Tipps fürs Hüpfen Trampolinspringen - aber richtig

Bewegung und Spaß mit Freunden - mit einem Trampolin kann man viele Kinder glücklich machen. Eltern sollten allerdings ein paar Dinge beachten, bevor sie ihren Spross aufs Sprungtuch schicken.

Mädchen auf dem Trampolin
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Mädchen auf dem Trampolin


Kaum ein Sportgerät eignet sich besser, um den Nachwuchs körperlich auszulasten, als das Trampolin im Garten. Gemeinsam mit Geschwistern und Freunden können die Kleinen sich austoben, nebenbei trainieren sie ihre Muskeln und die Koordinationsfähigkeit. Bewegung ist für Kinder mindestens genauso wichtig und gesund wie für Erwachsene.

Doch der Trend hat auch eine negative Seite: Denn mit der Zahl der Trampoline nehmen auch die Trampolin-Verletzungen zu. Verlässliche Zahlen für Deutschland gibt es zwar nicht, Unfallchirurgen schlagen jedoch Alarm. "Wir haben im Schnitt jeden Tag ein Kind, das beim Trampolinspringen verunglückt ist und deshalb in die Notaufnahme kommt", sagt der Unfallchirurg Christopher Spering von der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) über die Unfälle im Frühjahr und Sommer.

Meist kommen die Trampolin-Patienten mit Knochenbrüchen, Gehirnerschütterungen, Platzwunden oder Verstauchungen. Am gefährlichsten seien Stürze auf den Boden, gefolgt von Stürzen auf den Trampolinrand und die Stahlfedern. Dass es immer häufiger Verletzungen gibt, bedeutet allerdings nicht, dass die Trampoline grundsätzlich ungeeignet für Kinder sind.

Gefahr durch Anwendungsfehler

"Die Gefahr kommt nicht von den Geräten selbst", sagt David Pittaway, Bundestrainer für das Trampolin-Turnen beim Deutschen Turnerbund (DTB) . "Das Problem ist die falsche Nutzung." Wer ein Trampolin für die Kinder im Garten stehen hat oder plant, eins anzuschaffen, sollte laut der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) daher ein paar Dinge beachten:

  • Erst mit fünf Jahren aufs Garten-Trampolin: "Besonders verletzungsgefährdet sind Kleinkinder", berichtet Peter Schmittenbecher, Leiter der Sektion Kindertraumatologie der DGOU. Dies liege an den noch unzureichend ausgebildeten koordinativen und motorischen Fähigkeiten. Zudem seien die Gelenke der Kleinen noch äußerst instabil. Erhöht ist das Verletzungsrisiko bei Kleinkindern zudem, weil die Wurfkraft des Trampolins im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht besonders groß ist.
  • Allein springen: "Jedes Kind hat einen anderen Sprungrhythmus. Hüpfen zwei Kinder gemeinsam, führt das fast zwangsläufig zu unkontrollierten Sprüngen oder Zusammenstößen", erklärt Spering. Außerdem seien Gewichtsunterschiede ein Problem: Wenn ein kleines und ein großes Kind gemeinsam springen, könne es zu einem Katapult-Effekt kommen, der das kleinere Kind unkontrolliert durch die Luft fliegen lässt.

Video: Was Ärzte über den Trampolin-Trend sagen

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  • Schuhe aus, in der Mitte springen: Das beste Gefühl für das Trampolin haben Kinder in Socken oder Strümpfen. Außerdem sollten sie in der Mitte hüpfen, Stürze auf den Rand lassen sich damit vermeiden. Gewagte Sprünge wie Saltos sollten nur geübte Springer wagen. Es drohen Stürze auf den Kopf und Verletzungen der Wirbelsäule.
  • Spielzeug und Essen weg: Oft genug liegt noch das liebste Spielzeug im Trampolin, wenn es los geht. Damit niemand unglücklich darauf landet, räumt man es am besten vorher weg. Außerdem sollte man beim Hüpfen nichts kauen, weil man sich dabei leicht in die Zunge beißt.

Zudem sollten die Eltern in der Nähe bleiben, wenn die Kinder hüpfen, falls doch etwas passiert. Man müsse sich klar machen, dass ein Trampolin kein Spiel-, sondern ein Sportgerät sei, so Spering. Wichtig sei auch, den Kindern die Risiken des Sports zu erklären, damit sie verstehen, warum sie vorsichtig sein sollten, empfiehlt die DGOU. Das kann dazu beitragen, ihnen trotz aller Warnungen nicht den Spaß am Hüpfen zu nehmen.

Denn grundsätzlich, so erläutert der stellvertretende DGOU-Generalsekretär Bernd Kladny, sei das Trampolinspringen ein guter Ausgleich zum häufig bewegungsarmen Alltag von Kindern und Jugendlichen.

jme/dpa



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