Stiftung Warentest Gemüsechips sind nicht gesund

Von gesunden Lebensmitteln sind die meisten Gemüsechips laut "Stiftung Warentest" weit entfernt. Sie enthalten zu viel Fett, Zucker und Salz, zum Teil kommen noch Schadstoffe wie Acrylamid hinzu.

Gemüsechips
Andrea Warnecke/ TMN

Gemüsechips


Rote Bete, Karotte, Pastinake oder Süßkartoffel: Gemüsechips klingen oft, als wären sie gesund. Tatsächlich aber enthalten sie, genau wie klassische Kartoffelchips, enorm viele Kalorien. Von 15 getesteten Produkten bewertete Stiftung Warentest nur drei als "gut". Die anderen Produkte fielen unter anderem durch einen hohen Zucker-, Salz- oder Fettgehalt auf, rochen und schmeckten den Prüfern zufolge fettig oder hatten eine "pappige Konsistenz".

Im Test siegte das teuerste Produkt, die Seeberger Veggie Chips (4,15 Euro/100 Gramm). Ebenfalls gut sind demnach die Funny Frisch Veggie Chips (3,20 Euro/100 Gramm) sowie das Bioprodukt Vegetable Chips von Trafo (3,70 Euro/100 Gramm). Die drei Sorten seien kaum fettig, aber dennoch knusprig, heißt es in dem Testbericht.

Vier Produkte mit Schadstoffen

In drei Produkten fanden die Prüfer neben vielen Kalorien auch bedenkliche Mengen an Acrylamid (Produkte von Netto Marken-Discount, Svenska-Bio-LantChips und Tegut-Gemüse-Kesselchips). Alle Produkte bekamen deshalb die Note "mangelhaft". In Tierversuchen wirkt Acrylamid krebserregend und erbgutschädigend. Es bildet sich, wenn kohlenhydratreiche Lebensmittel geröstet, gebacken, gebraten oder frittiert werden.

Ein weiteres Produkt mit Roter Bete (von Tyrrells) war zudem stark mit Nitrat belastet, es wurde ebenfalls als "mangelhaft" eingestuft. Nitrat kann im Körper zu Nitrit und dann zu Nitrosaminen reagieren, die als krebserregend gelten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält die Aufnahme von höchstens 3,7 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag für sicher. Isst eine 60 Kilo schwere Person eine Tüte Rote-Bete-Chips des mit "mangelhaft" bewerteten Produkts, hat sie den Wert bereits um fast das Doppelte überschritten.

Als Fazit bleibt: Kalorien lassen sich mit Gemüsechips nicht einsparen. Einzig bei den Ballaststoffen übertreffen sie die herkömmlichen Kartoffelchips. Der hohe Gehalt an Salz, Fett und Zucker lässt sich dadurch aber nicht aufwiegen.

irb/dpa



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