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Stichproben-Analyse: Wurstwaren oft mit resistenten Keimen belastet

Wurstwaren: Rohwurstsorten wie Salami können mit Keimen belastet sein Zur Großansicht
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Wurstwaren: Rohwurstsorten wie Salami können mit Keimen belastet sein

Salami, Mett und Teewurst sind laut einer von den Grünen beauftragten Stichproben-Analyse oft mit resistenten Bakterien belastet. In 16 Prozent der Proben fanden sich solche Keime, besonders bedenklich waren Produkte aus Putenfleisch.

Dass sich in Wurstwaren Keime finden, ist schlimm genug. Wenn diese Bakterien antibiotikaresistent sind, macht das die Sache noch bedenklicher. Um auf das Risiko sogenannter ESBL-Keime in Wurst hinzuweisen, hat die Grünen-Bundestagfraktion Ergebnisse einer Stichproben-Untersuchung veröffentlicht. Die Grünen ließen Proben von sogenannten Rohwurstsorten, darunter Mett, Salami und Schinken aus 13 Städten testen - jeweils etwa fünf pro Stadt. Die Wurst- und Schinkenprodukte wurden in Supermärkten, Discountern und Bäckereien erworben, teilt die Fraktion mit. Ein zertifiziertes Labor analysierte die Proben.

ESBL ist die Abkürzung für "extended-spectrum beta-lactamases". Dabei handelt es sich um Enzyme, die bestimmte Antibiotika unwirksam machen. Bakterien, die diese Enzyme produzieren, sind daher gegenüber wichtigen Antibiotika wie etwa Ampicillin unempfindlich. Solche Resistenzen finden sich unter anderem bei Salmonellen, Klebsiellen und einigen Escherichia-Coli-Bakterien.

Die Ergebnisse der Stichprobe:

  • In 10 von 63 Proben (Wurst- und Schinkenprodukte) wurden ESBL-Keime gefunden, also in 16 Prozent.
  • 8 von 36 Proben von Mettbrötchen oder Zwiebelmett waren mit ESBL-Keimen belastet.
  • In sechs von neun Putenprodukten (66 Prozent) wies das Labor ESBL-Keime nach.
  • In keiner der Schinken-Proben fanden sich ESBL-Keime.

"Eine tickende Zeitbombe"

Der Verzehr von mit ESBL-Keimen belasteten Lebensmitteln zieht nicht in jedem Fall eine Krankheit nach sich: Viele ESBL-Bildner sind harmlose Darmbakterien - aber eben nicht alle.

Die Grünen warnen jedoch auch vor der Problematik sich ausbreitender Antibiotika-Resistenzen. "Dieses System der Massentierhaltung produziert resistente Keime gegen Antibiotika, die wir als Menschen über das Wurstbrot zu uns nehmen. Das ist eine tickende Zeitbombe", sagt Grünen-Politikerin Bärbel Höhn.

Schon 2013 hatte die Grünen-Fraktion eine ähnliche Untersuchung in Auftrag gegeben, damals hatte das Labor in 8 von 50 Proben ESBL-Bakterien nachgewiesen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hält das Vorkommen von ESBL-Keimen bei Nutztieren ebenfalls für problematisch, da resistente Krankheitserreger durch Lebensmittel auf den Menschen übergehen können. "Dies stellt ein erhebliches Problem für den gesundheitlichen Verbraucherschutz dar", heißt es in einer FAQ des BfR von 2012.

wbr

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insgesamt 119 Beiträge
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1. Na...
Brillalein 21.05.2014
Ehrlichgesagt, a) wenn man sich die Bedingungen der Putenhaltung so anschaut, ist das kein Wunder. b) Bei Schinken 'sieht' man das Fleisch, es muss also von 'besser' gemästeten Tieren kommen. Bei Schredderfleisch lässt sich alles reinschmeißen, kann man prima mit billigen KZ-Schweinen strecken.
2. sollten die Grünen
jonas4711 21.05.2014
doch noch mal für etwas gut sein? lobenswert und weiter so!
3. Sinnlos
frombeyond 21.05.2014
Was nutzen alle diesen tollen Tests, wenn wir als Verbraucher nicht erfahren, wer uns diese "leckeren" Speisen anbietet...
4. Wollt ihr ewig leben?
solarfix 21.05.2014
Massenhafter, vorbeugender Antibiotikaeinsatz schafft doch Arbeitsplätze und Profit! Was wollt ihr mehr? Der Agrarindustrielle (Bauern gjbt es bald nicht mehr) kann seine Tierzuchtfabriken vollstopfen, die Chemieindustrie kann Antibiotika und Medikamente liefern, die Krankenhäuser freuen sich über massenhaft antibiotikaresistente Kunden, die sie dann mit allen anderen zur Verfügung stehenden Arzneien vollpumpen können, um eventuell doch noch deren Abgang zu verhindern. Letztendlich kommt auf die Bestattungsunternehmen eine stabile Auftragslage zu, von wiederum die gesamte Zulieferkette profitiert. Also macht mal halblang, wir sind eine Industrienation und Dank TIPP ist Antibiotika nur ein zusätzliches Schmankerl zu Genfood, Chlorhühnchen, etc. Ich freue mich darauf ...
5. Dumm, aber schlank
tomatosoup 21.05.2014
Der Hype auf die Pute kam mit dem Schlankheitstick. Eiweiß, das nach nichts schmeckt. Knapp oberhalb der Plastikwurst-Grenze. Wer sich mal den Spaß gönnt, die Putenzucht aus der Nähe zu betrachten und die Verschreibepraxis (un-) verantwortlicher europäischer Tierärzte kennt, wird dem Truthahn ziemlich schnell "adieu" sagen.
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