Bewegungstraining Loslegen - und durchhalten

Viele Menschen mögen Sport und Bewegung - aber es kommt immer wieder etwas dazwischen. Wenn-Dann-Pläne helfen, Hindernisse zu überwinden.


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SPIEGEL WISSEN hat ein achtwöchiges Coaching entwickelt, mit dem Sie in kleinen Schritten lernen, sich in Ihrem Alltag mit mehr Freude zu bewegen. Dies ist Teil sieben von acht. Die anderen Teile finden Sie hier.


Falls Sie von Beginn an beim Bewegungstraining dabei sind, haben Sie bereits über Ihren Bewegungstyp nachgedacht und ein paar Bewegungseinheiten gefunden, die gut zu Ihnen und Ihren Vorlieben passen. Sie haben auch erfahren, wie Bewegung Stress und Anspannung senken kann. Wahrscheinlich sind Sie also mittlerweile motivierter, sich ein wenig mehr zu bewegen und haben Freude daran.

Sehr viele Menschen haben beim Umsetzen Ihrer Bewegungs-Vorhaben aber letztlich vor allem logistische Probleme. Das heißt, sie haben zwar Lust und finden die Bewegung oder den Sport, wenn sie erst mal dabei sind, sinnvoll und schön - doch im Alltag scheint es oft so, als würden Termine, Verpflichtungen oder Müdigkeit alle Bewegungsvorhaben einfach schlucken.

Haben Sie eine Idee, wo es in Sachen Durchhalten bei Ihnen hakt? Falls Sie merken, dass bei Ihnen, wie bei vielen anderen Menschen auch, der Alltag Ihre schönen Vorhaben zunichte macht, geben wir Ihnen für diese Woche eine Art Erste-Hilfe-Übung an die Hand. Mit dieser können Sie die alltäglichen Hindernisse überwinden. Lesen Sie die Übung gut durch und versuchen Sie dann, diese auf Ihre eigenen Bewegungspläne zu übertragen.

Wenn-Dann-Pläne schmieden

Überlegen Sie erst einmal genau, was nach all den Übungen der vergangenen Wochen für Sie ein lohnendes Bewegungsziel sein könnte - und wann und wie Sie Ihre Bewegungsvorhaben umsetzen wollen. Zum Beispiel: "Dienstags abends nach der Arbeit will ich joggen" oder "Jeden morgen gleich nach dem Aufstehen will ich meine beiden Bewegungsübungen machen." Stellen Sie sich die Situation genau und bildlich vor - und bilden Sie auf dieser Basis einen Wenn-Dann-Satz. Etwa: "Wenn ich dienstags von der Arbeit nach Hause komme, dann ziehe ich sofort meine Schuhe an und jogge los" oder "Wenn ich aufgestanden bin, dann stelle ich mich noch im Schlafanzug neben mein Bett und mache fünf Minuten die beiden Übungen. Danach mache ich mir einen Kaffee."

Schreiben Sie sich Ihren persönlichen Wenn-Dann-Satz auf und probieren Sie in dieser Woche, Ihre Vorhaben zu mehr Bewegung damit umzusetzen. Sie werden sehen: Dadurch, dass Sie Ihre Vorhaben innerlich an eine Situation im Alltag gekoppelt haben, werden Sie unbewusst daran erinnert und können es eher umsetzen. Je häufiger man die Wenn-Dann-Pläne umsetzt, desto stärker wird der Automatismus. Dass diese Technik funktioniert, hat der Motivationspsychologe Peter Gollwitzer, der diese Methode entwickelt hat, in Studien für viele unterschiedliche Motivationsthemen belegt.

Zu jeder Ausgabe bietet SPIEGEL WISSEN ein praktisches, leicht im Alltag umsetzbares Online-Coaching passend zu seinem jeweiligen Heftthema an.

Jedes Coaching dauert acht Wochen. Während dieser Zeit erhalten Sie immer freitags per E-Mail eine Übungseinheit, die Ihnen helfen kann, Ihr Leben besser zu gestalten. Hier den Newsletter bestellen:

Extratipp: Reflektieren Sie am Ende dieser Woche noch einmal, ob Ihnen die Wenn-Dann-Sätze geholfen haben. Falls Sie merken, dass Ihnen diese Technik nicht hilft, könnte es sein, dass Ihre sportlichen Vorsätze letztlich an tiefsitzenden Motivationsblockaden scheitern. Diese sind oft schwer ohne Hilfe zu knacken.

Als Vehikel, mit dem Sie sich selbst in Schwung bringen können, empfehlen die Expertinnen Maja Storch und Caroline Theiss die Beschäftigung mit so genannten Motto-Zielen. Bei dieser relativ komplexen Methode lernt man, innere Bilder zu entwickeln, mit denen der Antrieb zu Sport und Bewegung leichter wird. Wenn Sie sich und für Ihre sportlichen Aktivitäten ein solches Motto-Ziel bauen wollen, dann können Sie das mit dem kostenlosen Online-Tool auf der folgenden Webseite ausprobieren.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Bewegung.

Das Team von SPIEGEL WISSEN

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insgesamt 3 Beiträge
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krautrockfreak 08.06.2018
1. Es gäbe eine super Motivation für Faule: Geld!
Wer fett ist, sich nicht bewegt, somit früher oder später krank und irgendwann mal ein Pflegefall wird, muss deutlich mehr in die Kranken- und Pflegeversicherung einzahlen. Das würde so manchen motivieren. Ich sehe um mich rum so viele Faule, die selbst ein oder zwei Stockwerke den Fahrstuhl nehmen (nur als ein Beispiel von vielen), dass man sich nicht wundern muss, wenn jeder Zweit zu fett ist. Und wenn dann die Wehwehchen kommen, dann zum Arzt rennen und Pillen schlucken. Das besten Beispiel ist die Diabetes. Früher quasi nicht vorhanden, heute schon bei Kindern verbreitet. Eine einzige Katastrophe. Fehlernährung und Mangel an Bewegung machen die Menschen kaputt. Und ich darf diesen Missstand mit finanzieren mit exorbitanten Beiträgen zur Krankenversicherung... ich könnte k....
helisara 08.06.2018
2.
Wie wäre es damit, Autofahrer bzw. besitzer zur Kasse zu bitten. Autounfälle verursachen auch Kosten, dazu noch die Luftverschmutzung die einer Asthmatikerin wie mir auch zuschaffen macht. Ich habe übrigens kein Auto, bin besser zu Fuß, als viele die geradezu einen Fitneßkult betreiben und außer Puste kommen, wenn sie fünf Minuten zu Fuß gehen müssen. Da ich keine Fahrstühle mag, nehme ich auch grundsätzlich die Treppe. Aber Sport hasse ich. Übrigens auch höhere Beiträge für Raucher bitte. Und für Sportler auch, kenne viele, die sich durch Hobbysport die Gelenke ruiniert haben. Der Sport den ich freiwillig machen würde, muß erst noch erfunden werden. Mein Körper produziert einfach keine Glückshormone.
krautrockfreak 08.06.2018
3. Was hat Autofahren jetzt mit diesem Thema zu tun?
Fakt ist, dass viele Menschen sich aus Faulheit zu wenig bewegen. Ich kenne jede Menge davon, die das (Sport) sogar noch ins Lächerliche ziehen, nur um sich selbst rechtzufertigen. Traurig und dumm ist das, und deshalb kann das nicht sein, dass diejenigen, die auf sich achten und einigermaßen gesund leben, die anderen Faulen mitfinanzieren.
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