratungsstunden im Sportgeschäft. Wiedereinstieg dann in den Osterferien aus lauter Panik vor peinlichen Badehosensituationen im Sommerurlaub.

Wegen besseren Wetters hielt die Begeisterung bis ziemlich genau - vorgestern. Das ambitionierte Feriensportprogramm lief leider nicht ganz wie geplant. Essen so lecker. Aufstehen so mühsam. Und natürlich der Meniskus. Die zwölf Einheiten seit Gründonnerstag waren eigentlich ganz gut, oder? Nein, waren sie nicht. Dranbleiben, weitermachen, kämpfen lautet die Parole. Jetzt erst recht. Aber wie? Ganz einfach. Mit Spaß und netten Leuten. Wäre doch unangenehm, wenn ganz Deutschland läuft, nur einer nicht. Zehn Tricks, wie es garantiert weiterläuft.

1. Termin machen

Und zwar genau jetzt. Sofort Freund anrufen und noch für heute Abend verabreden. Alles andere kann warten. Was kann denn wichtiger sein als eine entspannt verplauderte Runde durch den Park mit anschließendem Belohnungsgetränk? Und nächste Woche wieder.

2. Neu definieren

"Laufen" klingt anstrengend, also heißt die Einheit ab sofort "Leute treffen, quatschen, lachen" und dabei gut gelaunt fünf Kilometer traben oder sieben. Ein Päuschen ist keine Schande. Die Bewegung ist eben nur ein Teil der Übung; die soziale Kontaktpflege ist ungleich wichtiger.

3. Überraschen

Nicht schon wieder die gleiche Strecke. Einfach mal in die andere Richtung loslaufen. Und dann Ecken-Lotto. An jeder Kreuzung oder Gabelung im Wechsel mal rechts mal links abbiegen. Zur Sicherheit einen Zehn-Euro-Schein für die Heimfahrt mit dem Taxi einpacken.

4. Mehr Zeit nehmen

Der Lauftermin wird häufig geknickt, weil mühsam 45 Minuten Sport zwischen zwei andere Termine gequetscht wurden. Besser ist der open-end-run als letzte Aktivität des Tages. Fällt das Nickerchen vorm Fernseher eben aus. Ein überschaubares Opfer. Dann lieber ein schnelles Motivations-Video bei YouTube.

5. Der Quickie

Okay, manchmal fehlt wirklich die Zeit für ein längeres Läufchen. Aber was kann man in 15 Minuten auf dem heimischen Flokati nicht alles Schönes treiben? Stabilisationsübungen zum Beispiel: Drei Runden Seitstütz, Sit-Ups und Liegestütze reichen allemal, um den Schweiß aus den Poren zu treiben. Der Lohn: Ein gutes Gewissen. Unbezahlbar.

6. Uhr zuhause lassen

Zahlen und Strecken können motivierend seien, wirken aber gelegentlich auch als Stressoren. Wie viele Läufer sind im Wald verendet, weil sie mangels GPS nicht nach Hause gefunden haben? Wie viele große Sportkarrieren scheiterten, weil eine einzige Einheit nicht aufgezeichnet wurde? Eben. Laufen nach Bauch- und Herz- und Lungengefühl wird von Trainern zwar verabscheut, macht aber manchmal richtig Spaß.

7. Ans Limit

Jeder hat so sein Idealbild des idealen Athleten. Der eine wäre gern wie Usain Bolt, der andere wie Haile Gebrselassie, mal will sie Madonna sein oder Inka Bause. So, und genauso rennen wir jetzt: aufrecht, mit Armeinsatz und großen, schnellen Schritten, als ginge es um olympisches Gold und so lange bis die Birne platzt. Und dann noch 100 Meter weiter. Sieht zwar immer noch nicht ganz aus wie Bolt, aber fühlt sich fast so an. Unbedingt aufwärmen vorher.

8. Keine Belohnungen

Die motivierende Wirkung einer Gehaltserhöhung hält bestenfalls ein paar Wochen. Ebenso verhält es sich mit den Goodie-Tricks für sportliche Betätigung - sie wirken nicht lange. Stattdessen einfach auf einen großen Schluck kühles Wasser freuen, ganz ohne Iso oder Miso. Na gut, eine Zitronenscheibe ist erlaubt. Glück kann so einfach sein.

9. In den See

Aus "Asterix bei den Schweizern" längst bekannt - ein Bad im See ist wundervoll, auch ohne verlorenes Brotstück. Einfach mitsamt den verschwitzten Laufklamotten in jenes Wasser gesprungen, das man soeben umrundet hat. Erfrischt, fühlt sich 1a-hippiemäßig an und spart die Dusche daheim. Kleiner Tipp: Schuhe aus vorher. Man will ja keine Gewichte an den Füßen.

10. Mut

Dieser Typ da vorn scheint ein wenig schneller zu sein. Ist vielleicht 80 Meter entfernt. Normalerweise würde ich ihn ziehen lassen. Aber heute - na warte Bürschchen - ist er reif. Er soll heulen, wenn er meine Hacken sieht. Achtung: Nicht zu schnell losrennen, sondern ganz langsam anschleichen, ansaugen, nicht loslassen, seine Abluft einatmen, ein letztes Mal Luft holen und dann vorbei. Unbedingt einplanen, dass der Gedemütigte überraschend schneller werden könnte. Egal. Wir haben es immerhin versucht.

Spaß statt Stress. "Laufen & Lust: In zehn Schritten zu mehr Spaß am Leben", Achim Achilles, Mano-Verlag.

insgesamt 17 Beiträge
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Eros1981 03.09.2013
1. Laufen ist zu einseitig
Laufen bzw. joggen ist ja grundsätzlich ein netter Sport, aber die Belastungen sind ähnlich wie beim Fahrrad fahren zu einseitig, was dauerhaft auch nicht für den Körper optimal ist. Da tanze ich lieber weiter Zumba, macht auch mehr Spaß als durch die Gegend zu rennen oder zu radeln.
z_beeblebrox 03.09.2013
2.
Zitat von Eros1981Laufen bzw. joggen ist ja grundsätzlich ein netter Sport, aber die Belastungen sind ähnlich wie beim Fahrrad fahren zu einseitig, was dauerhaft auch nicht für den Körper optimal ist. Da tanze ich lieber weiter Zumba, macht auch mehr Spaß als durch die Gegend zu rennen oder zu radeln.
Tanzen? Auch einseitig! "Schwimmen" heißt das Zauberwort. Das Wasser entlastet dank Auftrieb den Körper, ergo werden Gelenke etc. sehr viel weniger belastet als bei jeder anderen Sportart. Rückenschwimmen ist dabei noch besser. Das beste am Schwimmen: Man ist eh nass und ev. Schwitzen stört nicht. Dusche etc. ist nach dem Sport zudem vorhanden. Noch ein paar Kneippübungen und der Tag ist geritzt. Zum Sozialverhalten: Nur die "quasselnden Schwimmwände" (meist 3 bis 4 Damen nebeneinander schwimmend und dabei ständig quatschend) sind absolut störend - nicht nur für Schnellschwimmer, sondern jeden 08/15-Schwimmer!
knitone 03.09.2013
3. Spaß ist das Zauberwort
aber jeder mag etwas anderes. Welche Sportart ist es? Beachvolleyball, Laufen, MTB, Schwimmen ... Wie mag man es? Überlaufene Orte, verlassene Wälder, in Gesellschaft, alleine, ausgefallene Uhrzeiten und und und - bin den ganzen Frühling und Sommer jeden Morgen um 6h mit dem Rad im Wald unterwegs gewesen. Jetzt beim Versuch ein Fitness-Programm mit vielen Übungen um die Muskeln zu trainieren muss ich mich schon quälen!Und Wohnzimmersport geht für mich gar nicht. Aber auch das ist Ansichtssache. Also durchhalten und weitermachen!
Eros1981 03.09.2013
4. Schwimmen ist ein guter Sport, aber nichts für mich
Zitat von z_beeblebroxTanzen? Auch einseitig! "Schwimmen" heißt das Zauberwort. Das Wasser entlastet dank Auftrieb den Körper, ergo werden Gelenke etc. sehr viel weniger belastet als bei jeder anderen Sportart. Rückenschwimmen ist dabei noch besser. Das beste am Schwimmen: Man ist eh nass und ev. Schwitzen stört nicht. Dusche etc. ist nach dem Sport zudem vorhanden. Noch ein paar Kneippübungen und der Tag ist geritzt. Zum Sozialverhalten: Nur die "quasselnden Schwimmwände" (meist 3 bis 4 Damen nebeneinander schwimmend und dabei ständig quatschend) sind absolut störend - nicht nur für Schnellschwimmer, sondern jeden 08/15-Schwimmer!
Naja, schwimmen ist nicht so wirklich mein Ding, zudem kann meine Haut das Chlorwasser nicht so gut vertragen. Kalt duschen kann ich mich auch nach dem Zumba und da es genug "Choreographien" gibt, empfinde ich diesen Sport auch nicht als einseitig. Die Arme, die beim Zumba eher weniger gefordert werden, halte ich mit Krafttraining fit. Zumba tanze ich übrigens allein in meiner Wohnung, da Zumbakurse ja meist genau dann stattfinden, wenn ich keine Zeit habe
CaptainSubtext 03.09.2013
5.
Zitat von Eros1981Laufen bzw. joggen ist ja grundsätzlich ein netter Sport, aber die Belastungen sind ähnlich wie beim Fahrrad fahren zu einseitig, was dauerhaft auch nicht für den Körper optimal ist. Da tanze ich lieber weiter Zumba, macht auch mehr Spaß als durch die Gegend zu rennen oder zu radeln.
Wenn man die Evolutionstheorie als Wahrheit akzeptiert hat, ist die Erkenntnis, dass unsere Körper aufs Laufen optimiert sind, nicht mehr weit.
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