Niedersachsen: Dioxin-Eier in Freilandhof entdeckt

Eier-Packungen: Erneut sind mit PCB und Dioxin-belastete Eier in den Handel gekommen.Zur Großansicht
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Eier-Packungen: Erneut sind mit PCB und Dioxin-belastete Eier in den Handel gekommen.

Im ostfriesischen Landkreis Aurich haben Kontrolleure Eier entdeckt, die mit Dioxin und PCB belastet sind. Der betroffene Freilandhof wurde gesperrt, die Ware aus dem Verkehr gezogen. Wohin die Eier bereits in den Handel gelangt sind, bleibt unklar.

Hannover - Erneut sind mit Dioxin und PCB belastete Eier von Niedersachsen aus in den Handel gelangt. Die inzwischen gesperrte Ware stamme von einem konventionellen Freilandhof im ostfriesischen Landkreis Aurich, teilte das Landwirtschaftsministerium in Hannover am Donnerstag mit. Beim Verzehr bestehe keine unmittelbare Gesundheitsgefahr. In welchen Bundesländern die Eier in den Handel gelangt sind, könne noch nicht gesagt werden.

Die Belastung war bei einer für den Vertrieb zuständigen Packstelle in Nordrhein-Westfalen bei eigenen Kontrollen entdeckt worden. Der Hof mit knapp 1000 Hennen wurde gesperrt. In Nordrhein-Westfalen werden unterdessen die Vertriebswege der bereits in den Handel gelangten Eier untersucht. Die Eier tragen die Codierung 1 - DE - 0357412.

Um die Ursache der Belastung zu ermitteln, werde zunächst das Futter analysiert, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Wenn dies als Ursache ausscheide, müssten anschließend der Boden und die Wandverkleidung untersucht werden.

In den vergangenen Monaten waren belastete Eier bereits bei drei Höfen im Kreis Aurich, einem Hof in Oldenburg sowie einem im Emsland festgestellt worden. Auch in Ostwestfalen gab es auf einem Hof Probleme. Anders als bei dem Skandal um Dioxin in Futtermitteln vor eineinhalb Jahren war mit der Nahrung der Tiere in diesen Fällen alles in Ordnung. Als Ursache wurde in mehreren Fällen der Bodenbelag und in einem Fall auch eine Styroporplatte ausgemacht, an der Hühner herumgepickt hatten.

Dioxine - Gefahr für Mensch und Tier
Dioxine sind chemisch ähnlich aufgebaute Verbindungen, die aber unterschiedlich giftig sind. Der bekannteste Vertreter der Gruppe ist das als Seveso-Gift bekannt gewordene TCDD (2,3,7,8-Tetrachlordibenzodioxin). Im Tierversuch kann es schon in einer Konzentration von einem Millionstel Gramm pro Kilogramm Körpergewicht tödlich sein.

cib/dpa

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insgesamt 12 Beiträge
juri. 02.08.2012
http://www.chemievorlesung.uni-kiel.de/1992_umweltbelastung/3umwelt.htm
http://www.chemievorlesung.uni-kiel.de/1992_umweltbelastung/3umwelt.htm
warlock2 02.08.2012
Super! Wieviele davon sind schon beim Endverbraucher angekommen? Ich mache eine Wette, dass es noch eine vielzahl mehr Lieferanten gibt. Man sollte Ihnen die Lizenz entziehen und die Eier an die Chefs verfüttern. Aber Schuld [...]
Super! Wieviele davon sind schon beim Endverbraucher angekommen? Ich mache eine Wette, dass es noch eine vielzahl mehr Lieferanten gibt. Man sollte Ihnen die Lizenz entziehen und die Eier an die Chefs verfüttern. Aber Schuld sind nicht nur die Betriebe, unsere Landwirtschaftsminister sind unfähige Marionetten, es ist lächerlich, dass sie nach so vielen Skandalen das Problem nicht in den Griff bekommen. Es wäre doch so einfach, wenn jeder Lieferant immer wieder nachweisen müsste, dass seine Eier dioxinfrei sind, um den Verkaufsstempel zu bekommen und wenn er schlechte Eier unterschiebt, ist die Lizenz futsch.Stattdessen,... Blalbabla .. , nur heisse Luft.
prüderiegegner 03.08.2012
Die letzte Woche gekauften Eier in meinem Kühlschrank (von denen ich bislang noch keines aß) tragen den Aufdruck "1 - DE - 035741", also ohne die hier angegebene endständige "2" (stattdessen fehlt dort jene [...]
Die letzte Woche gekauften Eier in meinem Kühlschrank (von denen ich bislang noch keines aß) tragen den Aufdruck "1 - DE - 035741", also ohne die hier angegebene endständige "2" (stattdessen fehlt dort jene letzte Stelle). Bedeutet dies nun automatisch "keine Gefahr" oder bedeutet das Fehlen der letzten Stelle eine fehlende Spezifizierung (welcher Hof, bzw. welches Freilaufgehege etc)?
fritz_64 03.08.2012
Eine Styroporplatte darf also Dyoxin oder PCB enthalten...also ein Material das für Verpackungen oder Dämmungen eingesetzt wird...scheint mir ja fast ein größer Skandal als Abfall in Tierfutter!
Eine Styroporplatte darf also Dyoxin oder PCB enthalten...also ein Material das für Verpackungen oder Dämmungen eingesetzt wird...scheint mir ja fast ein größer Skandal als Abfall in Tierfutter!
scorpie 03.08.2012
Ich bin da ganz Ihrer Meinung. Die Bedenkenlosigkeit, mit der diese und andere Chemikalien zugelassen, in den Verkehr und die Umwelt gebracht und nicht kontrolliert wird, steht in freundlicher Balance zur Unwissenheit der [...]
Ich bin da ganz Ihrer Meinung. Die Bedenkenlosigkeit, mit der diese und andere Chemikalien zugelassen, in den Verkehr und die Umwelt gebracht und nicht kontrolliert wird, steht in freundlicher Balance zur Unwissenheit der Biologen/ Mediziner über ihre Auswirkungen auf Pflanzen- und Tierwelt, somit auch den Menschen. Dies liegt an mangelnden gesetzlichen Prüfvorschriften für die Chemieindustrie, die diese Stoffe in den Verkauf bringt. Wer weiß schon, wie unzählig viele Chemieverbindungen im Lauf der letzten Jahrezehnte in die Umwelt gebracht wurden, über deren Wirkung auf den Warmblütler nichts oder kaum etwas bekannt ist???? Würde dies anläßlich eines manifesten Skandals einmal öffentlichkeitswirksam bekannt gemacht, dann wäre das Geschrei groß. Es kommt aber ein weiteres Problem hinzu. Die Hühner suchen, bei Freilandhaltung, natürlich nach Bodseninsekten. Dadurch nehmen sie, wenn die Böden Dioxin-belastet sind, automatisch mehr Dioxin auf als bei Stallhaltung und kontrollierbarer Ernährung. Dadurch sind Eier von Hennen aus Freilandhaltung quasi automatisch auch stärker mit Dioxin belastet. Je nach Bodenverhältnissen, die es zu prüfen gilt, BEVOR eine Hühnerhaltung gerplant wird. Und diese Bodenverhältnisse sind v.a. im Gebiet der neuen Bundesländer nicht immer unbedenklich aufgrund der "großzügigen" Benutzung gerade des Dioxin in der DDR-Landwirtschaft ...
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  • Donnerstag, 02.08.2012 – 19:12 Uhr
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Dioxin-Skandale
Der wohl tragischste Dioxin-Skandal fand im Juli 1976 im italienischen Seveso statt. Bei einem Chemieunfall wurde hochgiftiges Dioxin freigesetzt. Zahlreiche Menschen erkrankten an Krebs, 200 an schwerer Chlorakne. In Deutschland ist ein Vorfall in diesem Ausmaß bislang nicht vorgekommen.






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