Deutschland Bio-Trauben enthalten besonders wenige Pestizide

Schädlinge lieben Trauben - entsprechend viele Pestizide haften häufig an der Schale des Obstes. In den vergangenen Jahren ist die Belastung jedoch gesunken, nur Früchte aus der Türkei überschreiten noch oft den Grenzwert.

Tafeltrauben: 1,3 Prozent der Proben überschritten in den vergangenen Jahren den Pestizidhöchstwert
DPA

Tafeltrauben: 1,3 Prozent der Proben überschritten in den vergangenen Jahren den Pestizidhöchstwert


Tafeltrauben sind Untersuchungen zufolge heute weniger mit Pestiziden belastet als noch vor zehn Jahren. 2013 und 2014 seien bei 1,3 Prozent der Proben gesetzliche Höchstgehalte für Pestizide überschritten worden, teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) am Dienstag mit.

Lebensmittelüberwacher hatten in den beiden Jahren jeweils mehr als 500 Proben in den Bundesländern geprüft. In 11,4 Prozent der untersuchten Tafeltrauben fanden sie gar keine Rückstände.

Die Ergebnisse lassen dennoch nicht auf die Belastung aller Tafeltrauben schließen, schränkte das BVL ein: In der Vergangenheit auffällige Produkte wurden häufiger getestet. Wenn der Grenzwert überschritten wurde, bedeute das außerdem nicht zwangsläufig eine Gesundheitsgefahr, so das Bundesamt weiter.

Weinreben sind besonders anfällig für Pilze, Läuse, Milben und andere Schädlinge. Aus diesem Grund spritzen Landwirte sie häufig mehrfach mit Pflanzenschutzmitteln. Noch vor zehn Jahren lag die Pestizidbelastung bei 5,6 Prozent der Proben über dem Grenzwert. Seitdem habe sich die Situation bei Trauben aus Südeuropa deutlich verbessert, so das BVL.

Bio-Trauben nur wenig belastet

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Bei Obst aus Griechenland und Spanien fanden die Prüfer keine Überschreitungen mehr, bei italienischen Tafeltrauben nur "Einzelfälle", wie die Behörde berichtete. Bei türkischen Trauben gebe es zwar noch relativ häufig Rückstände über dem Limit. Allerdings habe sich auch hier die Quote deutlich verringert, von rund 21 Prozent im Jahr 2005 auf 7,7 Prozent in 2013.

Völlig ohne Grenzwertüberschreitung blieben den Angaben zufolge Bio-Tafeltrauben. Bei ihnen seien generell seltener Rückstände gefunden worden. Wer sichergehen möchte, sollte seine Trauben immer direkt vorm Essen mit warmem Wasser waschen und trocken tupfen.

Der Handel habe zuletzt mit speziellen Programmen auf diese Verbesserungen gedrängt, sagt Stephanie Töwe, Expertin für Landwirtschaft bei Greenpeace. "Wir brauchen nun aber auch Transparenz darüber, was auf dem Acker versprüht wird", so Töwe. Dass sich auf dem Endprodukt weniger Rückstände fänden, bedeute nicht zwangsläufig einen geringeren Pestizideinsatz.

Töwe bemängelte zudem, dass es zu Rückständen mehrerer Pestizide auf einem Produkt bisher keine Grenzwerte gebe. Den BVL-Daten zufolge fanden die Prüfer 2013 bei rund 80 Prozent der Traubenproben mehr als einen Rückstand. Untersucht wird jede Probe im Rahmen des nationalen Testprogramms im Schnitt auf 310 Wirkstoffe.

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irb/dpa



insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
dernordenrockt 15.09.2015
1. Kupfer?
Wurde auch auf Rückstände durch das Schwermetall Kupfer untersucht? Kupfer wird gegen Pilzkrankheiten vor allem im biologischen Anbau gespritzt.
gersois 15.09.2015
2.
Und was ist mit Trauben aus Frankreich, dem übelsten Pestizidverbraucher in Europa? Oder wandern die Trauben alle in den Wein?
kleinhev 15.09.2015
3. Unfug
Mal wieder ein Artikel wo der Autor keine Ahnung hat worüber er schreibt. "Lag die Pestizidbelastung über dem Grenzwert": Es gibt keinen Grenzwert für Pestizidbelastung per se und auch keinen Pestizidhöchstwert sondern verschiedene Grenzwerte für verschiedene aktive Substanzen. Zu Bio-Tafeltrauben sei angemerkt, dass das schön und gut is wenn der Anbauer mit 1-2 t Ertrag/ha leben kann oder dies entsprechend teuer zu verkaufen ist. Selbstverständlich werden Tafeltrauben wie anderes Obst (und Gemüse) einschließlich Bioprodukte mehrfach mit Pflanzenschutzmitteln behandelt. Zu dem dummen Greenpeace Kommentar sei angemerkt, dass die phytosanitären Programme eines jeden Anbauers selbstverständlich z.B. im Rahmen von GlobalGAP kontrolliert werden. Außer Verunsicherung und Täuschung kommt aus diesem korrupten Klub leider schon lange nichts mehr.
taglöhner 15.09.2015
4.
Zitat von gersoisUnd was ist mit Trauben aus Frankreich, dem übelsten Pestizidverbraucher in Europa? Oder wandern die Trauben alle in den Wein?
In der Tat stammen Tafeltrauben ganz überwiegend aus Südeuropa. Deren Anbau verlangt grundsätzlich, ob Bio oder nicht, ein im Vergleich zum Wieinbau Vielfaches an Pestizideinsatz, weil eine Tafeltraube schon mit 1-2 faulen Beeren oder winzigen Pünktchen durch die Bissnarben mikroskopisch kleiner Insekten praktisch unverkäuflich ist.
ftester 15.09.2015
5. Wiedermal
unsauber recherchiert, Pestizide und Pilze(die schlimmsten Feinde der Trauben) haben so gar nichts miteinander zu tun, ohne massives spritzen von Kupferpräparaten gäbe es auch im Öko-Weinbau keine Ernte(wie weiter oben schon erwähnt), schön das wenigstens ein Teil Gift gespart wird, die Augenwischerei "Bio" ist trotzdem nur "Verars..."
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