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Wintersonnenwende: Schlafen und Bewegung dämpfen den Dunkelheitsfrust

Bewegung im Freien: Hilft, die dunkle Jahreszeit gut zu überstehen Zur Großansicht
DPA

Bewegung im Freien: Hilft, die dunkle Jahreszeit gut zu überstehen

Der Wunsch nach Schlaf ist selten so groß: Mit der Wintersonnenwende hat die dunkle Jahreszeit jetzt ihren Höhepunkt erreicht - und mit ihr der Kampf gegen die Müdigkeit. Ein paar Tricks können gegen den Dunkelheitsüberdruss helfen.

Wenn morgens um acht der Himmel lilafarben leuchtet und Nachmittags um vier die Sonne schon wieder hinterm Horizont versinkt, beherrschen Müdigkeit und Schlappheit das Empfinden vieler. Die Tage beginnen, sich zu ziehen; acht Uhr am Morgen fühlt sich an wie sechs Uhr in der Früh; drei Uhr am Nachmittag wirkt wie sieben Uhr am Abend.

Um auch in den besonders dunklen Wochen möglichst fit zu bleiben, empfiehlt der Chronobiologe Till Roenneberg Spaziergänge und viel Schlaf. "Der Winter ist per se eine Jahreszeit, in der wir länger schlafen. Man sollte deshalb versuchen, seinem Schlafbedürfnis nachzugeben und auch akzeptieren, dass man schlapp ist und Ruhe braucht", sagt Roenneberg, der an der Uni München arbeitet. Am Montag (22. Dezember) ist Wintersonnenwende, ab jetzt werden die Tage wieder länger.

Mangel an natürlichem Licht

"Wir sind nicht mehr genug draußen und bekommen nicht mehr genug natürliches Licht", sagt Fachmann Roenneberg. "Sollte man sich zu melancholisch fühlen, kann man dem entgegenarbeiten und viel nach draußen gehen." Das Licht unter freiem Himmel sei auch bei schlechtem Wetter viel intensiver als drinnen."Wenn man viel rausgeht, kann man außerdem nicht nur der schlechten Stimmung entgegenarbeiten, sondern am Abend auch besser schlafen."

In geschlossenen Räumen erreicht Lampenlicht maximal 500 Lux, selbst an grauen Wintertagen sind es draußen rund 7000 Lux. Mit wolkenfreien Sommertagen konkurrieren können diese Zahlen allerdings nicht: Dann erreicht das Licht draußen mitunter auch eine Stärke von 100.000 Lux.

Laut Roenneberg sind die meisten Menschen es nicht mehr gewohnt, den jeweiligen Jahreszeiten angepasst zu leben. "Sie wollen jederzeit topfit und aktiv sein. Doch das ist ein Fehler, weil wir als biologische Lebewesen in der Jahresstruktur leben."

Energiesparmodus ist Winterschlaf des Menschen

In den Wintermonaten verändere der Körper unter anderem seine Präferenzen für Nahrung, erklärte Roenneberg. "Im Winter isst man mehr Kohlenhydrate, im Sommer mehr Proteine. Die Tatsache, dass wir Weihnachtsplätzchen backen, hat also unter Umständen nicht nur traditionelle Gründe, sie sind schnelle Energienahrung."

Im Prinzip seien das körperliche und seelische Tief im Winter nichts anderes als der Winterschlaf des Menschen, bestätigt auch Psychiater Dieter Kunz in einem Interview auf SPIEGEL ONLINE. Evolutionär gesehen sei dieser Energiesparmodus sinnvoll gewesen, um den Winter zu überstehen.

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