Ernährung, Medikamente, OPs Was gegen Sodbrennen hilft

Jeder Fünfte leidet an Sodbrennen. Oft reicht es, die Ernährung zu ändern und Stress zu vermeiden. In schweren Fällen jedoch können Medikamente oder eine Operation helfen - diese Risiken sollten Sie kennen.

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Dieses Dilemma kennen viele: Das Abendessen war lecker, aber viel zu spät. Weil es so gut geschmeckt hat, musste trotzdem noch ein Nachschlag sein, natürlich begleitet von einem Glas Sekt und etwas Wein. Eigentlich könnte es immer so weitergehen - wäre da nicht das Bewusstsein, dass sich das Schlemmen in der Nacht rächen wird.

Etwa jeder Fünfte leidet unter Sodbrennen, Abende wie diese erhöhen das Risiko enorm. Bei den Betroffenen steigt nachts saurer Mageninhalt in der Speiseröhre nach oben und greift die Schleimhaut an. Tritt Sodbrennen nur ab und zu auf, etwa nach einem geselligen Abend, stellt es keine Gefahr dar. Bei manchen jedoch werden die Beschwerden zum häufigen Begleiter.

Wer Sodbrennen vorbeugen möchte, muss vor allem auf seinen Lebensstil achten. Macht sich die Magensäure schon in der Speiseröhre bemerkbar, können Betroffene aber auch mit Medikamenten gegensteuern, in schweren Fällen ist eine Operation möglich. Ab wann ist Sodbrennen bedenklich? Und was hilft? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Was ist Sodbrennen?

Etwa 20 Prozent der Bevölkerung kennen Sodbrennen. Bei den Beschwerden fließt säurehaltiger Mageninhalt zurück in die Speiseröhre und gelangt bis in die Halsgrube - die Mediziner sprechen von Reflux. Normalerweise blockiert ein Schließmuskel den Übergang zwischen Speiseröhre und Magen, der sogenannte Ösophagus-Sphinkter. Bei den Betroffenen schließt dieser nicht genügend, aus unterschiedlichen Gründen.

Ab wann ist das Sodbrennen bedenklich?

Gelegentliches Sodbrennen, das heißt ein- bis zweimal im Monat, ist kein Grund zur Besorgnis. Wer aber mehr als zweimal monatlich oder gar wöchentlich Beschwerden hat, sollte zum Arzt gehen.

Wann spricht man von einer Refluxkrankheit?

Wenn es zweimal die Woche oder häufiger vorkommt, dass Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt, sprechen die Mediziner von einer Refluxkrankheit, auch kurz GERD (gastroesophageal reflux disease) genannt. Oft kommt es zum Aufstoßen von saurem Magensaft, manchmal stoßen die Betroffenen auch ohne Magensaft auf.

Bei einer Refluxkrankheit ist es wichtig, gegenzusteuern, da Verdauungsenzyme und Magensäure die Schleimhaut in der Speiseröhre angreifen. Langfristig besteht so die Gefahr, dass sich die Schleimhaut entzündet und verändert (Barrett-Schleimhaut).

Was sind Ursachen für Sodbrennen?

Oft führt ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren dazu, dass saurer Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließt. Dazu gehören vor allem:

  • Übermäßig produzierte Magensäuremengen: Stress und starker Nikotinkonsum können die Säureproduktion erhöhen. Dasselbe gilt für eine Reihe an Lebensmitteln, darunter Kaffee (bei starkem Konsum), kohlensäurehaltige Getränke, Fruchtsäfte, fettes Essen sowie in seltenen Fällen scharfe Gewürze. Besonders starke "Magensäuretreiber" sind stark gezuckerte Produkte, Weißwein und Sekt. Auch Milch, Eiscreme, Schokolade, säurereiches Obst, ofenfrisches Brot, Weiß- oder Toastbrot und Hülsenfrüchte (zum Beispiel Bohnen oder Erbsen), zu heißes und übermäßiges Essen können ungünstig sein.
  • Eine verminderte Muskelspannung: Alkohol macht den Schließmuskel schlaff, der Speiseröhre und Magen voneinander trennt. Mageninhalt kann dadurch die Barriere zwischen Magen und Speiseröhre leicht überwinden.
  • Druck von unten auf den Schließmuskel: Ein voller Magen und die Kohlensäurebläschen aus Getränken können vom Magen aus gegen den Schließmuskel drücken und so einen Rückfluss von Magensäure begünstigen. Weiterhin kommt es vor, dass sich der Magen Richtung Zwölffingerdarm nicht richtig entleeren kann. Dadurch steigt der Druck im Magen ebenfalls an, genauso wie durch Übergewicht. Denselben Folgeeffekt hat ein Ungeborenes in den letzten Schwangerschaftswochen.
  • Ein etwaiger Zwerchfellbruch (Hiatushernie): Der Bruch bildet sich an der Öffnung im Zwerchfell, wo die Speiseröhre in den Magen übergeht, wenn das umgebende Muskelgewebe geschwächt ist. Dann kann sich der obere Magenteil durchs Zwerchfell hindurch in den Brustraum hineinstülpen, wodurch säurehaltiger Mageninhalt leicht in die Speiseröhre gelangt.
    Jeder Vierte im Alter über 50 hat einen Zwerchfellbruch, darunter mehr Frauen als Männer. Übergewicht begünstigt die Schwachstelle im Gewebe ebenso wie alles, was starken Druck auf den Bauchraum ausübt (Schwangerschaft, Erbrechen, starker Druck beim Stuhlgang, das Heben schwerer Gegenstände, ausdauernder und schwerer Husten). Bei einem großen Zwerchfellbruch kann ein chirurgischer Eingriff nötig sein.

Gibt es immer eine körperliche Erklärung für Sodbrennen?

Nein, nicht immer lässt sich eine körperliche Ursache für den Reflux feststellen. In schätzungsweise 60 Prozent der Fälle wird Sodbrennen beziehungsweise saures Aufstoßen durch äußere Einflüsse wie Stress und falsche Ernährung ausgelöst, ohne dass es eine organische Ursache gibt. Dann spricht man von funktionellen Störungen. Es gibt aber auch Menschen, bei denen etwa ein Zwerchfellbruch, falsche Ernährung und Stress zusammenkommen. Angaben zur Zahl der Betroffenen sind deshalb nur vage möglich.

Was sind Symptome von Sodbrennen?

Zu den typischen Beschwerden zählen ein Druckgefühl, Brennen oder Schmerzen hinterm Brustbein, manchmal auch Schmerzen in der Magengrube. Ebenfalls häufig sind Heiserkeit, Halsschmerzen und ein schlechter Geschmack im Mund. Wenn kleine Säuretröpfchen in den Atemweg gelangen, kann es zudem zu Reizhusten kommen.

Wie kann man Sodbrennen vorbeugen?

Oft zählt der Lebensstil zu den Ursachen der Beschwerden. Wer vorbeugen möchte, sollte deshalb versuchen, sein Verhalten zu ändern. Hilfreich kann sein, nur wenig Alkohol zu trinken oder mit dem Rauchen aufzuhören. Auch ein beim Schlafen erhöhtes Kopfende, weniger Stress, eine bewusstere Ernährung, das Abbauen von Übergewicht und der Verzicht auf enge Kleidung können dazu beitragen, dass Sodbrennen wieder aus dem Leben verschwindet.

Bewegung kann gleich doppelt helfen, indem sie Übergewicht entgegenwirkt und die Verdauung fördert. Stress kann durch Entspannungstechniken abgebaut werden. Und im Hinblick auf die Ernährung heißt es: Möglichst nicht zu fett, nicht zu süß und moderate Portionen. Wer sein Verhalten in diese Richtung ändert, tut seiner Gesundheit auf jeden Fall etwas Gutes. Eine Garantie aber, dass das Sodbrennen verschwindet, gibt es nicht.

Was hilft gegen die Beschwerden?

Je nachdem, wie heftig die Beschwerden sind, haben Betroffene die Wahl zwischen Hausmitteln, relativ unbedenklichen magensäurebindenden Präparaten, stärkeren Medikamenten und im seltenen Extremfall operativen Eingriffen.

  • Hausmittel gegen Sodbrennen

Manchen Betroffenen helfen Tees mit Kamille, Fenchel, Anis oder Kümmel, anderen das Kauen zuckerfreien Kaugummis. Dabei entsteht vermehrt Speichel, der die Magensäure neutralisieren kann. Viele schwören darauf, Nüsse und Mandeln langsam zu kauen und den fein gemahlenen Brei zu schlucken. Wassertrinken kann ebenfalls hilfreich sein.

  • Ernährung

Eine kleine Studie deutet darauf hin, dass eine pflanzenbasierte, mediterrane Ernährung plus alkalisches Wasser (pH-Wert >8) genauso wirksam sein kann wie häufig geschluckte Medikamente, die Protonenpumpeninhibitoren PPI. Die in "Jama Otolaryngology" veröffentlichte sechswöchige Studie wurde mit insgesamt 184 Patienten durchgeführt, die durchschnittlich 60 Jahre alt waren.

Eine pflanzenbasierte Ernährung bedeutete dabei, dass nur sehr wenig Fleisch und Milchprodukte, viel Olivenöl, Nüsse, Fisch, Früchte und Gemüse auf den Tisch kamen. Bevor Sodbrennen-Geplagte zu Medikamenten greifen, kann sich also der Versuch einer Ernährungsumstellung lohnen.

  • Leichte Präparate gegen Sodbrennen

In den Apotheken sind rezeptfrei Antazida sowie Alginate erhältlich. Treten Refluxbeschwerden wie Rückfluss und saures Aufstoßen auf, ohne dass Entzündungszeichen vorliegen, reicht ihre Einnahme in der Regel aus.

Alginate: Hinter dem Namen verbergen sich Salze der Alginsäure, der Stoff verleiht Zellwänden von Algen ihre Struktur. Die Präparate aus Meeresalgen legen sich auf den Säurefilm am Magenausgang und verhindern dadurch einen weiteren Rückfluss in die Speiseröhre. Als Barriere dient ein Schaum, den das Alginat mit weiteren Bestandteilen der Mittel wie Kalziumcarbonat oder Kaliumhydrogencarbonat bildet.

Werden sie entsprechend der Dosisempfehlungen im Beipackzettel eingenommen, sind Alginate nebenwirkungsarm. Nur in sehr seltenen Fällen kann es zu allergischen Reaktionen auf einen der Inhaltsstoffe kommen.

Aluminiumhaltige und Kalziumkarbonathaltige Antazida: Diese Präparate können den Rückfluss in die Speiseröhre zwar nicht verhindern, neutralisieren aber kurzzeitig Säuren, die in die Speiseröhre gelangt sind. Mögliche Nebenwirkungen: Der Mineralienhaushalt kann sich langfristig verändern, und es kann Durchfall auftreten.

  • Weitere Medikamente

H2-Blocker: Die Mittel verringern schon in geringer Dosierung die Aktivität der Magensäure-produzierenden Belegzellen und sorgen so dafür, dass im Magen weniger Säure freigesetzt wird. Die Einnahmedauer sollte auf maximal vier Wochen beschränkt sein. Gelegentliche Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Durchfall, Verstopfung und Hautausschlag.

Magensäureblocker wie die Protonenpumpeninhibitoren (PPI): PPI reduzieren die Magensäureproduktion noch viel stärker als die H2-Blocker. Trotzdem kann von ihnen nicht jeder profitieren. Bei 30 bis 40 Prozent der Patienten wirken PPI nicht. Außerdem sollten sie nicht länger als vier bis sechs Wochen am Stück eingenommen werden.

Wichtig ist, die Mittel danach nicht abrupt abzusetzen, sondern ihre Dosierung in der letzten Einnahmewoche langsam herunterzufahren. Sonst kann es zu einem sogenannten Säurerebound kommen. Dabei bildet der Körper vermehrt Säure, wodurch wiederum Sodbrennen entsteht. Betroffene ziehen daraus oft den falschen Schluss, dass sie nicht dauerhaft ohne PPI auskommen.

Es ist deshalb ratsam, die Magensäureinhibitoren nach und nach komplett durch sogenannte Alginate zu ersetzen. Eine PPI-Langzeiteinnahme sollte nur erfolgen, wenn es keine andere Möglichkeit gibt.

Mehr zum Thema PPI
PPI sind nicht so harmlos wie oft gedacht
PPI sollten sehr bewusst und so niedrig dosiert wie möglich eingesetzt werden. Auch oder gerade, weil sie inzwischen freiverkäuflich in den Apotheken erhältlich sind.
Für wen sind PPI sinnvoll?
Für Patienten mit mittleren bis starken Refluxbeschwerden, mit Geschwüren im Magen- und Dünndarmbereich, damit entzündete Stellen in der Speiseröhre abheilen können, vorbeugend bei der Langzeiteinnahme hochdosierter nicht­steroidaler Antirheumatika, zur Abheilung von Läsionen in der Speiseröhre und bei Magenblutungen.
In welchen Fällen sind sie nicht sinnvoll?
Beispielsweise, wenn Stress auf den Magen schlägt. Der Reizmagen ist einer der häufigsten Gründe, PPI zu verschreiben, obwohl PPI noch nicht einmal eine Zulassung für den Reizmagen haben und nur bei 10 bis 15 Prozent der Patienten helfen. Bei einem Reizdarm wirken sie gar nicht.
Welche Nebenwirkungen können PPI haben - insbesondere bei einer zu langen Einnahme?
Wegen des Magensäuremangels:
- Erhöht sich das Risiko für schwere Magen-Darm-Infektionen mit Krankheitserregern wie Clostridien und Salmonellen. Das Reizdarmrisiko steigt.
- Kann ein B12-Mangel entstehen. Das B12-Depot eines Menschen reicht für etwa fünf Jahre.
- Kann sich das Risiko für Osteoporose und damit für Knochenbrüche erhöhen, weil der Körper schlechter Kalzium aus der Nahrung aufnimmt (Kalziumglukonat und Kalziumzitrat als zusätzliche Kalziumpräparate).

Weiterhin:
- Verändert die Einnahme von Magensäureblockern den Säurewert im Magen und im weiteren das Mikrobiom, also die Gesamtheit der Bakterien im Darm. Das kann zu Fehlbesiedelungen im Dünndarm, Blähungen, Durchfall und Verstopfung führen.
- Kann eine langjährige PPI-Einnahme offenbar die Nieren schädigen.
  • Chirurgische Verfahren:

- Die Fundoplicatio ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem der obere Magenabschnitt quasi als Manschette um die untere Speiseröhre gelegt wird. So reduziert sich der Rückfluss der Magensäure in die Speiseröhre. Der Eingriff ist jedoch häufig mit neuen Problemen verbunden: Etwa ein Drittel der Operierten hat hinterher Schluckbeschwerden und tut sich schwer, Luft aus dem Magen aufzustoßen, da die Manschette zu eng um die Speiseröhre gelegt ist.

- Der Schrittmacher Endostim: Bei dem noch nicht ganz etablierten Verfahren stimuliert und trainiert ein von außen programmierbarer Schrittmacher über zwei eingebrachte Elektroden den unteren Schließmuskel am Übergang zwischen Magen und Speiseröhre elektrisch. Durch dieses Training wird der Ruhetonus, also der Spannungsgrad des Schließmuskels erhöht.

- Kunststoffnetz bei Zwerchfellbruch: Bei diesem Eingriff wird der Übergang vom Magen in die Speiseröhre zunächst wieder in den Bauchraum zurück verlagert, weg vom Brustraum. Dann wird ein Kunststoffnetz eingesetzt. Das Kunststoffnetz hat ein Loch in der Mitte, durch das die Speiseröhre verläuft. Das Gewebe soll mit diesem Netz verstärkt werden, sodass sich das Zusammenspiel zwischen Magen, Speiseröhre und Zwerchfell frei entfalten kann.



insgesamt 39 Beiträge
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Seite 1
angst+money 02.11.2017
1.
Seltsamerweise scheint es Konsens bei solchen Artikeln zu sein, bloß kein Natron zu erwähnen. Hat mir immer geholfen. Natürlich nur kurzfristige Behandlung von Symptomen, langfristig hat nur eins geholfen: weniger essen.
equigen 02.11.2017
2. Ein wichtiger Auslöser ist nicht genannt: Gartenarbeit!
Ich habe nie unter so starkem Sodbrennen gelitten wie zu der Zeit als ich einen großen Garten zu pflegen hatte. Dabei ist es ganz klar: Man verbringt viel Zeit am Boden (säen, pflanzen , jäten, ernten, pflastern, ...) und damit mit nach vorne gebeugtem Oberkörper und das Becken + Oberkörper drücken dadurch auch noch auf den Magen. Ohne Medikamente ging es ein paar Jahre nicht. Seit ich zuerst auf einen kleinen Garten und jetzt auf den Balkon umgestiegen bin, bin ich vollkommen beschwerdefrei. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich esse das gleiche und treibe in der nun freien Zeit etwas gesünderen Sport - als Gartenarbeit.
kussmaul 02.11.2017
3. Kaffee ohne Milch und Zucker
Probiert mal, zukünftig Kaffee ohne Milch und Zucker zu trinken, also „schwarz“. Dann gehört Sodbrennen bei den meisten Kaffeetrinkern der Vergangenheit an.
cosa_nostra 02.11.2017
4. No
Eine Erschlaffung des Muskels am Mageneingang ist häufig die Folge leichter chronischer Entzündungen - irgendwo im Organismus. Die zelluläre Abwehr produziert als Waffe gegen intrazelluläre Erreger Stickstoffmonoxid (NO). Dieses Gas spielt neben der immunologischen Funktion auch eine Rolle bei der Gefäß- und Muskeldilatation und ist häufig die Ursache für den erschlafften Ösophagussphinkter. Somit ist Sodbrennen die Folge, ein Symptom für eine andere Erkrankung.
herkurius 02.11.2017
5. Natron
Wenn die Ursache Stress, auch bei mir z.B. ganztägige Gartenarbeit bei achtloser Ernährung, ist, helfen die käuflichen Mittel wie Bullrichsalz oder Kaisernatron. Sie sind identisch mit Natron (bloß nicht Soda stattdessen erwischen, im Englischen sind die Begriffe gleich und ich meine das "baking soda", NaHCO3), das man um oder unter zehn Euro pro Kilogramm im Versandhandel, sei es z.B. beim Buchhändler oder im Versteigerungshaus, bestellen kann. Es ist darüberhinaus ein gutes Reinigungsmittel, wenn sachverständig angewandt. Natürlich hat die Selbstbehandlung nur Zweck, wenn man weiß, was man tut. Bei all den im Spiegel-Artikel erwähnten schweren Krankheitszuständen ist es ungünstig, sich auch noch ein, wenn man es so sehen will, stark alkalisches Reinigungsmittel einzuschütten. Darüberhinaus behebt Natron natürlich nicht die Ursache, es neutralisiert nur die Magensäure. Die Devise "viel hilft viel" ist hier völlig falsch angewandt, schlimme Beschwerden werden mit einer Teeloffelspitze voll Natronpulver bekämpft, nicht mit so viel Lauge, dass sie für einen Waschgang in der Waschmaschine reichen würde. Wird das, was man täglich herunterschluckt, in Richtung "mehr Lauge" manipuliert, muß das Regelsystem des Körpers ja reagieren und produziert eben auf Dauer mehr Magensäure. Einmalig oder selten und wenn eine tieferliegende Erkrankung als Ursache nicht anzunehmen ist, ist eine Teelöffelspitze voll Natronpulver segensreich. Übrigens ist auch Backpulver grundlegend Natron, etwas vermischt mit Stärke und weiteren Nährmitteln.
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