Stiftung Warentest Viele alkoholfreie Biere sind gut

Die Stiftung Warentest hat alkoholfreie Biere probiert und zieht ein überwiegend positives Fazit. Allerdings bemängelt sie, dass sich Spuren des Herbizids Glyphosat in den Getränken finden.

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Pils, Helles, Craft-Bier: Die Auswahl an alkoholfreien Bieren ist mittlerweile groß. Die Geschmacksrichtungen reichen von malzig, hopfig, karamellig bis hin zu fruchtig. Die Stiftung Warentest hat 20 alkoholfreie Biere untersucht. Neben dem Geschmack wurden unter anderem auch der Schaum, die Menge enthaltener kritischer Stoffe, die Eignung als Durstlöscher und die Verpackung bewertet. 9 erhielten die Note "gut", 10 waren "befriedigend". Lediglich ein alkoholfreies Bier bekam die Note "ausreichend" - es schmeckte leicht muffig und gealtert und enthielt hohe Glyphosatwerte.

An erster Stelle bei Warentest steht die Sorte Alkoholfrei Pilsener von Warsteiner (2,1), gefolgt von Clausthaler mit den Sorten Extra Herb sowie Original und Krombacher mit der Sorte Alkoholfreies Pilsener (alle 2,2). Dahinter kommen Naturtrüb's Alkoholfrei von Mönchshof (2,3) sowie das Beck's Blue (2,4). Mit der Note 2,5 schnitten folgende Sorten ab: Bitburger 0.0 Pils, Krombacher 0,0 Prozent Pils sowie Neumarkter Lammsbräu Alkoholfrei.

Durstlöscher: Die meisten alkoholfreien Biere eignen sich laut dem Bericht von Stiftung Warentest als Durstlöscher. Sie liefern im Schnitt fast 40 Prozent weniger Energie als Biere mit Alkohol, also etwa 240 Kilokalorien pro Liter. Das entspricht etwa einer Apfelschorle. Zwischen den einzelnen Marken existieren aber große Unterschiede - es lohnt sich also, auf die Angaben zu achten.

Null Prozent? Einige alkoholfreie Biere enthalten Restalkohol von 0,5 Prozent - so viel ist erlaubt und zum Teil auch in Trauben- oder anderen Fruchtsäften enthalten. Alle getesteten Biere liegen unter diesem Höchstwert.

Nicht optimal für Leistungssportler: Bei intensivem Ausdauersport wie einem Marathon sei keines der getesteten Biere ideal, warnt die Stiftung Warentest. Die Getränke enthielten zu viel Kalium, was die Leistungsfähigkeit senke. Bei einer gemütlichen Radtour seien die Biere aber gut geeignet.

Kritische Stoffe - Nitrat: Im Vergleich zu herkömmlichen Bieren enthielten einige Craft-Biere ein Vielfaches an Nitrat. Der Grund: Nach der Gärung kommt ein zweites Mal Hopfen ins Bier. Dieser kann durch Stickstoffdünger Nitrat einlagern. Im Körper umgewandelt können sich daraus Nitrosamine bilden, die nach Tierversuchen im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. Nach Angaben der Stiftung besteht aber keine Gesundheitsgefahr.

Kritische Stoffe - Glyphosat: Vielfach stießen die Tester auf Glyphosat. Nur in zwei Bio-Bieren fanden sie es nicht. In zwei Bieren aus norddeutschen Brauereien waren die Gehalte deutlich höher, bemängelt die Stiftung. Bei einem lag die Konzentration bei 28 Mikrogramm pro Kilogramm (µg/kg), beim zweiten bei 19 µg/kg. Aus Sicht der Warentester sollten Brauer darauf verzichten. Ob eine krebserregende Gefahr von dem Pflanzenschutzmittel ausgeht, bewerteten verschiedene Institutionen unterschiedlich, betont Warentest.

Im vergangenen Jahr beschäftigte sich das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mit Glyphosatrückständen in Bier - in diesem Fall nicht in alkoholfreier Variante. Diese seien aus "wissenschaftlicher Sicht plausibel und grundsätzlich erwartbar, da Glyphosat ein zugelassener Pflanzenschutzmittelwirkstoff für Getreide ist".

Bei einer Messung im Vorjahr waren als Höchstwert 30 Mikrogramm Glyphosat pro Liter ermittelt worden. Um gesundheitlich bedenkliche Mengen von Glyphosat aufzunehmen, müsste ein Erwachsener, der 60 Kilogramm wiegt, an einem Tag rund tausend Liter Bier trinken, rechnete das Institut auf Basis des ermittelten Höchstwertes aus.

Und teilte mit: "Glyphosatgehalte von 30 Mikrogramm pro Liter Bier (...) stellen nach dem derzeitigen Stand des Wissens kein gesundheitliches Risiko dar."

Im Video: Die Bier-Revolution - Das Geheimnis des Gerstensafts

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Anmerkung der Redaktion: Nachdem Stiftung Warentest die gefundenen Mengen Glyphosat nachgeliefert hat, haben wir den Text aktualisiert. Außerdem haben wir die mit "gut" bewerteten Biersorten ergänzt.

wbr/dpa



insgesamt 32 Beiträge
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Seite 1
hausi_gdr 23.05.2018
1. Finde ich trotzdem schlecht...
Das RoundUP und Co drin enthalten sind. Was haben sich die Leute wegen Blei bei der Jagd aufgeregt. Das Glyphosatgelumpe hält scheinbar jedem Protest stand. Wohl der Brauerei die es schafft sein Bier nachweislich ohne Glyphosat zu liefern.
fisschfreund 23.05.2018
2.
diese bleifreien biere haben alle einen großen nachteil: sie schmecken zum ko***
biobayer 23.05.2018
3. Werbung ist Werbung
Der Artikel enthält keine Information, sondern im Wesentlichen nur einen Link zu kostenpflichtiger Information. Werbung sollte auch als Werbung deklariert werden. Die Stiftung Warentest dürfte Spon diese Dienstleistung angemessen honoriert haben.
Le Commissaire 23.05.2018
4. Information?
Welche Biere sind denn nun gut und welche schlecht? Das "viele" Biere gut sind, wie es schon in der Überschrift heißt, hat für mich als Leser doch überhaupt keinen praktischen Informationswert. Das ist so, als würde SPON vermelden, laut einer Umfrage hätten "viele" Parteien an Zustimmung verloren, ohne ein einzige dieser Parteien zu nennen.
brooklyner 23.05.2018
5.
Zitat von biobayerDer Artikel enthält keine Information, sondern im Wesentlichen nur einen Link zu kostenpflichtiger Information. Werbung sollte auch als Werbung deklariert werden. Die Stiftung Warentest dürfte Spon diese Dienstleistung angemessen honoriert haben.
Ja und, Herr Hedonist? Ausser mit ein paar Daten und etwas Clickkompensation haben wir beide auch schliesslich nichts für den Artikel bezahlt.
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