Sussex Gaswolke zieht über britische Küste - 150 Verletzte

Großbritannien rätselt über eine mysteriöse Gaswolke: Der Nebel soll sich vom Meer genähert haben, anschließend zog er 30 Kilometer die Küste entlang. Mehr als hundert Menschen kamen ins Krankenhaus.

REUTERS/ Louisa Neale

Eine mysteriöse Gaswolke hat an der britischen Kanalküste bei Hunderten Menschen brennende Augen und gereizte Atemwege verursacht. Etwa 150 Menschen wurden am Sonntagabend in einem Krankenhaus in der Küstenstadt Eastbourne behandelt, nachdem sie am Strand mit dem Gas in Kontakt gekommen waren.

Das teilte die Polizei in der südenglischen Grafschaft East Sussex am Montag mit. Sie ging davon aus, dass noch Hunderte weitere Menschen betroffen waren. Die gesundheitlichen Auswirkungen seien jedoch hauptsächlich geringfügig. Alle Betroffenen konnten nach einer Behandlung das Krankenhaus wieder verlassen.

Die ersten Berichte über einen Nebel, der sich vom Meer aus der Küste näherte, stammten aus dem kleinen Dorf Birling Gap und gingen um fünf Uhr nachmittags ein. Anschließend bewegte sich die Wolke an der Küste entlang Richtung Osten, wo sie schließlich das knapp 30 Kilometer entfernte Bexhill erreichte. Dort löste sie sich nach rund drei Stunden auf.

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Großbritanniens Südküste: Rätselhafter Nebel

Die Polizei wies die Bürger am Sonntagabend an, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Am Montagmorgen wurden die Warnungen jedoch wieder aufgehoben.

Woher kommt die Wolke?

Noch rätseln Experten verschiedener Behörden darüber, aus welchem Gas die Wolke bestand. Dem East Sussex Fire and Rescue Service zufolge ist es sehr unwahrscheinlich, dass es sich um Chlorgas handelt, das in den sozialen Medien als Auslöser diskutiert wurde. Die gesundheitlichen Auswirkungen des Gases seien zwar unangenehm, aber nicht schwerwiegend, so die Begründung.

Auch der Ursprung der Gaswolke blieb noch unklar. Angenommen wird, dass sie vom Meer her kam. Bei ähnlichen Zwischenfällen in der Vergangenheit habe sich eine Fabrik in Frankreich als Verursacher herausgestellt, sagte ein Polizeisprecher der BBC. Im aktuellen Fall sei jedoch ein französischer Ursprung aufgrund des Wetters sehr unwahrscheinlich, heißt es in einer anderen Polizeimitteilung.

Die Behörden gehen davon aus, dass es sich um einen einmaligen Vorfall handelte, mit einem erneuten Auftreten werde nicht gerechnet. Am Montag, einem Feiertag in Großbritannien, wurden die Strände wieder geöffnet. Jeder, der Irritationen an den Augen bemerkt, sollte diese jedoch weiterhin ausspülen und andere Körperregionen bei Beschwerden gründlich mit Seife und Wasser waschen, rät die Polizei. Wer sich dann noch immer krank fühlt, sollte demnach ein lokales Krankenhaus aufsuchen oder den Notruf wählen.

irb/dpa

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