Stiftung Warentest Viele Sport-BHs stützen nicht richtig

Sport-BHs haben vor allem eine Aufgabe: Sie sollen die Brust stabilisieren, ohne sie einzuschnüren - und damit vor Verspannungen schützen. In der Realität gelingt das fast nie, kritisiert die Stiftung Warentest.

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Sport-BHs müssen besonders gut stützen - das tun aber längst nicht alle. Zu diesem Schluss kommt Stiftung Warentest in einer Stichprobe. Nur zwei der zwölf getesteten Produkte erzielten beim Prüfpunkt "Tragen beim Sport" ein gutes Ergebnis - und das, obwohl Sportwissenschaftler und Bekleidungsingenieure für die Testerinnen jeweils die bestmögliche Größe ausgewählt hatten.

Anhand von Videoaufzeichnungen von sechs Hobbysportlerinnen analysierten die Prüfer die Bewegungen der Brust bei sportlichen Aktivitäten. Bei den Versuchen minimierten nur die Modelle Brooks Juni sowie der Shock Absorber Ultimate Run Bra die Bewegungen der Brust deutlich. "Die restlichen zehn Sport-BHs schwächeln, vor allem der günstigste unter ihnen: der von Bonprix", heißt es in dem Testbericht. Beide Siegermodelle hatten einen Ringerrücken - das heißt, dass die Träger auf dem Rücken zusammenlaufen und nicht von der Schulter rutschen können.

Bewegt sich die Brust beim Sport zu stark, ist das nicht nur unangenehm, sondern kann auch zu Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich führen. Zudem könne das Brustgewebe leiden, heißt es in dem Bericht. Alle getesteten BHs waren Modelle mit der höchsten Stützfunktion, die auf Sportarten wie Joggen, Reiten, Fußball oder Volleyball ausgelegt ist.

Wie findet man den richtigen BH?

Der Test bestätigte, was auch für Alltags-BHs gilt: Selbst eine gute Stütze greift nur, wenn sie genau passt. Das richtige Modell zu finden, ist oft die größte Herausforderung. Denn jede Brust, jede Schulterpartie und jeder Rücken ist anders. Hinzu kommt, dass selbst innerhalb einer Marke zwei verschiedene Produkte mit gleicher Größenangabe unterschiedlich ausfallen können.

Folglich sei nicht jeder Sport-BH für jede Frau gleich gut geeignet, schreiben die Tester. Sie raten dazu, immer BHs verschiedener Anbieter anzuprobieren und sich im Geschäft beraten zu lassen. Dabei gelten folgende Grundregeln:

  • Der Cup sollte die Brust beim Anprobieren komplett umschließen.
  • Es sollte nichts herausquellen und das Unterbrustband sollte nicht einschnüren oder hochrutschen.
  • Auch die Träger sollten nicht einschneiden, sondern so weit sein, dass sich am Schlüsselbein noch zwei Finger drunterschieben lassen.

Nach jedem Tragen waschen - aber ohne Weichspüler

Insgesamt schafften vier der zwölf getesteten Modelle die Note "gut", sieben die Note "befriedigend", und einmal wurde ein "ausreichend" vergeben. Zu den Testsiegern gehören: Juno von Brooks, Ultimate Run Bra von Shock Absorber, Air Control Delta Pad von Anita sowie der High Support Padded Sport-BH von Odlo.

Die Produkte wurden auch einem Waschtest unterzogen. Einige Sport-BHs schwächelten in den 30 Waschversuchen. Sie liefen etwas ein oder verfärbten sich, schreibt die Zeitschrift "test" (Ausgabe 7/2018). Da Schweiß und Hautfett das elastische Material eines Sport-BHs angreifen, raten die Warentester aber dazu, die stützenden Kleidungsstücke nach jedem Tragen zu waschen.

Allerdings sollte die Wäsche immer ohne Weichspüler erfolgen - er beeinträchtigt die Atmungsaktivität von Sport-BHs. Außerdem sollten Sport-BHs an der Luft trocknen und nicht in den Wäschetrockner wandern.

irb/dpa



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