Uno-Bericht Weltweit hungern 821 Millionen Menschen

Klimaveränderungen, politische Umbrüche und militärische Konflikte sind dafür verantwortlich, dass die Zahl der Hungernden weltweit wieder steigt. Jedes fünfte Kind unter fünf Jahren wächst nicht richtig.

Kinder zeigen in Jemen ihre Dokumente, um eine Essensration zu erhalten (2017)
DPA

Kinder zeigen in Jemen ihre Dokumente, um eine Essensration zu erhalten (2017)


Die Zahl der hungerleidenden Menschen in der Welt steigt wieder - auch als Folge von Konflikten und Klimawandel. Im Jahr 2017 hatten 821 Millionen Menschen - etwa jeder neunte Erdbewohner - zu wenig zu essen, wie die Landwirtschaftsorganisation (FAO) und weitere Uno-Organisationen am Dienstag in Rom mitteilten. Im Vorjahr seien es noch etwa 804 Millionen gewesen. Demnach haben weltweit 22 Prozent aller Kinder unter fünf Jahren, das sind insgesamt 151 Millionen Kinder, Wachstumsverzögerungen.

Jahrelang sank die Zahl der Hungerleidenden, die Vereinten Nationen wollen den Hunger bis zum Jahr 2030 eigentlich ganz abschaffen in der Welt. "Der Welthunger stieg in den letzten drei Jahren an und erreicht wieder Werte wie vor einem Jahrzehnt", heißt es nun in dem Bericht.

Dramatische Lage in Venezuela, Jemen und Syrien

Die Lage verschlimmere sich in den meisten Regionen Afrikas sowie in Südamerika, heißt es in dem Bericht. Vor allem die Versorgungslage in Venezuela sei dramatisch. Aber auch militärische Konflikte wie im Jemen und in Syrien seien für den Anstieg der Hungernden verantwortlich. So seien im Jemen 35 Prozent der Bevölkerung unterernährt.

Die Uno betont, dass neben Konflikten und Wirtschaftskrisen auch Klimaveränderungen stark zum Anstieg der Hungerleidenden beitragen. Die Zahl und der Anteil unterernährter Menschen sei deutlich höher in Ländern, die extremes Klima erlebten - etwa mehr Dürreperioden oder unregelmäßige Regenzeiten.

Die Hungermaschine

Den Bericht erarbeitete die FAO zusammen mit dem Uno-Kinderhilfswerk (Unicef), der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem Welternährungsprogramm (WFP) und dem Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung.

hei/dpa/AFP

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