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Pflanzliche Eiweiße: Forscher setzen auf die Kraft der Hülsenfrüchte

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Linsen: Deutsche Forscher loten das Potential von Eiweiß aus Hülsenfrüchten aus Zur Großansicht
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Linsen: Deutsche Forscher loten das Potential von Eiweiß aus Hülsenfrüchten aus

Erbsen, Bohnen, Linsen: Hülsenfrüchte senken den Blutzucker und lassen das Risiko für Entzündungen und Gefäßerkrankungen sinken. Deutsche Forscher prüfen, wie gut der Effekt bei Typ-2-Diabetikern ist. Dabei sind sie auf eine positive Nebenwirkung gestoßen.

Wer will das nicht: Reichlich essen, richtig satt werden und dabei auch noch abnehmen. Und - quasi nebenbei - sinkt auch noch das Diabetes-Risiko. Geht nicht? Doch. Das zumindest glauben die Initiatoren einer Studie namens "LeguAN" (Leguminosen - Anbau und Nutzung). Das Akronym steht für eine interdisziplinäre Forschungsarbeit unter der Leitung des Hamburger Lebensmittelchemikers Sascha Rohn, die Ende des Jahres abgeschlossen sein soll.

Die Interventionsstudie (Erklärung siehe Kasten) soll vor allem einer Frage nachgehen: Eignet sich pflanzliches Protein aus Leguminosen, also Hülsenfrüchten, ebenso gut oder gar besser als tierisches Eiweiß, um den Stoffwechsel von Diabetes-Patienten zu verbessern?

Falls dem so ist, brächte das einige Vorteile: Nicht nur, dass die ballaststoffreiche Kost aus Hülsenfrüchten nebenbei gut sättigt. Auch die Hinweise, dass eine Nahrung mit viel tierischem Eiweiß das Krebsrisiko und die Sterblichkeit erhöht, mehren sich. Zudem können Hülsenfrüchte die Cholesterinwerte im Blut verbessern.

Bundesweit sind acht Partner unter der Federführung des Deutschen Instituts für Ernährung in Potsdam (Dife) an dem Projekt LeguAN beteiligt. Gefördert wird es vom Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) und dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD).

Ernährungsstudien
Allgemeines
Studien in der Ernährungsforschung können nach unterschiedlichen Kriterien eingeteilt werden: zeitlich, nach Zielen oder der Art der Einflussnahme. Bei retrospektiven Studien untersuchen die Forscher Material, das bereits zu Beginn der Studie vorliegt. Das können zum Beispiel Daten aus Untersuchungsbefunden oder Testergebnissen sein. Demgegenüber entstehen bei prospektiven Studien die Daten erst, nachdem die Studie begonnen hat. Experimentelle Studien sind grundsätzlich prospektiv, während Beobachtungsstudien sowohl prospektiv als auch retrospektiv sein können.
Was sind Beobachtungsstudien?
Beobachtungsstudien wie etwa Kohorten- oder Fall-Kontroll-Studien sind nicht-experimentelle Studiendesigns, bei denen seitens der Forscher keine Intervention in den Behandlungsablauf stattfindet. Das heißt: Die Probanden werden über den Untersuchungszeitraum hinweg unter natürlichen Bedingungen ausschließlich beobachtet. Experimente oder Untersuchungen, bei denen die Teilnehmer einer sogenannten Interventionsgruppe oder Kontrollgruppe zugewiesen werden, finden nicht statt.
Im Fokus der Beobachtung steht dabei ein bestimmtes Merkmal, das von Interesse ist, wie etwa ein bestimmtes Ernähungsverhalten. Die Beobachtung kann prospektiv (Kohortenstudie) oder retrospektiv (Fall-Kontroll-Studie) erfolgen.
Vorteil von Beobachtungsstudien: Sie lassen sich auf den Alltag übertragen, da die Probanden in einer natürlichen Situation beobachtet werden - ohne dass sie ihr Verhalten oder ihre Gewohnheiten bewusst verändern, wie es etwa unter Laborbedingungen der Fall ist.
Nachteil von Beobachtungsstudien: Sie sind in ihrer Aussagekraft stets eingeschränkt, da eben keine Intervention stattgefunden hat und Ergebnisse dadurch verzerrt sein können. Irritierende Einflussgrößen können unbemerkt zu Beziehungen zwischen einem Faktor und dem Ergebnis führen. Stichhaltige Aussagen über Ursache-Wirkung-Beziehungen können somit nicht auf Basis von Beobachtungsstudien getroffen werden. Aufgrund der möglichen Fehlerquellen liefern Beobachtungsstudien daher eine geringere empirische Nachweisbarkeit (Evidenz) als experimentelle Studien.
Notwendig sind diese Studien dennoch, da sie einen vorläufigen Nachweis liefern, der als Grundlage für weitere Hypothesen dient. Diese können anschließend in experimentellen Studien überprüft werden.
Was sind Interventionsstudien?
Bei Interventionsstudien handelt es sich immer um prospektive Studien: Ähnlich einer prospektiven Kohortenstudie werden die Probanden im Laufe einer bestimmten Zeitspanne untersucht, um die Auswirkungen einer bestimmten Intervention zu messen - zum Beispiel den Einfluss von einer olivenölreichen Ernährung auf das Risiko einer bestimmten Volkskrankheit wie Diabetes.
Die Probanden werden dafür zu Beginn der Studie in verschiedene Interventionsgruppen sowie eine Kontrollgruppe eingeteilt. Bei einer oder mehreren Gruppen wird im Studienverlauf aktiv interveniert (die Probanden müssen beispielsweise täglich eine bestimmte Menge Olivenöl zu sich nehmen), während eine Kontrollgruppe von der Intervention ausgeklammert wird.
Die Einteilung in die verschiedenen Interventionsgruppen erfolgt in der Regel zufällig. Es ist daher auch von randomisierten, kontrollierten Studien die Rede. Oft werden experimentelle Studiendesigns dann herangezogen, wenn eine Hypothese als Ergebnis einer Beobachtungsstudie überprüft werden soll.
Interessenkonflikte
Interessenkonflikte bezeichnen Situationen, in denen das professionelle Urteilsvermögen oder Handeln von Wissenschaftlern durch sogenannte sekundäre Interessen beeinflusst sein könnte. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Mediziner Honorare von einer Pharmafirma erhält (sekundäres Interesse) und anschließend in einer Studie die Qualität eines Medikaments der Firma bewerten soll (primäres Interesse).
Ein Interessenkonflikt besteht nicht erst im Falle eines Fehlverhaltens der Forscher, sondern liegt vor, sobald primäre und sekundäre Interessen miteinander konkurrieren. Dies bedeutet noch nicht, dass sich die Situation per se negativ auf sein Urteilsvermögen oder seine Integrität auswirkt, sondern stellte lediglich das Risiko dafür dar.
Wissenschaftlern ist nicht jede Beziehung zu Industrie und Wirtschaft grundsätzlich vorzuwerfen. In vielen Bereichen, etwa bei der Entwicklung neuer Medikamente, ist ein Austausch zwischen Forschern und Unternehmen sogar erstrebenswert und erforderlich, damit Studien zustande kommen und unter bestmöglichen Bedingungen stattfinden können.
Problematisch sind finanzielle Beziehungen zwischen Forschung und Wirtschaft immer dann, wenn Wissenschaftler Zuwendungen entgegennehmen, ohne eine fachliche Gegenleistung zu erbringen. Dazu gehört zum Beispiel die Übernahme von Reisekosten zu Kongressen. Entscheidend ist auch, wie die Wissenschaftler selbst mit Interessenkonflikten umgehen und ob sie diese offenlegen. Die Offenlegung von Interessenkonflikten ist bisher nicht einheitlich geregelt, wird aber von vielen renommierten Fachmagazinen gefordert.
An der LeguAN-Studie nehmen übergewichtige Diabetes-2-Patienten teil, denn sie profitieren besonders stark von einer eiweißreichen Diät: Es ist bereits bekannt, dass diese den sogenannten HbA1c-Wert senkt, jenen Langzeitzuckerwert, der für Diabetiker besonders wichtig ist.

Pflanzliches Eiweiß kann noch mehr

Je niedriger dieser Zuckerwert, desto besser ist die Insulinempfindlichkeit - ein Effekt, der aber nicht nur für Diabetes-Patienten interessant ist: "Es gibt klare Hinweise, dass niedrige Glukose- und Insulinspiegel das Risiko von Entzündungen deutlich verringern", sagt Andreas Pfeiffer vom Potsdamer Dife, der sich mit ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten befasst und den medizinischen Teil der Studie leitet. "Auch das Risiko von Gefäßerkrankungen sinkt deutlich."

Für die Studie untersuchen die Mediziner zunächst den Gesundheitszustand sowie den Stoffwechsel der Probanden und teilen sie in zwei Gruppen ein. Beide müssen sich nach einem bestimmten Plan ernähren: Für die folgenden sechs Wochen erhalten sie jeweils Produkte wie Brot oder Nudeln, die 30 Prozent Eiweiß enthalten, und mit denen etwa 70 Prozent des täglichen Proteinbedarfs gedeckt werden sollen. Der Unterschied: Bei der ersten Gruppe sind die Nahrungsmittel mit Milcheiweiß angereichert, bei der zweiten sind die Produkte mit Erbsenproteinen versetzt, die eigens für die Studie entwickelt wurden: Um Blähungen zu vermeiden, zerstören die Forscher jene Bestandteile, die die lästigen Nebenerscheinungen auslösen.

Lieber heimische Erbsen als importiertes Soja

Zwar würden sich auch andere Hülsenfrüchte wie Sojabohnen oder Lupinen als Proteinquelle eignen. Doch Soja muss bisher importiert werden und war in letzter Zeit des öfteren wegen Spuren gentechnisch veränderter Pflanzen in Verruf geraten. Und Lupinen scheiden wegen möglicher allergischer Reaktionen aus. Für die Erbsen spricht zudem, dass sie zu den traditionellen Produkten in der deutschen Landwirtschaft zählen.

Die vorläufigen Ergebnisse sind nach Ansicht der Forscher bereits recht beeindruckend: In beiden Gruppen sinkt der HbA1c-Wert. Der Grund: Der hohe Eiweißgehalt in der Nahrung erhöht die Verweildauer im Magen. Dadurch sinkt der "Glyx"-Wert, also der glykämische Index, der den Blutzuckeranstieg im Blut nach dem Essen angibt. Je niedriger der Glyx, desto stärker sinkt auch ein wichtiger Entzündungsparameter, wie Forscher bereits zuvor in einer Studie herausgefunden hatten.

Ein weiteres vorläufiges Resultat: "Tatsächlich sehen wir schon Unterschiede zwischen den beiden Gruppen", sagt Pfeiffer. Noch wissen die Forscher allerdings nicht, welche Probanden das sind, denn die Studie ist verblindet. "Wir sind gespannt, ob sich der vermutete Vorteil des Erbsenproteins nachweisen lässt", sagt Pfeiffer.

Unabhängig von den noch ausstehenden Ergebnissen zeigt sich in der Studie bereits jetzt ein positiver Nebeneffekt: Die Probanden nehmen unfreiwillig ab. "Das wollten wir eigentlich gar nicht", sagt Pfeiffer.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hatte es geheißen: Je niedriger der HbA1c, desto geringer ist die Insulinempfindlichkeit. Tatsächlich aber verbessert sich die Empfindlichkeit gegenüber Insulin. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Ein Dossier über Diabetes Typ 2 finden Sie auf gesundheitsinformation.de.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 57 Beiträge
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1. Schlimm!
Dumme Fragen 31.03.2014
Die Studie ist noch nicht abgeschlossen, aber in den Medien wird drüber berichtet. Was soll das?
2.
henningr 31.03.2014
Zitat von sysopAPErbsen, Bohnen, Linsen: Hülsenfrüchte senken den Blutzucker und lassen das Risiko für Entzündungen und Gefäßerkrankungen sinken. Deutsche Forscher prüfen, wie gut der Effekt bei Typ-2-Diabetikern ist. Dabei sind sie auf eine positive Nebenwirkung gestoßen. http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/pflanzliches-eiweiss-huelsenfruechte-senken-hba1c-bei-typ-2-diabetikern-a-961054.html
Dass eine proteinreichere Ernährung laut aktueller Studienlage gesünder ist, als die DGE-Empfehlungen mit endlos Kohlenhydraten aus allergenen Lebensmittel wie Getreide hat sich in der interessierten Gemeinde längst rumgesprochen. Dass ihr jetzt allerdings gerade Hülsenfrüchte empfehlt... Oh mein Gott: Lektine aus Hülsenfrüchten und Erdnüssen, welche sehr hitzestabil sind, faserarme und stärkereiche Nahrung, können die Integrität unserer Darmbarrieren zerstören und das Wachstum schlechter Darmbewohner begünstigen (Drago S et al. 2006, Fasano A 2012, Kowalski LM, Bujko J. 2012, Cordain L et al. 1999, 2000, Newnham ED.2011, Fasano A 2012, De Filippo C et al 2010, Alvarez JR, Torres-Pinedo R. 1982, Karin de Punder und Leo Pruimboom 2013). Auch über Zinkdefizite, ausgelöst unter anderem durch phytathaltige Lebensmittel (wie Hülsenfrüchte), können die Tight Junctions geöffnet werden (Gibson RS et al 2010, Sturniolo GC et al 2001, Wise A 1995, Torre M, Rodriguez AR, Saura-Calixto F. 1991).
3. Im Erbsenwahn....
dernordenrockt 31.03.2014
Ich empfehle allen kritischen Lesern den folgenden Link: http://www.deutschlandradiokultur.de/im-erbsenwahn.993.de.html?dram:article_id=266537
4. Nicht überzeugend und nicht verantwortlich
HAJ 31.03.2014
Forscher haben immer ein Interesse an bestimmten Resultaten ihrer Experimente. In diesem Fall ist es, wie korrekt berichtet wird, der Nachweise der positiven Wirkung der Hülsenfrüchte in der Nahrung. Davon geht die Gefahr aus, dass die Ergebnisse (meist unbewusst) in die gewünschte Richtung gelenkt werden. Bisher sind offensichtlich keine gesicherten Ergebnisse vorhanden: "Tatsächlich sehen wir schon Unterschiede zwischen den beiden Gruppen", sagt Pfeiffer. Noch wissen die Forscher allerdings nicht, welche Probanden das sind, denn die Studie ist verblindet. "Wir sind gespannt, ob sich der vermutete Vorteil des Erbsenproteins nachweisen lässt" Es ist nicht verantwortlich, derartigen Fortschrittsberichten, die allein Vermutungen und Erwartungen umfassen, in reisserischer Form Raum in der Berihterstattung zu geben. Qualifizierter Wissenschaftsjournalismus muss die Grundsätze wissenschaftlicher Arbeit schon verstehen!
5. Künstliche Spannung erzeugen durch Verblindete Gruppen
kopp 31.03.2014
Hierdurch soll wissenschaftliche Seriosität hervorgehoben werden und gleichzeitig Spannung aufgebaut werden. Dabei nimmt die Überschrift des Artikels das Ergebnis der Untersuchung schon vorweg. Bin mal gespannt, wie lange es dauert bis andere Wissenschaftler wieder alles in Frage stellen oder zumindest behaupten, dass die gute Erbsen-Wirkung nicht für Schälerbsen gilt bzw. nur für ungeschälte grüne Erbsen. Hier ist noch allerhand Forschungstrieb vonnöten.
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Diabetes mellitus
Honigsüßer Durchfluss
Der Diabetes mellitus (wörtlich aus dem Griechischen: "honigsüßer Durchfluss"), umgangssprachlich Zuckerkrankheit genannt, ist eine chronische Stoffwechselstörung. Der Name bezieht sich auf den zuckerhaltigen Urin, an dessen Süße die Krankheit in der Antike erkannt wurde. Heute gilt Diabetes als Überbegriff für verschiedene Krankheitsbilder, die durch zu hohe Blutzuckerwerte, die Hyperglykämie, gekennzeichnet sind. Der Grund dafür ist, dass Traubenzucker (Glukose) wegen eines Insulinmangels nicht mehr in die Zellen aufgenommen werden kann und sich im Blut anreichert.
Typ-1-Diabetes
Beim Typ-1-Diabetes, von dem fünf bis zehn Prozent aller Zuckerkranken betroffen sind, zerstört das Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Die Symptome des fortschreitenden Insulinmangels beginnen meist in der Kindheit oder der Jugend: Die Blutzuckerkonzentration steigt extrem an, es kommt zu starkem Wasser- und Nährstoffverlust, was ständigen Durst und häufiges Erbrechen zur Folge hat. Auch eine schnelle Gewichtsabnahme gehört zu den Symptomen. Als Therapie müssen die Diabetiker sich Insulin selbst spritzen. Als Ursache von Typ-1-Diabetes werden genetische Veränderungen vermutet.
Typ-2-Diabetes
Der Typ-2-Diabetes wurde früher als Altersdiabetes bezeichnet. Im Zuge wachsender Zahlen übergewichtiger Menschen insbesondere in den Industrieländern erkranken aber immer öfter auch junge Menschen und inzwischen sogar Kinder am Typ-2-Diabetes. Falsche Ernährung gilt als die Hauptursache der Krankheit: Die großen Mengen von Zucker, die dem Körper zugeführt werden, kann die Bauchspeicheldrüse in jungen Jahren noch durch eine verstärkte Insulinproduktion wettmachen. Im Laufe der Zeit versiegt aber die Insulinproduktion in der Bauchspeicheldrüse und auch die Zellen werden unempfindlicher für das Insulin, sodass die Glukose immer schlechter abgebaut wird und sich im Blut anreichert.

Im Unterschied zum Typ 1 gibt es beim Typ-2-Diabetes lange keine eindeutigen Symptome wie etwa verstärktes Wasserlassen oder Durstgefühl, sondern eher unspezifische Anzeichen wie ein ständiges Hungergefühl, Gewichtszunahme, Niedergeschlagenheit und Müdigkeit. Typ-2-Diabetes kann anfangs durch gesündere Ernährung, mehr Bewegung und Abnehmen bekämpft werden. Gelingt das nicht, sind später Medikamente zur Regulierung des Blutzuckers und auch eine Insulintherapie notwendig.
Verbreitung
Diabetes gehört schon heute zu den größten Volkskrankheiten und wird sich in den kommenden Jahren voraussichtlich dramatisch ausbreiten. Schätzungen zufolge gibt es weltweit mehr als 150 Millionen Zuckerkranke, Tendenz stark steigend.

In Deutschland lebten laut Einschätzungen der DEGS Gesundheitsstudie des Robert Koch-Instituts 7,2 Prozent der Bevölkerung zwischen 18 und 79 Jahren mit Diabetes, demnach sind 4,6 Millionen Personen betroffen. Bei den 70- bis 79-Jährigen ist mehr als jeder Fünfte an Diabetes erkrankt (21,9 Prozent). Die Zahl der Erkrankungen ist zwischen 1997 und 2010 um 38 Prozent angestiegen, davon sind nur 14 Prozent durch die Alterung der Bevölkerung zu erklären.

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