Trainieren ohne Zwang Welcher Bewegungstyp sind Sie?

Nicht jeder liebt körperliche Höchstleistungen. Den eigenen Bewegungstyp zu ermitteln, hilft dabei, sich passende und motivierende Ziele zu setzen.


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SPIEGEL WISSEN hat ein achtwöchiges Coaching entwickelt, mit dem Sie in kleinen Schritten lernen, sich in Ihrem Alltag mit mehr Freude zu bewegen. Dies ist Teil zwei von acht. Teil eins finden Sie hier.


Wenn man sich zur Bewegung oder zum Sport zwingt, ohne Spaß daran zu haben, geht das meistens nicht lange gut. Viel zweckmäßiger und nachhaltiger ist es, Bewegungen oder Aktivitäten in den Alltag einzubauen, die zu einem passen und die einem Freude bereiten. In dieser Woche geht es deshalb um die Frage, welche Bewegungen einem Spaß machen und welche Art von sportlicher Aktivität bisher für einen "gut war".

Die Übung in diese Woche ist zweigeteilt. Im ersten Teil geht es darum, dass Sie sich auf eine Spurensuche begeben und für sich festlegen, welcher Bewegungstyp Sie sind. Der zweite Schritt sieht vor, dass Sie ein oder zwei kleine Bewegungseinheiten, die zu Ihnen passen und Ihnen Spaß machen, auch wirklich umzusetzen.

Wozu die Mühe? Laut den Expertinnen Maja Storch und Caroline Theiss ist die beste Motivation für Bewegung immer die "intrinsische", sie sollte also in uns selbst entstehen. Sportarten und Bewegungen, die uns Freude machen, werden wir immer wieder ausprobieren - und zwar freiwillig.

Übungsteil eins: Welcher Bewegungstyp bin ich?

Im Folgenden finden Sie einige Reflexionsfragen zu Ihrer eigenen Sport- und Bewegungsgeschichte. Bitte beantworten Sie für sich diese Fragen. Sie können dazu Papier und Stift zur Hand nehmen oder die Fragen im Kopf beantworten. Wenn Ihnen nicht sofort eine gute Antwort einfällt - nehmen Sie sich ein bisschen Zeit. Manche positiven sportlichen Erinnerungen sind tief in den Erinnerungen vergraben. Sie wiederzufinden macht aber Sinn.

  • Welche Art von Bewegung hat Ihnen als Kind oder Jugendliche(r) Freunde gemacht? Welche Art von Sport haben Sie gemacht?
  • Bei welcher Bewegung oder welchem Sport wird Ihnen warm ums Herz, was machen Sie bis heute - zumindest theoretisch - gerne?
  • Sind Sie jemand, der Sport und körperliche Leistung mag? Oder sind Sie jemand, der sich einfach nur gern bewegt? Oder sind Sie keins von beidem?
  • Mal abgesehen von Sport und Fitness - welche Bewegungen machen Sie gern, auch wenn Sie diese nie als "Sportprogramm" bezeichnen würde? (Dehnübungen und sich räkeln, Spazierengehen, Tanzen, im Meer schwimmen, Federball spielen, im Garten werkeln etc.)
  • Gibt es in der jüngeren Vergangenheit positiv besetzte Bewegungsmomente zum Beispiel die Landschaft bei einer schönen Wanderung, Schwimmen im Meer, Joggen oder Laufen mit einer tollen Musik, das Gemeinschaftsgefühl bei einem Mannschaftssport? (Falls Sie etwas finden, machen Sie eine Art Momentaufnahme von diesem schönen Bewegungserlebnis.)
  • Hand aufs Herz: Sind Sie ein Mensch, der letztlich gar keine große Freude an Bewegung hat, aber glaubt, etwas für die Gesundheit oder die Figur tun zu müssen?

Haben Sie diese Fragen für sich beantwortet? Dann entscheiden Sie nun selbst, zu welchem der folgenden drei Typen Sie am ehesten gehören:

A Sportler: Ich bewege mich gern, habe in meinem Leben eine "Sportgeschichte" und meine positiven Erlebnisse mit Sport haben auch mit Leistung und sich Auspowern zu tun. Ich habe oder hatte zumindest mal eine gewisse Grundfitness.

B Bewegungstyp: Ich genieße manche körperliche Aktivität, bewege mich gern, auch im Alltag - aber so richtig Sport machen finde ich meistens nicht so toll.

C Bewegungsmuffel: Es war mir schon immer ein Rätsel, was andere an Sport oder auch Bewegung finden. Ich brauche das für mich nicht so.

Haben Sie herausgefunden, welche Typ Sie sind? Dann halten Sie das für sich fest. Ganz wichtig: Alle drei Typen haben ihre Berechtigung. Nichts ist falsch.

Übungsteil zwei: Bewegung, die zu mir passt.

Nachdem Sie nun reflektiert haben, wie Sie zu Sport und Bewegung stehen - suchen Sie sich diese Woche eine Aktivität, die zu Ihrer Art des Bewegungstyps passt. Dazu folgende Einteilung.

Sind Sie A, also ein Sportler? Dann nehmen Sie sich für diese Woche ein oder zwei Termine vor, an denen Sie eine Ihrer Lieblingssportarten direkt mal wieder machen könnten. Handelt es sich um Mannschaftssport oder Sport, der nur in bestimmten Gegenden möglich ist, für den man viel Equipment oder ein bestimmtes Wetter braucht wie zum Beispiel Skifahren, Segeln oder Surfen, dann gucken Sie nach anderen Sport- und Bewegungsmöglichkeiten, die Sie gern mögen. Wenn Sie merken, dass Sie "sich einfach gern draußen bewegen" oder "gern mit Bällen umgehen" - dann probieren Sie in dieser Woche ein oder zwei Mal sportliche Aktivitäten in diese Richtung. Wichtig: Fordern Sie sich nicht zu sehr. Lassen Sie zu, dass die Bewegung Ihnen Freude macht.

Sind Sie B, also ein Bewegungstyp? Vergessen Sie für sich erst mal den Plan, unbedingt einen "richtigen" Sport anzufangen. Intensivieren Sie die Bewegungsarten, die Ihnen Freude machen. Egal, ob Sie gern spazieren oder tanzen, sich dehnen oder beim Putzen auspowern - gönnen Sie sich in dieser Woche zwei solche "Bewegungseinheiten".

Sind Sie C, also ein Bewegungsmuffel? Sie sind nicht allein. Es gibt eine ganze Menge Menschen, die Sport und Bewegung nicht so mögen, aber immer denken, sie "müssten doch auch mal was tun". Zwingen Sie sich nicht weiter! Lassen Sie alle Pläne fallen, die ehrlicherweise nicht zu Ihnen passen. Beschäftigen Sie sich in dieser Woche lieber weiter mit Mikro-Bewegungen und Haltungen. Probieren Sie, gerade zu stehen und zu sitzen, wie Sie es in Woche eins geübt haben. Oder räkeln Sie sich und machen kleine Dehnübungen. Forschen Sie weiter, wann Ihnen Bewegung mal über ein paar Minuten Freude macht. Setzen Sie dort an - und nicht an überzogenen Ansprüchen.

Wichtig für alle Typen: Achten Sie auch in dieser Woche auf eine angenehm aufrechte Haltung beim Sitzen und Stehen.

Zu jeder Ausgabe bietet SPIEGEL WISSEN ein praktisches, leicht im Alltag umsetzbares Online-Coaching passend zu seinem jeweiligen Heftthema an.

Jedes Coaching dauert acht Wochen. Während dieser Zeit erhalten Sie immer freitags per E-Mail eine Übungseinheit, die Ihnen helfen kann, Ihr Leben besser zu gestalten. Hier den Newsletter bestellen:

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Bewegung.

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