Workout mit dem Smartphone Sechs Fitness-Apps im Test

Vom ultimativen Sixpack-Training bis zum schnellen Sieben-Minuten-Workout: Smartphones sind die neuen Fitnesstrainer. Aber welche Apps sind wirklich sinnvoll? Welche eignen sich auch für Läufer? Ein Test.


Kräftigungsübungen, Stabilisationstraining, Stretching - es gibt zahlreiche Handy-Apps, die beim Sport anleiten und die Zeit messen. Ein Problem dabei: Unerfahrene Anwender könnten die Übungen falsch ausführen oder sich überfordern.

Wer richtig trainieren möchte, sollte sich vor dem Start mit den Anwendungen auseinandersetzen, sein Leistungsniveau einschätzen und sich bei Problemen Hilfe von erfahrenen Trainern holen. Welche Anwendungen unterstützen Sportwillige besonders gut?

Sechs Fitness-Apps im Test
Johnson+Johnson Official 7-Minute-Workout

Was kann die App?
Die App zeichnet sich vor allem durch gute Animationen aus. Auch Anfänger können sofort mitmachen, denn auf dem Bildschirm macht ein echter Trainer die Übungen vor. Zusätzlich zum 7-Minuten-Training bietet die App ein Warm-up an. Das verringert die Verletzungsgefahr. Wer sich auf dem Einsteigerlevel nicht ausgelastet fühlt, kann aus zwanzig verschiedenen Trainings mit vielen verschiedenen Übungen wählen. Diese sind nach Leistungsstufen gegliedert, sodass das Training gut gesteigert werden kann. Eine Trainingserinnerung und eine Erfolgskontrolle sind ebenfalls enthalten.

Was fehlt?
Eine deutschsprachige Version.

Kosten: Gratis.

Wer braucht's?
Vom Anfänger bis zum Profi – hier wird jeder ein für sich passendes Training finden.

Note: 1

Bauchmuskel-Training mit Caynax A6W

Was kann die App?
Die Übungen konzentrieren sich auf das Training der Bauchmuskulatur. Die App liefert einen Trainingsplan mit und bietet die Möglichkeit, Taillenumfang und Gewicht nach jedem Work-out zu notieren. Ein guter Motivator: Nach jedem Training kann man ein Bild vom eigenen Bauch hochladen. Witziges Extra: Die Sprachausgabe zählt die Wiederholungen mit.

Was fehlt?
Die Übungen sind sehr umständlich erklärt. Auch die Grafiken erläutern die notwendigen Bewegungsabläufe nur unzureichend. Um alles verstehen zu können, muss man deshalb vorab die Anleitung gründlich studieren. Außerdem beschränkt sich die App auf sechs verschiedene Übungen, es fehlt an Abwechslung. Das Niveau und die Geschwindigkeit können nicht variiert werden - Einsteiger könnten es deshalb am Anfang etwas schwer haben.

Kosten: Gratis.

Wer braucht's?
Sie wollen einen Sixpack unterm Shirt? Dann ist diese App die richtige. Anfänger oder Läufer, die ihr Training regelmäßig mit Übungen ergänzen wollen, sollten besser nach einer Alternative suchen.

Note: 3

Dehngymnastik

Was kann die App?
Mithilfe der App lassen sich Dehnübungen auswählen, die zur Lieblingssportart passen. Doch damit noch nicht genug: Man kann die Übungen auch auf Körperregionen abstimmen. Wer also als Läufer speziell die Beinmuskulatur dehnen möchte, ist hier richtig. Die Stretchings werden in statischen, aber leicht verständlichen Grafiken dargestellt und mit einem Text erläutert. Neben den Anleitungen ist eine sehr umfangreiche Hilfe enthalten, in der viel Wissen über Dehnübungen und sportliche Gymnastik steckt.

Was fehlt?
Die App hat keine animierten Grafiken und keine Sprachausgabe. Die Rückmeldung zum Übungswechsel erfolgt lediglich über Töne. Zudem fehlt ein Kalender, mit dem sich festhalten lässt, dass man fleißig war und die Übungen absolviert hat.

Kosten: Gratis.

Wer braucht's?
Jeder Läufer, der ein schlechtes Gewissen hat, weil er das Dehnen oft vernachlässigt.

Note: 2

7-Minuten-Workout

Was kann die App?
Der Klassiker unter den Work-out-Apps erinnert den Anwender freundlich mit einem Tonsignal daran, wenn ein Training ansteht. Die App lässt sich außerdem mit Google Fit synchronisieren. Sehr hilfreich ist gerade für Anfänger, dass die Trainingszeiten individuell anpassbar sind. Man kann das Training also kürzer oder länger gestalten. Auch die Pausen zwischen den Trainings können in dieser App individuell geregelt werden. Ein Kalender zeigt an, wie oft die Übungen durchgeführt wurden.

Was fehlt?
Die App erklärt die Übungen nur rudimentär. Mehr Details zur richtigen Ausführung finden Nutzer ausschließlich auf YouTube. Hilfreich wären außerdem Hinweise für Anfänger, um für sich das richtige Schwierigkeitsniveau zu finden.

Kosten: Die 13 klassischen Übungen sind kostenlos. Für 1,99 Dollar gibt es ein weiteren Satz Übungen.

Wer braucht's?
Die Anwendung ist weniger für absolute Anfänger geeignet, sondern eher für erfahrenere Sportler, die einen Einstieg in die tägliche Gymnastik suchen. Profis werden allerdings mit den wenigen Übungen nicht glücklich.

Note: 3

Mehr Rumpfkraft mit der 30 Day Ab Challenge

Was kann die App?
Bei dem 30-Tage-Training werden die Übungen von Tag zu Tag häufiger durchgeführt. Ein erläuternder Text erklärt den gesundheitlichen Nutzen der Übungen, zudem wird auf einzulegende Pausen hingewiesen. Die einzelnen Übungen werden in Videos vorgemacht. Anders als die meisten Apps überlässt die Anwendung dem Nutzer, wie lange er für die Übungen benötigt. Vorgegeben ist lediglich, wie oft eine Übung durchgeführt werden soll.

Was fehlt?
Es gibt keine Zeitmessung, aus einem einfachen Grund: Bei dieser Trainingsform geht es nicht darum, wie schnell man eine Übung absolviert, sondern wie oft. Eine Sprachausgabe ist nicht vorhanden, das stört aber auch nicht.

Kosten: Gratis

Wer braucht's?
Diese App ist geeignet für Anfänger, die mehr Rumpfstabilität erreichen möchten. Die Anzahl der Übungen, der Aufbau der 30 Trainingstage und die eingelegten Pausen sind hervorragend zum Einstieg geeignet. Wer Abwechslung sucht oder stärker gefordert werden möchte, ist allerdings schlecht bedient.

Note: 3

Sworkit: Für alle Sportler

Was kann die App?
Sie bietet umfangreiche Übungen für verschiedene Zwecke, etwa für Kraft- und Cardiotraining, Stretching und sogar Yoga. Die Dauer des Trainings kann variiert werden. Ein Trainer macht jede Übung in einem Video vor, das Nachturnen ist daher besonders einfach. Die zeitliche Dauer der Übungen wird von einem Sprachmodul begleitet, sodass Anwender sich voll auf die Ausführung konzentrieren können. Die App zeigt am Ende jeder Einheit die verbrauchten Kalorien an und erinnert ans nächste Training.

Was fehlt?
Spezifische Übungen, die auf einzelne Sportarten abgestimmt sind. Trotzdem ist diese App die ausgereifteste von allen hier getesteten.

Kosten: Kostenlos. Aber für rund 3 € lassen sich mit der Pro Version einzelne Einstellungen individualisieren.

Wer braucht's?
Jeder, der Abwechslung in sein Training bringen möchte.

Note: 1

Von Dubravko Dolic, Achim-Achilles.de



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insgesamt 39 Beiträge
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Seite 1
saschlik 06.06.2015
1. Dehngymnastik iOS Alternative?
Gibt es offenbar nur für Android Phones, kennt jemand hier ein Pendant für iOS? Hab leider nix im AppStore gefunden...
vandermerwe 06.06.2015
2. Für welche Betriebssysteme überhaupt?
Für welche der drei verbeiteten Betriebssyssteme es die Apps gibt, steht nirgends, oder bin ich blind?
FrankNeidig 06.06.2015
3. die bekanntesten Apps fehlen
In dem Bericht vermisse ich eindeutig die Fit ohne Geräte App (you are your own gym) und Freeletics.
shmubu 06.06.2015
4.
Zitat von FrankNeidigIn dem Bericht vermisse ich eindeutig die Fit ohne Geräte App (you are your own gym) und Freeletics.
Selten habe ich einem Beitrag so zugestimmt. In Abwesenheit des Platzhirsches lohnt es sich gar nicht, den Test wirklich zu lesen... Schade
HaioForler 06.06.2015
5.
Eine "App", um Sport zu machen. Es ist immer wieder köstlich ;)
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