Gesund leben Auch einmal Sport pro Woche hilft

Rennen, Pumpen, Schwitzen nur am Wochenende? Forscher stellen Samstag-Sonntag-Sportlern ein gutes Gesundheitszeugnis aus: Ihr Risiko, frühzeitig zu sterben, ist kleiner als bei Inaktiven.

imago/ Westend61

Unter der Woche auf dem Bürostuhl hocken und sich am Wochenende auspowern? Gute Idee, meint ein internationales Wissenschaftlerteam. Wer eine intensive Portion Sport ausschließlich auf Samstag und/oder Sonntag verlegt, ist immer noch gesünder und hat ein geringeres Risiko, frühzeitig zu sterben, als Menschen, die gar keinen Sport treiben. Das berichten die Forscher in der Fachzeitschrift "Jama Internal Medicine".

Bislang empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erwachsenen, gesunden Menschen, sich wöchentlich mindestens 150 Minuten zu bewegen. Dazu zählen neben Joggen oder Fitness auch Radfahren, Arbeit im Haushalt oder zu Fuß gehen. Alternativ solle man wöchentlich 75 Minuten lang intensiv und schweißtreibend Sport machen. Die Bewegung sollte am besten auf mehrere Intervalle in der Woche verteilt werden, rät die WHO.

Eine Vielzahl von Studien, die den Empfehlungen zugrunde liegen, hat gezeigt, dass sich so die Gefahr für chronische Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes Typ 2, Krebs und Depressionen reduzieren lässt und das Risiko für einen frühzeitigen Tod sinkt.

Aber auch eine einzelne, intensive Sportsession pro Woche schützt, wie Forscher um Gary O'Donovan vom National Center for Sport an der Loughborough University in Großbritannien jetzt berichten. Die Wissenschaftler hatten über 63.000 Männer und Frauen über 40 in einem Beobachtungszeitraum von 1994 bis 2012 mehrmals zu ihrer sportlichen Aktivität in der Freizeit befragt. Danach hatten sie die Probanden in verschiedene Gruppen eingeteilt und überprüft, in welcher Gruppe wie viele Menschen gestorben waren - insgesamt gab es rund 8800 Todesfälle.

Verglichen mit inaktiven Menschen hatten die Samstag-Sonntag-Sportler, auch Weekend Warriors (Wochenend-Kämpfer) genannt, ein 30 Prozent geringeres Risiko, in dem Beobachtungszeitraum zu sterben. Auch die Gefahr, an Krebs zu erkranken, lag um 20 Prozent niedriger. Die Forscher folgern: Ein bis zwei intensive Sportsessions könnten schon genug sein, um das Sterberisiko zu reduzieren.

Damit zufrieden geben muss man sich aber nicht. Auch die Weekend Warriors können an ihren Arbeitstagen noch einiges für ihre Gesundheit tun, ohne sich sportlich auszupowern. Bereits seit Längerem ist bekannt, dass stundenlanges Sitzen der Gesundheit schadet. Wer aber in der Mittagspause eine Runde spazieren geht oder nach der Arbeit mit dem Rad nach Hause fährt, senkt ebenfalls sein Risiko, frühzeitig zu sterben gegenüber jenen, die sich gar nicht bewegen.

hei



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