Lebensmittel-Test Veggie-Wurst schneidet bei Stiftung Warentest schlecht ab

Wurst aus Tofu oder Fleisch aus Seitan - das mögen viele Veganer und Vegetarier. Doch laut Stiftung Warentest konnten in manchen Produkten bedenkliche Stoffe nachgewiesen werden.

Vegane- und vegetarische Wurstersatzprodukte
imago/ epd

Vegane- und vegetarische Wurstersatzprodukte


Sie sehen fast so aus wie echte Wurst und sie schmecken auch fast so: Fleischersatzprodukte wie Sojawurst oder Seitan-Geschnetzeltes sind beliebt bei vielen Veganern oder Vegetariern und für viele Verbraucher eine gesunde Alternative zu Fleisch.

Das gilt aber längst nicht für alle diese Lebensmittel, wie die Stiftung Warentest bei einer Probe von 20 fleischlosen Frikadellen, Bratwürsten und Schnitzeln festgestellt hat. Zwar erreichten 16 der Produkte die Noten "gut" oder "befriedigend". Sechs Produkte waren aber mit Mineralöl belastet, heißt es in dem Test, der in der Oktober-Ausgabe erscheint.

Betroffen waren fünf der acht vegetarischen Bratwürste, sowie eines der sechs getesteten Veggie-Schnitzel. Die Belastung des Schnitzels war so hoch, dass die Tester es mit "mangelhaft" bewerteten. Drei der mit Mineralöl belasteten Bratwürste bekamen insgesamt nur ein "ausreichend".

Fleischalternativen aus Soja
    Tofu ist geronnene Sojamilch. Er ist eine gute Quelle für pflanzliches Eisen und liefert Vitamin B6, Kalzium und Folsäure. Tofu ist meist in Blockform erhältlich und wird in diversen Geschmacksrichtungen angeboten.
  • Das körnige Tempeh besteht aus mit einem Edelpilz fermentierten Sojabohnen. Am besten wird es scheibchenweise angebraten oder zum Beispiel als Tempeh-Spieß verspeist.
  • Ein drittes Sojaprodukt ist Sojagranulat mit fleischähnlicher Faserstruktur.
"Sojaprotein hat sogar eine höhere Proteinqualität als Protein aus Rindfleisch", sagt Ernährungswissenschaftler Markus Keller. "Es liefert alle für den menschlichen Körper essentiellen Aminosäuren in einem optimalen Verhältnis."

"Schadstoffe möchte niemand in seinen Lebensmitteln haben", sagte Werner Hinzpeter, stellvertretender Chefredakteur der Zeitschrift "test" in Berlin. Auch beim Nährstoffgehalt sahen die Prüfer Grund zur Kritik: Manche Produkte enthielten sehr viel Salz. "Die Gesamtkomposition der Nahrung muss passen", sagte Holger Brackemann, Bereichsleiter für Untersuchungen bei der Stiftung Warentest. Mit den "gut" bewerteten Produkten könne man sich aber gesund ernähren.

Testsieger wurden die Bratwurst und das Schnitzel fleischfrei von "Valess" (beide 2,0). Ebenfalls "gut" waren der "Bratmaxe Veggie-Griller" von Meica (2,2), "Vegetarische Mühlenfrikadellen" von Rügenwalder Mühle (2,3), das "Vegane Soja-Schnitzel" von Edeka Bio+Vegan (2,4) sowie die "Wie Frikadelle vegetarisch" von Heirler (2,5).

In der Lebensmittelindustrie werden Mineralöle etwa als Schmiermittel für Maschinen oder in Verpackungen eingesetzt. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) stuft laut Warentest den gefundenen Mineralölkohlenwasserstoffe Mosh als "potenziell besorgniserregend" ein. So könnte sich einige Mineralöle-Verbindung in menschlichen Organen ablagern, was zu sehr hohen Belastungen führen könnte, schreiben die Tester. Grenzwerte gebe es für Mosh bisher aber nicht.

Laut einigen Herstellern stammten die Mineralöle-Rückstände in den Produkten von sogenannten Weißölen - sie werden als Gleitmittel eingesetzt. Damit werden etwa die Kunstdärme beschichtet, in denen die Würste gebrüht werden.

Es ist nicht der erste Test dieser Art. Ähnliche Ergebnisse hat kürzlich auch eine Untersuchung von "Ökotest" ergeben. Auch hier wurden Rückstände von Mineralöl oder auch Gen-Soja gefunden - einige Produkte waren sehr salzhaltig. Zudem bestehen auch beim Verzehr von Soja generell einige Risiken, da Ernährungswissenschaftler in solchen Produkten hormonähnliche Stoffe gefunden haben.

joe/dpa



insgesamt 103 Beiträge
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Seite 1
Sibylle1969 28.09.2016
1.
Ich habe schon einige der vegetarischen Fleischersatzprodukte probiert, aber richtig gut geschmeckt hat mir keines davon. Wenn man sich die Inhaltsangabe so durchliest, dann glaube ich eh nicht, dass das Zeug super gesund ist. Das scheinen aber viele anders zu sehen, anders ist es nicht zu erklären, dass es mittlerweile so viele dieser Produkte gibt.
c.PAF 28.09.2016
2.
Ich werde nie verstehen, warum Vegetarier und Veganer so verzweifelt versuchen, Fleischprodukte nachzuahmen. Umgekehrt versuchen Fleischesser doch auch nicht, aus Hackfleisch Karotten zu basteln, aus Hähnchenflügeln Kartoffelsticks oder aus einer Schweinshaxe einen Blumenkohl.
abc. 28.09.2016
3. und für viele Verbraucher eine gesunde Alternative zu Fleisch.
Leider nur für solche, die ihre Geschmacksnerven bereits seit langem abgegeben haben. Gleiches gilt für den "voll leckeren veganen Brotaufstrich", den "schmackhaften Räuchertofu" als auch den "veganen Käse" (aka Analogkäse). K.A. was Veganer dazu bewegen mag, derart durchschaubar über die Qualität der veganen Ersatzprodukte "zu schwindeln". Ist ja nicht so dass man die Geschmacksdifferenzen nicht unmittelbar bemerken würde, also muss es rein ideologische Gründe haben. Ich nehme an, wenn "VeganerIn" sich erst mal ausreichend genug radikalisiert hat, spielen Qualität und Geschmack der ethisch korrekten Nahrung keine Rolle mehr.
Marillax 28.09.2016
4. Tofu = Soja = mit höchster Wahrscheinlichkeit genmanipuliert?
MMh, lecker und gesund!? Mir konnte außerdem bis jetzt noch niemand erklären, warum vegetarische Produkte z. B. Wurst oder Schnitzel (= Fleisch!!!) heißen, obwohl diejenigen, welche vegetarische Produkte verzehren ja darauf bestehen, dass Fleischprodukte ach so ungesund sind. Das passt einfach nicht!
angst+money 28.09.2016
5.
Zitat von c.PAFIch werde nie verstehen, warum Vegetarier und Veganer so verzweifelt versuchen, Fleischprodukte nachzuahmen. Umgekehrt versuchen Fleischesser doch auch nicht, aus Hackfleisch Karotten zu basteln, aus Hähnchenflügeln Kartoffelsticks oder aus einer Schweinshaxe einen Blumenkohl.
Gähn. Jedesmal dieser Spruch. Antwort in Kurzfassung 1. na und? 2. Wer isst denn naturbelassenes, unzubereitetes Fleisch? Stattdessen: 3. Schnitzel (als Brot getarnt), Wurst-'Salat', Wurst (was genau ahmt die eigentlich nach?), Fleischpflanzerl..., und dann noch: 4. alkoholfreies Bier, E-Zigarette - who cares
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