Stiftung Warentest 21 Rapsöle sind "gut", zwei fallen durch

Der große Anteil ungesättigter Fettsäuren macht Rapsöl besonders gesund. Aber schmeckt es auch? Stiftung Warentest hat 23 Produkte geprüft.

Rapsöl vor Rapsfeld
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Rapsöl vor Rapsfeld


Egal ob kalt gepresst oder raffiniert: Rapsöle schneiden bei der Stiftung Warentest nahezu durchgehend gut ab. 21 der 23 getesteten Produkte erhielten das Qualitätsurteil "gut", nur zwei der Öle fielen aufgrund ihres Geschmacks durch.

Rapsöl gilt aufgrund seiner Fettzusammensetzung als besonders gesund: Der Anteil der gesättigten Fettsäuren, die sich negativ auf den Fettstoffwechsel auswirken können, liegt bei nur sechs bis acht Prozent. Den größten Teil (60 Prozent) macht die einfach ungesättigte Ölsäure aus, je zehn und 22 Prozent entfallen auf Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Diese sollen den Cholesterinspiegel senken.

Für ihre Tests untersuchten die vier Prüfer 13 raffinierte und zehn kaltgepresste Öle (die Ergebnisse der Stiftung Warentest finden Sie hier). Der Unterschied: Bei der Herstellung von raffinierten Ölen werden hohe Temperaturen und chemische Lösungsmittel verwendet. Diese Öle eignen sich daher gut zum Braten, Kochen und Schmoren, sie können ohne Probleme auf Temperaturen von bis zu 200 Grad erhitzt werden. Kalt gepresste Öle entstehen hingegen, wenn die Samen ohne Zufuhr von Wärme ausgepresst werden. Diese Produkte eignen sich etwa für Salate.

Zwischen 99 Cent und 16 Euro pro Liter

Von den 13 getesteten raffinierten Ölen bewerteten die Tester alle mit "gut". Die Bestnote (1,8) erhielt "100 % reines Rapsöl" von Rapso, das 4,05 Euro pro Liter kostet. Geschmack, Geruch und Mundgefühl machten bei den Bewertungen den größten Teil aus, außerdem beurteilten die Tester die chemische Qualität des Öls, die Deklaration, die Verpackung und das Vorkommen von Schadstoffen.

Bei den zehn kaltgepressten Ölen schnitten vier mit der Testnote 1,8 ab, vier weitere waren ebenfalls "gut". Zwei Produkte bekamen allerdings das Qualitätsurteil "mangelhaft": "Bellasan Nativ Kaltgepresstes Rapsöl" von Aldi Süd und "Rapsöl kaltgepresst" von Bio Zentrale schmeckten den Testern zu modrig.

Unter den gut bewerteten Ölen ist "Ja Reines Rapsöl" von Rewe mit 99 Cent pro Liter das günstigste, "100% Bio Rapsöl zur Beikostzubereitung" von Hipp mit 16 Euro pro Liter das teuerste.

Wenn Sie eigentlich gar kein Rapsöl, sondern gutes Olivenöl brauchen, finden Sie hier die besten Tipps für den Einkauf.

hei

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insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
PatrickGerold 24.10.2018
1. Ernsthaft?
Es gibt tatsächlich Menschen, die Rapsöl als gesund bezeichnen? Diese Pflanze ist zu allererst einmal giftig für Tiere und zweitens wird es ähnlich wie Erdöl in Raffinerien bearbeitet um überhaupt irgendetwas essbares daraus zu gewinnen. Da werden so viele Chemikalien beigemischt um es verdaubar zu machen... Rapsöl wurde anfänglich überhaupt nur angebaut um Treibstoff daraus zu gewinnen. Chemiker haben dann heraus gefunden, dass man es in aufwendigen Prozessen zu Öl verarbeiten kann. An Rapsöl ist nichts natürlich!
dasfred 24.10.2018
2. Mal eine gute Nachricht
Ich nehme gerne Rapsöl zum Braten und für einige Salate. Ich bin sehr zufrieden, dass man quasi beim Einkauf nichts falsch machen kann. Mit Schauder denke ich an meine Studentenzeit, als in der Masse der WGs das billigste Aldi Pflanzenöl verwendet wurde. Dieser penetrante Gestank ist heute, dank preiswerter Raps und Sonnenblumenöle weitgehend aus den Küchen verschwunden.
subsect 24.10.2018
3. Schlecht geschlafen ?
An Nr 1. PatrickGerold. Selten so einen Blödsinn am Morgen gelesen. Mal abgesehen davon, daß man Rapsöl nicht anbaut, sondern Raps, wird dieser schon seit etlichen Jahrhunderten wegen seines hohen Ölgehalts kultiviert. In den 70er Jahren wurden durch Züchtungen Ungenießbare und Bitterstoffe entfernt. Wie schon aus dem Artikel hervorgeht, wird kaltgepresstes Rapsöl überhauptnicht raffiniert. Und was sie da von Chemikern erzählen, die herausgefunden haben, das man aus Raps auch Öl machen kann, bleibt ihr Geheimnis. Einen schönen Tag trotzdem noch
Maro2 24.10.2018
4.
Zitat von subsectAn Nr 1. PatrickGerold. Selten so einen Blödsinn am Morgen gelesen. Mal abgesehen davon, daß man Rapsöl nicht anbaut, sondern Raps, wird dieser schon seit etlichen Jahrhunderten wegen seines hohen Ölgehalts kultiviert. In den 70er Jahren wurden durch Züchtungen Ungenießbare und Bitterstoffe entfernt. Wie schon aus dem Artikel hervorgeht, wird kaltgepresstes Rapsöl überhauptnicht raffiniert. Und was sie da von Chemikern erzählen, die herausgefunden haben, das man aus Raps auch Öl machen kann, bleibt ihr Geheimnis. Einen schönen Tag trotzdem noch
Es ist doch kein Geheimnis das zu Zeiten des Biodiesel-Hypes Raps eine der meistangebauten Pflanzen zu dessen Herstellung war und auch heute noch ist. Auch war es früher wirklich so das aus Raps nur unter hohem Aufwand ein Speiseöl hergestellt werden konnte. Heute ist dies, wie weiter oben geschrieben, durch Neuzüchtungen nicht mehr so. Aber wer die Anfangszeit des Aufstieges des Raps als Ölpflanze miterlebt hat, dem ist sowas natürlich im Gedächtnis geblieben.
subsect 24.10.2018
5. @Maro2
Da haben sie nätürlich Recht, was die Nutzung des Rapsöls zur Biodieselherstellung angeht. Aber, daß aus Raps (brennbares) Öl gewonnen werden kann ist ja nun schon seit Jahrhunderten bekannt, und dafür brauchte es keine Chemiker. In älteres solide Dieselmotoren kann man meines Wissens nach sogar direkt Speiseöl aus dem Discounter einfüllen/beimischen. Den Anfang des Biodiesel Hypes habe ich auch noch mitbekommen ;) . mfg
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