Tipps für gesundes Essen: Wie man Kindern Gemüse schmackhaft macht

Gummibärchen und Schokolade ja, Salat und Rosenkohl auf keinen Fall! Viele Eltern verzweifeln beim Essen mit ihren Sprösslingen. Doch wie bringt man Kinder dazu, auch mal zum gesunden Gemüse zu greifen? Wer versteht, warum sich die Kleinen oft wehren, kommt mit einfachen Tricks leichter ans Ziel.

Gesundes Gemüse: So essen Kinder es gern Fotos
Corbis

Salat? Bäh! Spargel? Igitt! Pilze? Ekelhaft! Viele Eltern kennen den Frust beim Essen mit ihren Kindern bestens. So gern würde man dem Nachwuchs erklären, wie gesund Salat ist und wie lecker Rosenkohl sein kann. Doch die Chancen, dass die Kinder das auch glauben, sind meistens gering. Stattdessen wird gestampft, getrotzt, der Teller vom Tisch geschoben, der Mund vehement zugepresst.

Besonders Eltern, die auf gesunde Ernährung wert legen, leiden unter dem täglichem Kampf, ihren Kindern wenigstens ein paar Vitamine unterzujubeln anstatt immer nur Nudeln ohne alles oder Kartoffelbrei mit Fischstäbchen. Sie stehen vor der Frage: Wie bringe ich mein Kind nur dazu, doch mal etwas Gesundes oder Neues zu probieren? Eine Frage, mit der sich auch Ernährungsexperten und Psychologen immer wieder auseinandersetzen.

Die Antworten sind vielfältig - und vermutlich wird keine von ihnen alleine der Weisheit letzter Schluss sein. Dafür sind Kinder ebenso wie Geschmäcker viel zu verschieden. Doch eine kleine Auswahl an Tipps kann dennoch hin und wieder dabei helfen.

Spielerisches Essen

Denken Sie sich lustige Namen für das Essen aus: Legen Sie doch mal Röntgenblick-Karotten oder Piraten-Spinat auf den Teller. Erzählen Sie eine kurze Geschichte dazu und dekorieren Sie den Tisch etwas ausgefallener und bunter. Mit Hilfe von Ausstechformen für Plätzchen kann man beispielsweise Paprika-Scheiben eine lustige Form verpassen.

Forscher haben beobachtet, dass insbesondere jüngere Kinder Nahrungsmittel öfter ausprobieren, wenn sie damit auch spielen dürfen. Ablutschen, in die Hand nehmen, vielleicht sogar ausnahmsweise mal damit werfen: Das steigert die Lust der Kinder, Ungewohntes auszuprobieren.

Mit gutem Beispiel vorangehen

Experten haben bei Studien festgestellt: Kinder probieren doppelt so häufig etwas Neues, wenn die Eltern oder der Erwachsene als erster davon essen. Denn Kinder lernen durch Nachahmung - auch beim Essen. So kommt es, dass ein Kleinkind, das seinen Brei vor sich hat, plötzlich auch "richtiges Essen" wie die Erwachsenen am Tisch haben will. Oder der Nachwuchs kommt aus dem Kindergarten und verlangt auf einmal nach einem neuen Gericht. Dann hat es sich von einem anderen Kind anstecken lassen, was besonders gut funktioniert.

Ebenso kann es helfen, Freunde ihrer Sprösslinge zum Essen einzuladen. Denn Kinder tauschen ihre Vorbilder immer wieder selbst aus. Mal sind es die Eltern, mal die gleichaltrigen Freunde oder die Geschwister, bei denen man sich Vorlieben für bestimmtes Essen abschauen kann. Wichtig ist: Nur wenn Sie selber Gesundes essen, werden Sie ihr Kind dazu bringen, auch mal zum Salat zu greifen. Sie können von ihrem Nachwuchs nicht verlangen, auf Süßes zu verzichten, wenn Sie selbst eine Naschkatze sind.

Kein Zwang, Verbote meiden

"Iss deinen Teller leer!" Wer das seinen Kindern befiehlt, hat schlechte Karten. Denn von meckernden oder nörgelnden Eltern lassen sich Kinder nicht überreden. Zu viel Druck bei der Essenserziehung wirkt kontraproduktiv, meistens löst man damit nur eine Trotzreaktion aus.

Auch auf Verbote sollte man eher verzichten - auch wir Erwachsenen kennen die Lust am Verbotenen nur allzugut. Fast Food hin und wieder zu erlauben ist okay, ebenso wie der Griff zum Süßigkeitenregal. Man sollte den Kindern aber klarmachen, dass solche Sachen etwas Besonderes sind. Klare Regeln sind deshalb für Kinder wichtig. Sie sollten festlegen, wann und wie oft genascht werden darf oder ein Besuch im Fast-Food-Restaurant in Ordnung ist. Am besten beteiligen Sie die Kinder beim Erstellen der Regeln. Natürlich sollten Sie sich selbst daran halten.

Geduld

Sie haben es bei ihrem Sprössling schon mit Erbsen probiert, aber eine Abfuhr bekommen? Dann probieren Sie es am nächsten Tag wieder. Motivieren Sie ihr Kind, doch wenigstens mal einen kleinen Happen davon zu probieren. Und tags darauf wieder. Und wieder. Oft klappt es schließlich doch. Auch wenn das Kind zunächst nur wenig davon isst.

Knabbern zwischendurch - aber gesund

Am einfachsten jubelt man Kindern Vitamine unter, wenn man Obst und Gemüse als Snacks für Zwischendurch anbietet. Grundsätzlich mögen Kinder lieber Rohkost als gekochtes Gemüse. Und meistens auch lieber die Lebensmittel mit eher süßlichem Geschmack, also Paprika und Banane, Apfel oder Karotten und Gurken.

Die natürliche Geschmacksentwicklung nutzen

Forscher haben zeigen können, dass sich der Geschmackssinn teilweise bereits während der Schwangerschaft und in der Stillzeit ausbildet, da bestimmte Geschmacksstoffe in das Fruchtwasser und die Muttermilch übergehen. So bevorzugen beispielsweise Babys, deren Mütter während der Schwangerschaft und beim Stillen regelmäßig Karottensaft tranken, später diese Geschmacksrichtung beim Zufüttern.

Im Kleinkindalter haben die Kinder noch keinerlei Berührungsängste und probieren alles, was ihnen vor die Nase kommt, fassen es an, riechen daran. Ab dem 18. Monat aber etwa entwickelt sich die sogenannte Neophobie - ein evolutionäres Programm, das in der frühen Menschheitsgeschichte Kleinkinder davor schützen sollte, einfach alles auszuprobieren und dabei etwa eine giftige Beere zu erwischen. Diese angeborene Skepsis und insbesondere Aversion gegen Bitterstoffe ist im späten Kleinkindalter und in der Kindergartenphase am stärksten ausgeprägt. Deshalb sollte man Säuglinge möglichst alles probieren lassen, was gesund und gut verdaulich ist. So gewöhnen sie sich schon früh an neue Geschmacksrichtungen bevor die Neophobie einsetzt.

cib

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1.
franko_potente 07.01.2013
Zitat von sysopGummibärchen und Schokolade ja, Salat und Rosenkohl auf keinen Fall! Viele Eltern verzweifeln beim Essen mit ihren Sprösslingen. Doch wie bringt man Kinder dazu, auch mal zum gesunden Gemüse zu greifen? Wer versteht, warum sich die Kleinen oft wehren, kommt mit einfachen Tricks leichter ans Ziel. Tipps für gesundes Essen: Wie man Kindern Gemüse schmackhaft macht - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/tipps-fuer-gesundes-essen-wie-man-kindern-gemuese-schmackhaft-macht-a-876116.html)
Kindergaumen essen instinktiv das, was ihr Körper braucht und ehne das ab, was nciht gebraucht wird. Dafür wird anderes mehr konsumiert. Wenn meine Mutter mir jeden Tag Rosenkohl angeboten hääte zum Probieren, ich wäre ausgerastet. Ich esse ihn bis huete nicht.
2.
agua 07.01.2013
Ich habe nie Glaeschen gefuettert,sondern immer etwas von dem,was ich fuer die Erwachsenen gekocht habe,in einem kleinen Topf mit weniger Gewuerzen extra gekocht.Am Anfang durch den Mixer und spaeter nur noch zerkleinert.Die Neugierde etwas neues zu probieren hat nie gefehlt.Und manches wird eben einfach nicht gemocht,was sich vielleicht aendert,vielleicht aber auch nie.Ich persoenlich mochte schon als Kind zwar Moehren roh,aber nicht gekocht.Das ist bis heute so.Mit Essen Spielen und Werfen,dass war schon einmal,als mein Sohn klein war,modern.Ich bin davon kein Befuerworter.
3. verzweifelte Eltern
fritzi_60 07.01.2013
welches Kind mag Gemüse? wenige. Aber was soll an Nudeln und Kartoffelpüree`,sofern er selbst gemacht ist und kein Fertigprodukt ist schädlich sein? Teller leer essen war mal das gehört sechzig und mehr Jahre zurück. Das große Problem ist doch, dass heute kaum eine Frau mehr kochen kann, sie muß doch Karriere machen. Zum kochen keine Zeit, keine Lust und vor allem keine Ahnung. Aber nach Hipp kommt Mac und Burger und mit der Zeit ein fetter Arsch.
4. Sehr gute Tipps...- nur ...
002614 07.01.2013
... wird es wenige Eltern geben, die sich so viel Mühe bei den Mahlzeiten machen können, weil sie Vollzeit arbeiten. Und ganz besonders die Mütter, die in einem DAX-Unternehmen ganz nach oben kommen wollen, werden kaum in der Lage sein, diese Essens-Spielchen mit ihren Kindern zu machen. - Ach ja, die haben ja keine ...
5. Affentheater
wip 07.01.2013
/Zitat Denken Sie sich lustige Namen für das Essen aus: Legen Sie doch mal Röntgenblick-Karotten oder Piraten-Spinat auf den Teller. Erzählen Sie eine kurze Geschichte dazu und dekorieren Sie den Tisch etwas ausgefallener und bunter. Mit Hilfe von Ausstechformen für Plätzchen kann man beispielsweise Paprika-Scheiben eine lustige Form verpassen. ZItat/ Wer mit so einem Affentheater, das Kind zu hintergehen und 'reinzulegen' vesucht, wird in kürzester Zeit nur noch damit beschäftigt sein, sich 'lustige' Strategien auszudenken, um sein Kind zu dem oder jenem 'rumzukriegen'. Ein Vater dessen Kind grundsätzlich kein Gemüse as, beschrieb einmal im Internet eine ganz andere 'Strategie": Warum, so überlegte er, das Kind nicht selbst entscheiden lassen, was es essen will? Gedacht, getan. Zwei Wochen lang überging die Tochter standhaft alles, was an Gemüse auf dem Tisch kam. Die Eltern ihrerseits übergingen dies ebenfalls, äußerten höchstens gelegentlich ein "Magst Du das nicht? Nein? Ok, dann brauchst Du es nicht zu essen". Das KInd aß nur, was ese selbst auswählte, Würstchen, Kartoffeln ... Und eines Tages geschah, was den Eltern wie ein Wunder vorkam: Sie nahm einfach so ein Stück Brokkoli in die Hand:"Ist das Gemüse?" "Ja". "Das will ich jetzt mal probieren." Sprach's, aß es auf, und anschließend noch drei weitere Stückchen -- das erste Gemüse seit Monaten! Die schwachsinnige Erziehungsparole "Kinder brauchen Grenzen" führt zu einer systematischen Missachtung des kindlichen Eigenwillens. Dies wiederum provoziert kindlichen Widerstand. Denn niemand lässt sich ohne Widerstand willenlos einfach nur von außen steuern. Folge: Das Kind entdeckt 'Schlachtfeld um Schlachtfeld', auf dem es versucht, sich zu behaupten. Wenn man nicht aufpasst, wird die Familie Stück für Stück zum Kampfplatz. Der entscheidende Schritt zur Lösung war und ist immer der Respekt des kindlichen Eigenwillens, d. h. der Respekt vor dem Kind las ernst zu nehmendem Partner und als verantwortungsfähige und verantwortungsbereite Person.
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