Temperaturen bis 33 Grad So lässt sich die Frühjahrs-Hitze aushalten

Auch am Dienstag steigen die Temperaturen auf bis zu 33 Grad. Wie reagiert der Körper auf die Hitze? Wie viel sollte man trinken, was liefert Abkühlung? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Es ist Mai, aber was die Temperaturen angeht, erlebt Deutschland momentan Hochsommer. Auch in den kommenden Tagen erwartet der Deutsche Wetterdienst in manchen Regionen Temperaturen von teils deutlich über der 30-Grad-Marke. Das freut viele, macht aber dem Körper auch zu schaffen. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wie reagiert der Körper auf die Hitze?

Er versucht, die Körpertemperatur durch verstärkte Schweißproduktion zu senken. Durch das starke Schwitzen gehen Flüssigkeit, Mineralstoffe und Spurenelemente verloren. Um für Abkühlung zu sorgen, weiten sich außerdem die Blutgefäße der Haut. Dadurch sinkt der Blutdruck, der Kreislauf wird geschwächt. Die Probleme können sich durch Schwindel bemerkbar machen.

Wer leidet besonders?

Besonders sensibel reagieren Menschen mit einem ohnehin geschwächten Kreislauf, zu ihnen zählen chronisch Kranke, Übergewichtige und Ältere. Bei Babys und Kleinkindern kommt hinzu, dass sie noch nicht ausreichend schwitzen können. Sie sollten daher besonders geschützt werden.

Welche Trinkmengen sind ratsam?

Generell sollten über den Tag verteilt etwa zweieinhalb bis drei Liter getrunken werden. Ideal sind Mineralwasser, abgekühlte Kräuter- und Früchtetees oder verdünnte Obst- und Gemüsesäfte. Sie enthalten in der Regel genügend Mineralien, um die ausgeschwitzten Salze wieder zu ersetzen. Zuckerreiche Limonaden verursachen hingegen noch mehr Durst.

Achtung bei eiskalten Getränken: Sie können Magenbeschwerden verursachen. Außerdem muss der Körper mehr arbeiten, um sie auf Körpertemperatur zu erwärmen. Ebenfalls kontraproduktiv sind heiße Getränke. Sie bewirken, dass die Körpertemperatur weiter steigt und man noch mehr schwitzt. Auch Alkohol ist bei Hitze nicht ratsam, da er die Gefäße weitet und das Herz zusätzlich belastet.

Menschen, die sich trotz der Hitze viel im Freien bewegen, sollten darauf achten, dass ihr Urin hellgelb ist. Dann ist der Körper genug mit Flüssigkeit versorgt.

Was kann man beim Essen beachten?

Beim Essen gilt: Keine schwere und fette Kost, sondern besser mehrere kleine und leichte Mahlzeiten mit viel Obst und Gemüse. Wer stark geschwitzt hat und etwas für seinen Elektrolyt-Haushalt tun möchte, kann salzige Speisen verzehren - etwa eine Suppe löffeln oder Salzstangen knabbern.

Was hilft beim Einschlafen?

Wer sich wegen der Wärme beim Einschlafen quält, dem empfehlen Experten vor dem Zubettgehen eine lauwarme bis kühle, aber auch nicht eiskalte Dusche. Der Grund: Durch den Temperaturunterschied ziehen sich Gefäße zunächst zusammen, um die Wärme im Körperinneren zu halten. Danach jedoch steigt die Durchblutung der Haut wieder an, sie wird rot, und man schwitzt erst recht.

Nach dem Duschen zahlt es sich aus, die Feuchtigkeit nicht ganz abzutrocknen, sondern verdunsten zu lassen - das bringt dem Körper Abkühlung. Außerdem hilfreich ist ein leichter, luftiger Schlafanzug aus Naturfasern wie Baumwolle. Er nimmt den Schweiß auf, der sich nachts auf einen halben Liter summieren kann. Auch tagsüber eignet sich helle, luftige Kleidung aus Baumwolle und anderen Naturfasern am besten.

Was ist beim Baden zu beachten?

Auch beim Baden im Schwimmbad, in Seen, im Meer oder in anderen Gewässern ist es wichtig, den erhitzten Körper vorsichtig an das kalte Wasser zu gewöhnen. Die Wasserwacht Bayern empfiehlt, zunächst Hände und Füße ins Wasser zu halten. Dann erst sollte der restliche Körper folgen. Sonst droht im allerschlimmsten Fall ein Herzinfarkt.

Was kühlt noch ab?

Es hilft, Hände, Nacken und Gesicht hin und wieder mit kaltem Wasser zu waschen. Wer die Beine zudem immer mal wieder für einige Minuten hochlegt, entlastet die Gefäße und beugt angeschwollenen Beinen und Füßen vor.

Wie passen Sport und Hitze zusammen?

Gerade bei längeren, intensiveren Sportplänen ist es wichtig, die Hitze am Mittag und am Nachmittag zu meiden. Stattdessen sollte das Sportprogramm auf den Morgen oder den Abend verschoben werden. Senioren, Kinder und Menschen mit Kreislaufproblemen sollten bei Hitze lieber komplett auf große körperliche Anstrengung verzichten.

Wie machen sich ernsthafte gesundheitliche Folgen der Hitze bemerkbar?

Ein steifer Nacken, Übelkeit, Kopfschmerzen und ein rotes Gesicht sind Anzeichen für einen Sonnenstich. Zum Teil kann noch eine leichte Benommenheit hinzukommen. Dann gibt es keine Wahl: Man sollte so schnell wie möglich die Sonne verlassen. Schatten, feuchte Lappen und ein Getränk zählen zu den besten Sofortmaßnahmen. Vor allem Kopf und Nacken sollten mit feuchten Tüchern versorgt werden. Fühlt man sich danach nicht besser, sollte man am besten zum Arzt gehen.

Bei einem Hitzschlag hingegen sollte sofort der Notarzt gerufen werden. Er unterscheidet sich durch Krämpfe, trockene Haut, Benommenheit und fallenden Blutdruck von einem Sonnenstich. Außerdem sei die Haut rot, werde dann aber immer blasser, heißt es bei der Apothekenkammer Niedersachsen.

Bis der Notarzt eintrifft, sollten Ersthelfer enge Kleidung lockern und den Betroffenen an einen vor der Sonne geschützten Platz bringen. Außerdem ist es hilfreich, den Oberkörper, solange der Betroffene bei Bewusstsein ist, höher als die Beine zu lagern.

irb/AFP



insgesamt 3 Beiträge
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Phi-Kappa 29.05.2018
1. Sport
Sport am Morgen oder Abend... Es ist ganz eindeutig der Morgen! Das Temperatur-Maximum wird erst am späten Nachmittag - zwischen 16 und 18 Uhr erreicht. Auch danach kühlt es nur sehr langsam ab. Erst gegen Morgen wird es etwas erträglicher. Damit: Wenn schon Sport, dann am frühen Morgen!
h3li05exe 29.05.2018
2. Ammenmärchen
"Zuckerreiche Limonaden verursachen hingegen noch mehr Durst." Dass solche Softdrinks kalorientechnisch ungesund sind, geschenkt. Aber muss man dieses Ammenmärchen "Davon kriegt man nur noch mehr Durst!" echt noch verbreiten? Es gibt Leute, die trinken nur so ein Zeugs. Die müssten dann ja schon längst verdurstet sein, oder?... Ungesund ist das Zeug allemal, aber bitte verbreitet doch nicht so einen längst widerlegten Quatsch.
gankuhr 30.05.2018
3.
An ganz heißen Tagen ein kleiner Tip: einen Zerstäuber, mit dem sonst Pflanzen gegossen werden, mit Wasser füllen und ab und an ins Gesicht und auf Oberarme oder waden. Quasi künstlicher Schweiß, bevor der Körper selber alle schleusen aufmacht. Oberarme und Waden mit Wasser beträufeln schützt auch in überhitzen Kneipen und Diskos vor dem Schweißdebakel.
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