Ernährung So schraubt Fett am ganzen Körper

Fett zaubert nicht nur Polster auf die Hüften, es verändert auch Gene und Stoffwechsel. Forscher haben jetzt im Detail beobachtet, wie sich eine fettreiche Ernährung auf den Körper auswirkt. Demnach erhöht der Energieträger nicht nur Blutdruck und Hunger, sondern schraubt auch am Tag-Nacht-Rhythmus.

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Knackige Chips: Viel Fett lässt den Cholesterinspiegel ansteigen
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Knackige Chips: Viel Fett lässt den Cholesterinspiegel ansteigen


Die einen halten Kohlenhydrate für Gift, die anderen dagegen das Fett. Vor allem gesättigte Fettsäuren gelten als klarer Risikofaktor für Gefäßerkrankungen. Seit einigen Jahren allerdings zweifeln in erster Linie amerikanische Ernährungsforscher an der schädlichen Wirkung der Fette. Eine Untersuchung des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam könnte das bald wieder ändern.

Für die gerade im Abschluss befindliche Nugat-Studie (Nutrigenomics Analysis in Twins) verglichen die Forscher, wie der Körper von 46 Zwillingspaaren auf eine unterschiedlich fettreiche Ernährung reagiert. Dazu mussten sich die 92 schlanken, gesunden Studienteilnehmer zunächst sechs Wochen lang kohlenhydratreich und fettarm (nur 30 Prozent der aufgenommenen Kilokalorien stammten aus Fett) ernähren. Dann wurden sie für sechs Wochen auf eine Nahrung umgestellt, bei der der Brennwert zu 45 Prozent aus Fett stammte.

Die ganze Zeit achteten die Wissenschaftler streng darauf, dass die täglich aufgenommene Kalorienzahl absolut gleich blieb, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Außerdem beobachteten sie im Detail, wie sich der Stoffwechsel mit einer fettreichen Ernährung umstellte und das Fett die Aktivität der Gene beeinflusste - die Epigenetik. Das Ergebnis war deutlich: "Wir waren selber überrascht, wie schnell und wie stark sich der Ernährungswechsel auswirkt", sagt Andreas Pfeiffer, Endokrinologe im DIfE und an der Charité. "Zwar nahmen die Probanden erwartungsgemäß nicht zu. Aber schon innerhalb einer knappen Woche stellte sich die Epigenetik deutlich um."

Entzündung des Gewebes durch Fett

Gerade große Mengen gesättigter Fettsäuren führen laut den Daten zu einem deutlichen Anstieg des Cholesterinspiegels, der eine wesentliche Rolle bei der Entstehung vieler Herz-Kreislauf-Krankheiten spielt. Dabei reagierten die Zwillinge mit einer nahezu identischen Änderung des "guten" HDL-Cholesterins, das die Adern schützen soll. Dagegen stieg das "schlechte" LDL, das zu Gefäßveränderungen führt, selbst bei eineiigen Zwillingen sehr unterschiedlich an.

"Noch viel gefährlicher als der erhöhte Cholesterinspiegel ist aber: Das Fettgewebe beginnt sich zu entzünden", warnt Studienleiter Pfeiffer. So konnten die Forscher beobachten, dass die inflammatorischen Zytokine - spezielle Eiweiße, die eine wichtige Rolle im Immunsystem spielen - stark anstiegen. "Das kann vom metabolischen Syndrom bis hin zu Infarkt und Schlaganfall führen", sagt Pfeiffer.

Außerdem zeigte die Nugat-Studie einen Zusammenhang zwischen Ernährung und dem Schlafrhythmus, der nicht nur vom Schlafhormon Melatonin abhängt. "Wir sehen, dass acht zentrale 'Clockgene' rund zehn Prozent des menschlichen Genoms steuern", erläutert Pfeiffer. "Und damit regeln sie den Biorhythmus."

Individuelle Ernährungsratschläge sind das Ziel

Diese Ergebnisse bestätigen erstmals Hinweise von Joseph T. Bass, der die Wirkung einer sehr fettreichen Ernährung auf die innere Uhr von Mäusen untersucht hatte. Der Chicagoer Endokrinologe konnte 2007 zeigen, dass die Tiere bei einer fettreichen Ernährung ständig Hunger hatten - auch in Zeiten, in denen die Mäuse normalerweise nichts fressen. Denn neben einer ganzen Reihe genetischer Veränderungen hindert das Fett den Körper an der Synthese des wichtigen Sättigungshormons Leptin.

Laut der Nugat-Studie verändern sich durch die fettreiche Ernährung besonders vier Gene, die den Fettstoffwechsel und Entzündungsreaktionen regeln. Hinzu kommt, dass das Leberfett selbst bei schlanken jungen Menschen ansteigt, was langfristig zu Diabetes und Leberkrebs führen kann. Da zudem das Angiotensin Converting Enzyme (ACE) ansteigt, erhöht sich auch noch der Blutdruck - eine äußerst brisante Mischung.

Insgesamt überwachten die Forscher bei den Zwillingen 22.000 Gene, seit zwei Jahren sind sie schon mit der Auswertung beschäftigt. Um die gewaltigen Datenmengen zu bewältigen, hat Pfeiffer eine Bioinformatikerin eingestellt. "Es mussten völlig neue statistische Verfahren entwickelt werden, die zu einer Reihe verschiedener Veröffentlichungen führen werden", sagt der Potsdamer. "Das Ziel ist, Menschen zuverlässige individuelle Ernährungsratschläge zu geben."



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insgesamt 87 Beiträge
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jemandjemand 03.05.2013
1. individuelle Ernährungsempfehlungen
Ich habe individuelle Ernährungsempfehlungen mal basierend auf einem Nahrungsmittel-Test erhalten. Dort wurden unter anderem Nahrungsmittelallergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten getestet. Basierend auf den Ergebenissen habe ich z.B. eine Dinkelunverträglichkeit entdeckt, die ich niemals vermutet hätte. Das Ganze nannte sich Basic-Test. Ich verstehen nicht, wo der Unterschied zu den hier im Artikel genannten individuellen Empfehlungen liegen soll. Kann es sein, dass man da schon weiter ist? hier ist noch der Link, für die die sich berufen fühlen zu antworten: https://www.cerascreen.de/basictest.html
jemandjemand 03.05.2013
2. individuelle Ernährungsempfehlungen
Ich habe individuelle Ernährungsempfehlungen mal basierend auf einem Nahrungsmittel-Test erhalten. Dort wurden unter anderem Nahrungsmittelallergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten getestet. Basierend auf den Ergebenissen habe ich z.B. eine Dinkelunverträglichkeit entdeckt, die ich niemals vermutet hätte. Das Ganze nannte sich Basic-Test. Ich verstehen nicht, wo der Unterschied zu den hier im Artikel genannten individuellen Empfehlungen liegen soll. Kann es sein, dass man da schon weiter ist? hier ist noch der Link, für die die sich berufen fühlen zu antworten: https://www.cerascreen.de/basictest.html
la_egon 03.05.2013
3. Das böse böse Fett
Anscheinend ist immer Fett an allem schuld. Es ist doch so dass Fett ein Geschmacksträger ist und auch für die Aufnahme bestimmter Vitamine zwingend notwendig. Das Beispiel USA zeigt, dass gerade eine Fettarme dafür Kohlehydratreiche Ernährung zu Übergewicht und Diabetes führt. Also Leute esst was euch gut tut und nicht was einige neun mal Klugen euch sagen.
bitboy0 03.05.2013
4. Und wieder eine Studie am Thema vorbei!
Eine Ernährung die "LC" ist, also wenig Kohlenhydrate beinhaltet, hat nicht nur 45% Fett-kcal in der Nahrung! Da sind es dann in der Regel eher 60% bis 75%. Erst dann stellt sich der Stoffwechsel so um das der gewünschte Effekt eintritt. (oder eintreten soll) Das man dann auch noch darauf achtet genug wertvolle Fette zu essen ist hoffentlich auch klar. Also hat die Studie bewiesen das es schädlich ist bei einer eher gewöhnlichen Ernährung mehr billige Fette zu sich zu nehmen. Das war auch vorher schon bekannt. Spannend wäre es gewesen die gleiche Untersuchung mit einer Ernährung mit wirklich stark reduzierten Kohlenhydraten zu machen.
maximilianeberl 03.05.2013
5. Fett macht nicht fett
Kohlehydrate machen fett! Ich habe mit einer fettreicher Ernährung plus massig Salat/Gemüse, wenig Obst (Fruktose!) und praktisch keinen Kohlehydraten 25 kg abgenommen. Meine Werte sind absolut normal, sodass mein Arzt sagt, er hätte gern meine Blutwerte.
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