Mythos oder Medizin Nimmt man zu, wenn man mit dem Rauchen aufhört?

Auf Zigaretten zu verzichten, ist gesund. Trotzdem schrecken viele Figurbewusste vor dem Schritt zurück. Ihr Argument: Wer mit dem Rauchen aufhört, wird dick. Stimmt das?

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Eigentlich machen Raucher alles richtig: Bei der Arbeit legen sie regelmäßig Pausen ein, gehen an die frische Luft und pflegen beim kurzen Raucherschnack zwischenmenschliche Kontakte. Alles Wohltaten für die physische und psychische Gesundheit, Arbeitsmediziner wären begeistert - wäre da nur das Rauchen nicht.

Seine Risiken sind so schwerwiegend, dass sie alle positiven Randaspekte mit jedem Zug am Glimmstängel zunichtemachen. Ein guter Grund, es sein zu lassen. Neben der Herausforderung, die Sucht und die damit verbundenen Gewohnheiten zu überwinden, sorgt sich allerdings mancher um die schlanke Linie.

Die Angst ist auch das Ergebnis erfolgreicher Werbearbeit. 1929 empfahl der Zigarettenhersteller Lucky Strike, der Figur zuliebe doch lieber zur Zigarette statt zur Süßigkeit zu greifen: "To keep a slender figure / Reach for a Lucky instead of a sweet", stand damals auf Plakaten an Litfaßsäulen. Risiken und Nebenwirkungen der Diätempfehlung sparte die Firma freilich aus (siehe Fotostrecke).

Das Konzept ging auf. "Rauchen macht schlank", brannte sich ins kollektive Gedächtnis. Und wer heute noch daran glaubt, liegt zumindest nicht völlig daneben. Tatsächlich beeinflusst Rauchen das Gewicht, die entscheidende Frage ist allerdings: Wie stark?

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Zigarettenwerbung: "Nimm eine Lucky"

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Mythos oder Medizin: Welche Gesundheitstipps stimmen wirklich?

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insgesamt 16 Beiträge
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neuss66 02.02.2017
1. Abgesehen davon
kann man ja wohl den zugrundliegenden Gedanken, seinen Körper mit einem hochgradig giftigen Chemiecocktail zu vergiften, damit er darunter so leidet, dass sich das im Körpergewicht und in der Figur niederschlägt, nur als absolute Perversion ansehen!
nimue15 02.02.2017
2. Ja, man nimmt zu
Ich habe 3 Versuche gemacht: 1. - Sofort ganz aufhören. Da Gewicht stieg blitzartig um 10 Kilo an. Ständig zu wenig essen, war nervtötend. Ich rauchte wieder und konnte zuschauen, wie die Kilos fielen. 2. - Aufhören und einen Hungertag pro Woche einlegen, also Null-Diät. Hieß: ein Tag pro Woche garantierte Kopfscherzen. Ich fing wieder an. 3. - Tagesration Zigaretten abzählen und dann eine (!) wegnehmen. So lange bis der Körper aufhörte, danach zu verlangen. Dann wieder eine, usw. Hat monatelang gedauert - und geklappt! Ich bin seit 25 Jahren rauchfrei.
bstendig 02.02.2017
3. Ja, kann ich bestätigen
Zitat von nimue15Ich habe 3 Versuche gemacht: 1. - Sofort ganz aufhören. Da Gewicht stieg blitzartig um 10 Kilo an. Ständig zu wenig essen, war nervtötend. Ich rauchte wieder und konnte zuschauen, wie die Kilos fielen. 2. - Aufhören und einen Hungertag pro Woche einlegen, also Null-Diät. Hieß: ein Tag pro Woche garantierte Kopfscherzen. Ich fing wieder an. 3. - Tagesration Zigaretten abzählen und dann eine (!) wegnehmen. So lange bis der Körper aufhörte, danach zu verlangen. Dann wieder eine, usw. Hat monatelang gedauert - und geklappt! Ich bin seit 25 Jahren rauchfrei.
Sofort aufhören = 10 Kilo drauf. Ich kämpfe heute noch damit.
rst2010 02.02.2017
4. es kommt drauf an
der eine nimmt zu, weil die nervosität nicht mehr durch glimmstengel zwischen den fingern abgebaut wird, sondern durch andere orale befriedigungen; der andere nimmt ab, weil als starker raucher dem körper auf einmal die gewohnten gifte fehlen. es hängt immer vom einzelnen ab. aber die mehrheit dürfte zunehmen.
awoth 02.02.2017
5. Ja!
ich habe nach dem Aufhören in knapp 12 Monaten 10% Gewicht zugelegt. Grund: Wenn ich früher Hunger hatte, habe ich eine geraucht. Jetzt esse ich....
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