Übergewicht Mann, bist du dick

Die Menschen in Deutschland werden immer dicker - insbesondere die Männer. Mehr als jeder Zweite ist übergewichtig, zeigt eine neue Studie. Gute Nachrichten gibt es bei den Kindern.

Wenn die Kleidung knapper wird
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Wenn die Kleidung knapper wird


Erst werden die Haare grau, dann fallen sie ganz aus - und irgendwann kommt dann der Bierbauch: Dieses Klischee über deutsche Männer stimmt tatsächlich, zumindest was das Gewicht angeht.

Am Ende ihres Berufslebens sind rund 74 Prozent aller deutschen Männer übergewichtig, zeigt eine Studie der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Auch bei den Frauen in dieser Altersklasse ist mehr als die Hälfte zu dick, nämlich rund 56 Prozent.

Männer werden früher dick

Männer seien über alle Altersgruppen hinweg stärker von Übergewicht betroffen als Frauen, schreibt die DGE. Demnach nimmt der Durchschnittsmann zwischen seinem 18. und 40. Geburtstag elf Kilogramm zu. Schon bei den 30- und 35-jährigen Männern sind Normalgewichtige in der Minderheit. Als übergewichtig gelten für die DGE Menschen mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 25 oder darüber.

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Frauen nehmen hingegen langsamer zu. Erst ab 55 Jahren steigt der Anteil der übergewichtigen Frauen auf mehr als 50 Prozent. Die Gesellschaft stützt sich in ihrer Studie auf Zahlen des Statistischen Bundesamts.

Die Gründe für die Gewichtsprobleme seien lange bekannt, so die DGE: Die Menschen bewegten sich zu wenig und äßen zu viele energiereiche Speisen. Diese seien zudem auch noch günstig und überall erhältlich.

Immer mehr Dicke sind sehr dick

Seit 1999 sind die Dicken zudem immer dicker geworden: Der Anteil der Fettleibigen - also extrem Übergewichtigen - stieg bei Männern um 40 Prozent und bei Frauen um 24 Prozent.

Als fettleibig (adipös) gilt, wer einen BMI über 30 aufweist. Auch die europäische Statistikbehörde Eurostat hatte im vergangenen Jahr auf diese super-dicken Deutschen hingewiesen. Der Adipositas-Anteil ist hierzulande höher als in zahlreichen anderen EU-Ländern.

Gute Nachrichten gibt es immerhin bei den Kindern: War der Anteil der übergewichtigen Kinder bei ihrer Einschulung zwischen 1990 und 2004 gestiegen, stagnierte die Entwicklung - oder die Kinder wurden im Schnitt sogar wieder normalgewichtiger. Derzeit liegt der Anteil übergewichtiger Kinder je nach Bundesland zwischen acht und zwölf Prozent, darunter sind zwischen drei und fünf Prozent adipös.

sep

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insgesamt 53 Beiträge
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allessuper 03.02.2017
1. von nix kommt nix
die US-Lebensmittelkonzerne haben an Zucker, Salz, Kohlenhydraten, Natrium, Glutamat, gentechnisch veränderten Lebensmitteln und sonstigen Nicht-Nahrungsmitteln nicht gespart. Erstes betroffenes Ausland war Mexiko. Wir kommen wohl gleich danach. Wir sind ein ziemlich dummes Volk, das sich für sehr schlau hält. Auch gefährlich. http://videos.huffingtonpost.de/wirtschaft/nestle-danone-unilever-pepsico-diese-mega-konzerne-kontrollieren-fast-alles-was-wir-essen_id_4519142.html http://www.zeit.de/2015/51/usa-fast-food-krise-gesunde-ernaehrung http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/die-groessten-lebensmittel-konzerne-a-982323.html https://www.zentrum-der-gesundheit.de/fastfood-gehirnwaesche-ia.html Für die Studie mit dem Titel "Neuroeconomics of Controversial Food Technologies" (Neuroökonomie von kontroversen Lebensmitteltechnologien) wurden bei 120 Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 14 Jahren Magnetresonanztomographien (MRT) durchgeführt. Um die Hirnaktivität zu messen, zeigte man den Teilnehmern bekannte Logos, von denen einige mit Fast Food zu tun hatten. Dabei stellte sich heraus, dass die Belohnungszentren im Gehirn, welche den Appetit anregen oder zügeln sollen, eine grössere Aktivität aufwiesen, sobald die Testpersonen mit Logos von Fast-Food-Ketten konfrontiert wurden. Studienleiterin Dr. Amanda Bruce erklärte gegenüber der britischen Tageszeitung The Independent: Die Forschung hat gezeigt, dass Kinder und Jugendliche mit höherer Wahrscheinlichkeit Nahrungsmittel auswählen, deren Logos sie kennen. Besorgniserregend ist das Ergebnis deshalb, weil es sich bei der Mehrheit der Lebensmittel, deren Zielgruppe vor allem Kinder und Jugendliche sind, um sehr ungesunde, kalorienreiche Produkte handelt, die viel Zucker, Fett und Natrium enthalten. Das gesundheitsschädigende Essverhalten vieler Heranwachsender hänge mit einer gestörten Entwicklung jener Hirnregionen zusammen, die kognitive Kontrolle ausüben und die Emotionen steuern. Kinder und Jugendliche sind empfänglicher für Fast-Food-Restaurants, weil sich in ihren Gehirnen die Logos und Markennamen regelrecht eingeschreiben. Wenn die notwendigen Hemmprozesse im Gehirn nicht mehr greifen, laufen insbesondere Jugendliche Gefahr wiederholt die falschen Ernährungsentscheidungen zu treffen. Nun haben wir die zweite Generation, die sich von dem Shit ernährt. Und unsere Geschmacksnerven werden sehr früh geprägt. Da hat eine Sarah Wiener noch viel zu tun.
timomaxx 03.02.2017
2. Bmi
Also der BMI ist ja bekanntermaßen nur bedingt aussagekräftig, da er nicht zwischen Muskel- und Fettgewebe unterscheidet. Aber ich denke für die Feststellung, ob jemand adipös ist oder nicht, dürfte das in mind. 90 % der Fälle passen. Habe gerade mal durchgespielt, wieviel ich mit meinen 1,96 m wiegen müsste um auf einen BMI von 40 zu kommen: über 150 kg. Dass das nicht gesund sein kann ist offensichtlich. Aber wir leben halt in einer Zeit der Bequemlichkeit. Kaum Bewegung, für jede Kurzstrecke wird das Auto bemüht. Damit man nicht so weit runter muss (zu anstrengend) am besten ein SUV, dann sieht man ja auch besser, etc. Immer mehr digitale Assistenten die einem vermeintlich lästige Dinge abnehmen, etc. Ich bin wirklich total glücklich darüber, dass ich mich Zeit meines Lebens viel bewegt habe und bewege, fühle mich mit meinen 85 kg pudelwohl und merke schon wenn ich nur leicht zunehme, wieviel mehr Masse sich am Köroper z.B. beim Treppe steigen "hin- und herbewegt". DIäten etc. sind Quatsch. REgelmäßig bewegen und vor allem keine Limonaden etc. Mein elfjähriger Sohn trinkt - weil er es gewohnt ist - zum Durst löschen immer noch am liebsten Wasser und ist ebenfalls schlank und rank. Cola etc. ist dann man die Ausnahme, aber es ist einfach wichtig sich gesunde und ausgewogen zu ernähren und sich viel zu bewegen.
hasselblad 03.02.2017
3.
Das Grundproblem bei solchen Studien: der BMI sagt erstmal nichts aus, das Gewicht ins Verhältnis zur Größe zu setzen macht zB. Kraftsportler automatisch zu Übergewichtigen, denn Muskeln wiegen mehr als Fett. Entscheidend für ungesundes Übergewicht ist die effektive Körperfettmenge im Verhältnis zu Alter, Größe und Muskelmasse. Aber die Grundaussage stimmt: die Deutschen - bzw. generell die Menschen in Industrieländern - sind zu fett, die stetig zunehmende Anzahl an Menschen mit größtenteils ernährungsbedingten Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Leberzirrhose beweist das.
Phil2302 03.02.2017
4. Kein Wunder
Ist es doch sehr modern geworden, fitte und gesunde Menschen zu diskreditieren. Man schaue einmal auf bento vorbei: Dick sein ist in. Da werden Plus Size Models in den Himmel gelobt, man lese den Artikel "Bodylove: So sehen schöne Frauen aus". Tja, dann darf man sich darüber nicht wundern. Ich auf jeden Fall achte auf meine Figur, und das nicht erst, wenn es zu spät ist.
Edelstoffl 03.02.2017
5. Und immer wieder dieser unsinnige BMI...
warum dieser Quatsch als Grundlage zur Auswertung von Statistiken bzgl. Ernährung und Übergewicht ständig herangezogen wird, ist mir völlig schleierhaft. Ich selbst bin Kraftsportler und gelte nach dieser Regel mit einem BMI von 25 als übergewichtig - uns so verhält es sich mit allen (meist männlichen) Kraftsportlern, Kampfsportlern u.ä., welche hier als "adipös" eingestuft werden. Der BMI sagt nullkommanull über den Körperfettanteil und das Verhältnis zum Muskelgewebe aus. Gewicht und Körpergröße in Relation sind erstmal völlig nichtssagend. Und dies auch noch nach Geschlecht auszudifferenzieren - also Männlein und Weiblein mit der selben Formel zu bedienen - spricht Bände über die Kenntnisse der Macher dieser Studie bzgl. Physiologie des Menschen. Wer wissen will, ob er zu dick ist, sollte mal einen Körperfettanalyse durchführen (lassen) - oder einfach ein Maßband nehmen und den Bauchumfang messen und in Relation zur Hüfte setzen - der sog. HBU. Sieht übrigens bei Männern und Frauen deutlich anders aus. Ist z.B. in Wikipedia unter "Taille-Hüft-Verhältnis" gut nachzulesen. Solche Studien aber wie im obigen Artikel sind reine Ressourcenverschwendung.
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