18 Produkte im Test Wie Milch bei Stiftung Warentest abschneidet

Milchproduktion ist aufwendig und teuer, der Verbraucher mag es aber lieber billig: Wie gut ist Milch, die man für 68 Cent bekommt? Die Stiftung Warentest hat Produkte von 18 Anbietern geprüft.

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Gute Milch ist nicht teuer: Schon ab 68 Cent können Verbraucher einen Liter kaufen. Wer auf Bioqualität Wert legt, zahlt etwas mehr als einen Euro pro Liter. In einer aktuellen Stichprobe hat Stiftung Warentest 18 verschiedene Vollmilchprodukte getestet. Insgesamt 14 davon wurden mit einem "gut" bewertet. Eines war "befriedigend", drei nur "ausreichend".

Eine weitere gute Nachricht für Verbraucher: In keinem der Produkte fanden die Tester Keime, Schadstoffe oder Antibiotika-Rückstände. Auch länger haltbare frische Vollmilch ist demnach hygienisch, der Verzehr unbedenklich.

Die beste Bio-Milch kommt dem Test zufolge von Aldi Süd und kostet 1,09 Euro. Die konventionelle Variante von Aldi Süd/Nord ist ebenfalls "gut" und kostet 68 Cent, heißt es in der Zeitschrift "test" (Ausgabe 10/2017).

Guter Tierschutz, faire Preise

Ebenfalls auf den vorderen Plätzen: die Biomilch von Arla (1,39 Euro), die Frischmilch von Rewe (0,89 Cent) sowie die Biomilch von der Gläsernen Molkerei (1,19 Euro) und Dennree (1,09 Euro).

Die Bioprodukte von Arla, der Gläsernen Molkerei, Dennree und Berchtesgadener Land überzeugen doppelt: Sie schneiden auch beim Engagement für Umwelt- und Tierschutz sowie fairen Erzeugerpreisen gut ab, die die Stiftung Warentest in einem weiteren Test bewertete. Dafür befragten die Tester die Anbieter der Milch, verantwortliche Molkereien und Milchbauern.

Die Ergebnis-Palette reichte von gut bis mangelhaft: Während einige Molkereien und Landwirte ein hohes Engagement zeigten, ließ sich das nur bei sechs Unternehmen finden. 8 waren "ausreichend" oder "mangelhaft". Die Tests zeigen in dieser Hinsicht: Die Produkte von Anbietern, für die sich die Unternehmen für Tier- und Umweltschutz einsetzen, kosten 1,09 Euro und mehr.

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Dass Bio nicht zwangsläufig gut sein muss, zeigen zwei Produkte im hinteren Testfeld, die nur ein "ausreichend" bekamen: die Natur Bioland Bio Vollmilch von Andechser, bei der die Deklaration und ein leichter Kochgeschmack bemängelt werden, und die Milbona Bio Organic Vollmilch von Lidl. Diese Milch enthält den Tests zufolge mit 52 Mikrogramm je 100 Milliliter sehr viel Jod. Erwachsenen rät die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, maximal 500 Mikrogramm täglich aufzunehmen. Das Zuviel an Jod können Verbraucher nicht erkennen. Eine hohe, dauerhafte Zufuhr kann bei Menschen, die vorbelastet sind, zu Schilddrüsenproblemen führen.

Ebenfalls kritisch sehen die Warentester die Werbeversprechen mancher Produkte: Ein Anbieter wirbt mit "ausschließlicher Verwendung von traditionellen Futterpflanzen". Das erwecke den Eindruck, die Kühe würden nichts anderes fressen. Tatsächlich bekommen die Tiere aber auch viel Kraftfutter.

Auf einem anderen Etikett steht eine Kuh auf einer Wiese - auch das entspricht nicht der Realität. Die Höfe, die Milch für das Produkt liefern, halten die Tiere das ganze Jahr im Stall.

hei/dpa

insgesamt 60 Beiträge
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Seite 1
jetbundle 27.09.2017
1. Unsinnig
Die Milch der Discounter und Marken kommt doch meist von lokalen Großmolkereien und wird nur entsprechend in unterschiedliche Verpackungen abgefüllt. Man muss einfach nur mal den Erzeugercode auf der Verpackung nachschlagen. Dementsprechend hat die Lidl Milch aus Bayern bis auf die Verpackung nichts mit der Lidl Milch in Schleswig Holstein zu tun. Daher hat das Testergebnis keinerlei Aussagekraft.
DieHappy 27.09.2017
2.
Zitat von jetbundleDie Milch der Discounter und Marken kommt doch meist von lokalen Großmolkereien und wird nur entsprechend in unterschiedliche Verpackungen abgefüllt. Man muss einfach nur mal den Erzeugercode auf der Verpackung nachschlagen. Dementsprechend hat die Lidl Milch aus Bayern bis auf die Verpackung nichts mit der Lidl Milch in Schleswig Holstein zu tun. Daher hat das Testergebnis keinerlei Aussagekraft.
Glauben sie denn, dieser Sachverhalt der eindeutigen Erzeugercodes wäre der SW unbekannt? Als ob die da fünfmal die selbe Milch getestet hätten.
RedEric 27.09.2017
3. naja...
Zitat von DieHappyGlauben sie denn, dieser Sachverhalt der eindeutigen Erzeugercodes wäre der SW unbekannt? Als ob die da fünfmal die selbe Milch getestet hätten.
es wurden Bewertungen für Milch Marken abgegeben und nicht für Milch Produzenten. Aldi Süd hat angeblich die beste Bio Milch, aber man hätte diese von allen zuliefernden Molkereien testen müssen. Was mich interessieren würde, wurde Biohaltung in die Milchqualität mit eingerechnet? Also hat eine konventionelle Milch automatisch eine schlechtere Bewertung weil kein Bio Siegel drauf pappt?
Plasmabruzzler 27.09.2017
4. @#1 und #2
Der Erzeugercode sagt noch lange nichts über den tatsächlichen Inhalt aus. Nur weil die Discounter-Milch denselben Code wie eine Premium-Milch hat, ist es zwangsläufig nicht dieselbe Milch.
trueblue 27.09.2017
5. Wozu der Aufwand?
Ob billig oder teuer, bio oder konventionell, Kuhmilch ist für den Menschen in jedem Fall gesundheitsschädlich, von den Qualen für die Tiere und den negativen Auswirkungen auf die Umwelt ganz zu schweigen. Dabei gibt es auch geschmacklich überlegene pflanzliche Alternativen, die auf Betreiben der Milchlobby nur nicht Milch genannt werden dürfen.
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