Im Körper eines Fußballers Das Herz

Schwung um Schwung muss das Herz Blut zu den Muskeln schicken, um sie mit Sauerstoff zu versorgen. Es ist so austrainiert wie die restlichen Muskeln des Körpers - und deshalb auch deutlich vergrößert.

Fußballer besitzen im Vergleich zu anderen Ballsportarten das größte Herzvolumen. Langstreckenläufer übertreffen aber alle bei weitem.
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Fußballer besitzen im Vergleich zu anderen Ballsportarten das größte Herzvolumen. Langstreckenläufer übertreffen aber alle bei weitem.

Von und (Grafik)




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Gut zu wissen

Vergrößerte Pumpe

Wie häufig das Herz pro Minute schlägt, ist beim Menschen von Natur aus begrenzt. Man kann noch so viel Sport treiben, die maximale Herzfrequenz nimmt nicht zu. Als grobe Faustformel gilt die Zahl 220 minus das Lebensalter. Trotzdem muss das Herz eines Fußballprofis den Körper beim Kampf um das WM-Finale mit deutlich mehr Blut versorgen als das eines Normalmenschen die Beine beim wöchentlichen Joggen. Um das zu ermöglichen, wächst es.

Dies lässt sich einfach damit erklären, dass das Herz im Grunde nichts anderes ist als ein hohler Muskel. Wird der Herzmuskel ständig gefordert, verdickt er sich wie jeder andere Muskel auch, gleichzeitig wächst sein Hohlraum. Während ein 80-Kilo-Durchschnittsmann ein Herz mit einem Volumen von etwa 800 Millilitern hat, kommt der gleich schwere Fußballer auf etwa einen Liter. Stoppt der Sportler das harte Training, schrumpft der Herzmuskel wieder. Anders als lange vermutet, birgt das in der Regel keine Gefahr für den Körper.


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Im Spiel

Wanderung mit Sprints

Eine stramme Wanderung, bei der man immer wieder sprinten muss: So beschrieb der ehemalige DFB-Coach Oliver Schmidtlein die Leistung bei 90 Minuten Profifußball. Ein durchschnittlicher Spieler legt in dieser Zeit bis zu zehn Kilometer zurück, einen davon sprintet er, 2,5 Kilometer läuft er schnell und 6,5 Kilometer trabt er. Bei einem 90-minütigen Spiel kann er allerdings auch rund 30 Minuten pausieren.

Mit dem variierenden Tempo kann auch die Herzfrequenz der Spieler auf dem brasilianischen Acker stark schwanken. Im Mittel schlägt das Herz eines Fußballers während eines Spiels jedoch zwischen 165- und 175-mal pro Minute, schreibt der DFB-Arzt Wilfried Kindermann in einem Fachartikel über Gesundheit und Leistung im Profifußball. Das entspreche etwa 80 bis 90 Prozent der maximalen Herzfrequenz.


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Nach dem Spiel

Dem Stillstand nahe

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Können sich die Fußballer ausruhen, kann sich ihr Herz doppelt erholen. Liegen sie am Strand oder Pool, benötigt ihr Körper nicht mehr Blut als das eines Durchschnittsmannes. Da ihr Herz aber größer ist, muss es weniger schlagen. Der Ruhepuls kann bei einem Profi deutlich unter 50 Schlägen pro Minute liegen, bei einem durchschnittlichen Erwachsenen schlägt das Herz in dieser Zeit 60- bis 80-mal.



Hauptquellen: "Sportphysiologie" von Horst de Merées, erschienen im Sportverlag Strauß; "Sportmedizin" von Peter Markworth, erschienen bei der Nikol Verlagsgemeinschaft und "Anatomie und Physiologie" von Gerald Tortora und Bryan Derrickson, erschienen bei Wiley-VCH.




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