Saalfeld - Seit Dienstag kämpfen deutschlandweit mehr als tausend Kinder und Jugendliche mit Magen-Darm-Problemen. Offenbar sind sie durch verunreinigtes Essen erkrankt. Auslöser ist wohl ein Großanbieter für Kita- und Schulessen aus Thüringen, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd sagte. An den Magen- und Darmproblemen litten allein in Sachsen 630 Kinder, Jugendliche und Pädagogen, in Thüringen etwa 500, sagten Sprecher der Gesundheitsministerien. Krankheitsfälle seien bisher in mehreren Bundesländern vor allem in Ostdeutschland aufgetreten.
Betroffen seien Kindertagesstätten, Kindergärten und Schulen in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg, sagte der Sprecher des Thüringer Gesundheitsministeriums weiter. Den Angaben des sächsischen Gesundheitsministeriums zufolge ist mit einer bundesweiten Ausbreitung zu rechnen. In Chemnitz seien inzwischen vorsorglich zwei Gymnasien geschlossen worden, in denen sich Krankheitsfälle häuften. Nun werde geprüft, wohin das Essen geliefert wurde.
Drei Betroffene mussten ins Krankenhaus
Die bisher gemeldeten Erkrankungen seien weitgehend glimpflich verlaufen, hieß es vom Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt in Thüringen. Allerdings hätten drei Betroffene im Krankenhaus behandelt werden müssen. Bisher sei nicht klar, ob es sich um eine Verunreinigung durch Viren oder Bakterien handelt, sagte der Sprecher des Thüringer Gesundheitsministeriums.
Laut dem Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt standen am Dienstag, als das womöglich kontaminierte Essen ausgeliefert wurde, drei bis vier Menüs auf dem Speiseplan. Welches davon die Erkrankungen verursacht habe, sei noch unklar. Es handele sich offenbar um eine einmalige Verunreinigung. Der Betrieb sei daher nicht geschlossen worden.
Das Veterinäramt habe allerdings bereits eine zusätzliche Reinigung und Desinfektion der Produktionsstätte angeordnet, hieß es weiter. Zudem seien amtliche Lebensmittelproben der Menüs sowie Proben aus dem Unternehmen dem Thüringer Landesamt für Lebensmittelüberwachung und Verbraucherschutz in Bad Langensalza zur Untersuchung übergeben worden. Diese werden nun auf mögliche Krankheitserreger untersucht. Ab Freitag sei mit ersten Ergebnissen zu rechnen.
cib/dapd
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