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New York: Restaurantketten klagen gegen Salz-Kennzeichnung

Freiwillig gekennzeichnet: Eine Kette in New York hatte die Salz-Hinweise schon kurz vorm Inkrafttreten der Regelung auf der Karte Zur Großansicht
REUTERS

Freiwillig gekennzeichnet: Eine Kette in New York hatte die Salz-Hinweise schon kurz vorm Inkrafttreten der Regelung auf der Karte

Achtung, dieses Essen ist sehr salzig: In New York sollen Restaurantketten künftig per Logo auf stark salzhaltige Gerichte hinweisen. Der Gastronomieverband hat prompt dagegen geklagt.

New York will seine Bürger vor allzu salzhaltigen Gerichten warnen, zumindest an einigen Orten. Alle Restaurants, die zu einer Kette mit mindestens 15 Filialen gehören, müssen Gerichte mit einem Salzstreuer-Symbol kennzeichnen, wenn diese mindestens 2,3 Gramm Natrium enthalten. Das entspricht knapp sechs Gramm Salz, also etwa einem Teelöffel. In den USA wird empfohlen, pro Tag nicht mehr als diese Salzmenge zu verzehren. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät, es bei maximal sechs Gramm Salz pro Tag zu belassen.

Doch die verpflichtende Warnung vor stark gesalzenen Gerichten, missfällt den New Yorker Restaurantbesitzern, sie wollen die neue Regelung kippen. Die National Restaurant Association hat mitgeteilt, sie habe eine Klage eingereicht.

Die Maßnahme werde Kunden verwirren und dazu führen, dass sie ungesündere Entscheidungen treffen, meint der US-amerikanische Gastronomieverband. Die geplante Anwendung sei inkonsequent, weil sie nur einige Restaurants treffe. Zudem beruht die Warnung aus Sicht der Betreiber auf einer wissenschaftlich umstrittenen Meinung.

Zehn Prozent der Gerichte

Die New Yorker Behörden schätzen, dass die Warnung etwa jedes zehnte Gericht von Restaurantketten betreffen wird. Solche Ketten würden rund ein Drittel der Gastronomie der Stadt stellen. Für einzelne Restaurants oder kleinere Ketten soll die Regel nicht gelten.

Eine sehr salzhaltige Ernährung erhöht das Risiko für Bluthochdruck und Herzkreislaufkrankheiten. Ab welchem Grenzwert es kritisch wird, ist allerdings umstritten. Forschungsergebnisse deuten aber darauf hin, dass die Empfehlung der DGE - höchstens sechs Gramm pro Tag - ausreichend ist. Striktere Empfehlungen wie die der Weltgesundheitsorganisation WHO, die nur zu maximal fünf Gramm rät, wären demnach übertrieben.

Einig sind sich Experten aber, dass viele Menschen zu viel Salz konsumieren. In Deutschland etwa sind es täglich im Schnitt 8,4 Gramm bei Frauen und zehn Gramm bei Männern. Und: Sehr wenig Salz zu konsumieren (unter drei Gramm täglich) ist ebenfalls nicht gesund.

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wbr/AP

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insgesamt 24 Beiträge
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1. Gutes Beispiel! Auch für Deutschland / EU
AllesKlar2014 04.12.2015
statt Äpfel zu vermessen, Bananen zu normieren und Grenzwerte für toxische Stoffe im Trinkwasser zu erhöhen sollte die EU mal an die Gesundheit der Bevölkerung denken. Dann hätten wir schon lange ehrliche Angaben statt industrielle Lügenmärchen auf den etiketten, insb. dringend erforderliche Angaben über ZUCKER! das Zivilisationskranheiten infolge Problem #1! ZUCKER. Das muss als erstes auf jedes denaturierte Nahrungsmittel und auf jeden "Energiedrink". Solange Wasser - gesetzlich vorgeschrieben - nicht als gesund bezeichnet werden darf, ist die ganze EG Gesetzgebung eine verbraucherverachtende Farce.
2.
helmut.alt 04.12.2015
Diese Reglementierung ist unerträglich. Es wird wohl jeder selbst wissen wie viel Salz oder andere Gewürze das Essen schmackhaft machen.
3. Salz macht Herzinfarkt und Wurst macht Krebs.
Skeptiker99 04.12.2015
Was kann mann denn überhaubt noch essen? Jetzt mal im Ernst. Man sollte die Empfehlunden der ´Ernährungsexperten´ ohnehin nicht zu ernst nehmen. Die ändern sich eh aller 2 Jahre (siehe cholesterin). Wie im Artikel erwähnt ist es auch nicht gesund zu wenig Salz zu sich zu nehmen. Der Salzbedarf eines Menschen varieirt sehr stark. Wenn mann stark geschwitzt hat braucht man mehr Salz als sonst. Ich bin ja immer dafür, den Konsumenten durch klare Kennzeichnung die Möglichkeit zu geben selber zu entscheiden, was er essen will. Aber wenn praktisch an jedem Nahrungsmittel ein Warnsymbol prangt sagt es eigentlich gar nichts aus. Der Gipfel war ja, der Versuch Vollkornbrot als ungesund einzustufen, weil es zu viel Salz (natürliche Mineralien) enthält, was bei watteartigem, vitaminfreiem Weißbrot nicht der Fall ist.
4.
ackergold 04.12.2015
Die Amerikaner sind echt witzig. Gesalzene Speisen sollen zwangsgekennzeichnet werden, aber genveränderte auf gar keinen Fall. Der Konsument könnte das ihm untergeschobene ja mit einer Kaufverweigerung belegen. Versalzenes Essen dagegen kann man einfach ausspucken.
5. dieser Beitrag ist wichtig
dasauge17 04.12.2015
weil wir bald TTIP erleben
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