Statistik zum Übergewicht Deutschland verfettet - aber raucht weniger

Die Deutschen werden immer dicker. Das belegen neueste Zahlen des Statistischen Bundesamts. Dafür verzichten immer mehr auf Zigarettenkonsum - vor allem ehemals starke Raucher.

Zu viele Pfunde: Vor allem Männer sind übergewichtig
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Zu viele Pfunde: Vor allem Männer sind übergewichtig


Wiesbaden - Zu viel Zucker, zu viele Kalorien, zu wenig Bewegung: Die Deutschen werden immer dicker. Die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts bestätigen diesen Trend: 52 Prozent der Erwachsenen waren 2013 übergewichtig. Vier Jahre zuvor waren es 51 Prozent und acht Jahre zuvor noch etwas weniger als 50 Prozent, teilten die Statistiker mit. Männer sind dabei stärker von Übergewicht betroffen als Frauen. Im Jahr 2013 waren 62 Prozent der Männer und 43 Prozent der Frauen zu dick.

Als übergewichtig gilt, wer einen Body-Mass-Index (BMI) über 25 hat, Fettleibigkeit beginnt bei einem BMI über 30. Danach gilt ein 1,80 Meter großer Mann ab 81 Kilogramm als übergewichtig und ab 97 Kilogramm als stark übergewichtig. Mit steigendem Gewicht erhöhen sich die Risiken für Krankheiten wie Diabetes, Krebs und Herz-Kreislauf-Leiden. Allerdings hat der BMI als Maß für Unter-, Normal- und Übergewicht auch Nachteile, weil er nichts über die Verteilung des Körperfetts aussagt, welche aber Krankheitsrisiken entscheidend beeinflussen kann.

Die Auswertung des Statistischen Bundesamts enthielt auch Fragen zum Nikotinkonsum: Ehemalige Raucher und Raucherinnen waren deutlich häufiger übergewichtig als aktive: Bei den ehemals rauchenden Männern hatten 73 Prozent einen BMI von mehr als 25, der Anteil bei aktiven Nikotin-Konsumenten betrug 57 Prozent. Ehemalige Raucherinnen waren zu 47 Prozent übergewichtig, aktive Raucherinnen zu 37 Prozent.

Weniger starke Raucher

Der Nichtraucheranteil ist im Vergleich zu 2009 vor allem in den jüngeren Altersgruppen gestiegen. Bei den 15- bis 19-jährigen Männern lag er 2013 mit 84 Prozent um vier Prozentpunkte höher als noch 2009, der Anteil der nicht rauchenden Frauen 2013 betrug 89 Prozent. In der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen konsumierten im Jahr 2013 knapp zwei Drittel der Männer kein Nikotin, bei den Frauen waren es drei von vier. Auch die Zahl der sehr starken Raucher ist zurückgegangen. Der Anteil von Menschen, die regelmäßig mehr als 20 Zigaretten täglich rauchen, fiel im Vergleich zu 1999 um ein Drittel auf zwölf Prozent aller Zigarettenraucher.

Zahlreiche weitere Untersuchungen zum Thema Übergewicht waren bereits zu ähnlichen Ergebnissen gekommen, wie das Statistische Bundesamt sie jetzt präsentiert. Forscher berichteten kürzlich erst im Fachblatt "The Lancet" von 64 Prozent übergewichtigen deutschen Männern und 49 Prozent Frauen. Laut dem Bericht ist auch der Anteil der Übergewichtigen weltweit deutlich gestiegen.

Wissenschaftler vom Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels prognostizieren einen Anstieg der Zahl der Fettleibigen hierzulande bis 2030 um 80 Prozent. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hatte deshalb die Einführung einer höheren Steuer für ungesunde Lebensmittel als Maßnahme im Kampf gegen die Epidemie von Volkskrankheiten gefordert.

joe/dpa

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insgesamt 148 Beiträge
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vertige 05.11.2014
1. logisch
wenn man nicht mehr raucht, nimmt man halt zu ...
fraumarek 05.11.2014
2. Zu dem Thema gibt's nur eins zu sagen:
Weniger essen, mehr bewegen. That's it ! Alles andere ist das Suchen nach Ausreden und Begründungen für Nichtstun.
Pfaffenwinkel 05.11.2014
3. Zum Totlachen
Wer das Rauchen aufgibt, futtert mehr. Gesünder lebt er also unterm Strich nicht.
Überfünfzig 05.11.2014
4. Aufgrund....
...dieser statistischen Feststellung können sich jetzt ja alle Gesundheitspolitiker und Pressuregroups mit Profilneurosen auf den Weg machen und die nächsten Verbotsgesetze auf den Weg bringen. Irgendwo in den Staaten gibt es ja schon die ersten Verbote für Softdrinks etc. Aber genau so einen Nannystaat wollen ja viele in diesem Land, dann braucht man das Gehirn nicht mehr einzuschalten.
max-kraus 05.11.2014
5. jaja
Hauptsache man bekämpft die Raucher. Dann fressen die Menschen halt mehr. jeder Mensch sollte frei entscheiden wie er sich kaputt macht
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