Softdrinks Großbritannien führt Limo-Steuer ein

Ein Drittel der Kinder des Landes ist zu dick - jetzt will Großbritannien gegensteuern. Eine der Maßnahmen: Für Getränke mit zugesetztem Zucker wird eine Extrasteuer fällig.

Limonaden in einem Geschäft in Glasgow
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Limonaden in einem Geschäft in Glasgow


Die britische Regierung will stärker gegen die Fettleibigkeit vorgehen und führt eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke ein. Die Abgabe wird bei Produkten fällig, die mehr als fünf Gramm zugesetzten Zucker je 100 Milliliter enthalten. Für noch süßere Getränke ist ein höherer Steuersatz geplant.

Der Regierung zufolge werden Verbraucher nicht belastet, weil es sich um eine reine Unternehmensteuer handelt. Erhoben wird die Steuer nur auf Produkte, denen Zucker zugesetzt wird, und nicht etwa auf Fruchtsäfte. Die Einnahmen sollen für Gesundheitsprogramme für Schulkinder verwendet werden. Die Steuer ist Teil eines größeren Programms zum Kampf gegen Übergewicht bei Kindern.

Etwa ein Drittel der britischen Kinder und Jugendlichen im Alter von zwei bis 15 Jahren sei übergewichtig, berichtet die Regierung. Übergewicht ist unter anderem ein großer Risikofaktor für Altersdiabetes.

Nach Angaben der Regierung stellen Limonaden die größte Zuckerquelle für Kinder da. Ein Kind könne die empfohlene Tagesdosis für Zucker schon überschreiten, wenn es nur ein Glas Cola (0,33 Liter) trinke. Die Hoffnung ist, dass die Industrie den Zuckergehalt der Getränke reduzieren wird, um der Zusatzsteuer zu entgehen.

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Kritisiert wird der Plan der Regierung sowohl von der Getränkeindustrie als auch von Gesundheitsexperten. Vonseiten der Industrie heißt es, die Strafsteuer werde Tausende von Jobs kosten und keinen relevanten Einfluss auf die Zahl der Übergewichtigen haben.

Die britische Royal Society for Public Health bemängelt dagegen, dass das gesamte Regierungsprogramm nicht weit genug greife. So gebe es beispielsweise keine Bestrebungen, Werbung für Fast Food einzuschränken.

In skandinavischen Ländern gibt es seit vielen Jahren Zuckersteuern, die dem britischen System sehr ähneln. Auch Frankreich, Belgien, Ungarn und Mexiko erheben zusätzliche Steuern auf Getränke mit zugesetztem Zucker.

wbr/AFP/rtr



insgesamt 58 Beiträge
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Kaian 18.08.2016
1. Wie bei Zigaretten
Der Staat greift in den Markt ein, nur weil es Menschen gibt, die nicht auf ihre Gesundheit achten wollen oder zu blöd sind. In einem freien Land sollte das denken (meiner Meinung nach zumindest) dem Bürger/Konsumenten überlassen werden.
calinda.b 18.08.2016
2.
Apfelsaft und Konsorten hat genausoviele Kalorien wie Cola, wieso sollen die geschont werden?
GnRH 18.08.2016
3.
Ich finde das einen guten Ansatz, den man auch in Deutschland überlegen sollte. Gerne die Mehrkosten auf den Verbraucher umlegen, bei Alkopops hat das gut funktioniert.
allessuper 18.08.2016
4. schlecht gedacht, denn
gerade arme Leute trinken den Shit. Ab einem bestimmten Zuckergehalt sollten die einfach verboten werden, so wie andere Drogen auch, denn es ist nichts anderes.
hdudeck 18.08.2016
5. Waere interressant, ob in den
Laendern, in denen es schon eine Zuckersteuer gibt, die Gewichtszunahme der entsprechenden Konsumenten gestoppt oder sogar negiert wurde. Auch Fruchtsaefte haben einen sehr hohen Anteil an Frucht(zucker), bei dem ich nicht weiss, ob da nicht nachgeholfen wird. Wie jeder weiss, ist die Suesse von Fruechten das Jahr ueber unterschiedlich und ist durch das Klima und Herrsprung bestimmt. Wie Fruchtsaefte immer den gleichen Anteil an Fruchtzucker haben koennen ist mir ein Raetzel. Ja, ich weiss das die Geblendet werden, aber trotzdem ist das doch merkwuerdig. Wenn ich frisch gepressten Fruchtsaft kaufe, der vor meinen Augen hergestellt wird, ist der Geschmack (Suesse) immer etwas anders. Da z.B. Orangen je nach Jahreszeit fast nur aus einem Gebiet kommen, sollte man das bei industriell Hergestellten (natuerlichen) Saft auch feststellen koennen.
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