Marotten in Partnerschaften "Du änderst dich nie!"

Wenn man es gerne ordentlich hat, der Partner aber nie aufräumt, nervt das gewaltig. Wie man es schafft, solche Dauerkonflikte zu lösen, darum geht es im vorletzten Teil des "Besser streiten"-Trainings.

Frederick Strasche/ SPIEGEL WISSEN


Gegensätze ziehen sich an, oder gleich und gleich gesellt sich gern - was hat die bessere Prognose für Liebesbeziehungen? Die Forschung sagt ganz klar: je ähnlicher, desto besser (mehr dazu im SPIEGEL WISSEN "Wie Liebe gelingt"). Manche Paartherapeuten sind der Meinung, dass etwa 90 Prozent der Paarkonflikte entstehen, weil Partner unterschiedlich sind und diese Unterschiede nicht ausgleichen können. Da man den anderen nicht ändern kann, muss man ihn so nehmen, wie er ist. Deshalb geht es in dieser Woche um die Frage, wie wir lernen, die "Marotten" und "Schwächen" des Partners zu akzeptieren.

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Aufgabe sieben

Schritt eins: Fokussieren Sie auf eine Eigenschaft Ihres Partners, die Sie nicht mögen, die Ihr Partner aber nicht ablegen wird. Unordentlichkeit, Introversion, Pedanterie, Geiz etwa sind beispielsweise recht stabile Eigenschaften. Versuchen Sie nun, sich vorzustellen, wie es ist, wenn Sie mit dieser Eigenschaft ganz einfach Ihren Frieden schließen und sich sagen: Okay, der andere ist eben so, das wird sich nicht ändern. Oft erleben Menschen bei diesem Gedanken übrigens nicht Frust - sondern Erleichterung.

Schritt zwei: Nun überlegen Sie, wie Sie die dadurch entstehenden Probleme stattdessen gemeinsam lösen können. Ist einer unordentlich, könnte eine Putzhilfe eine Lösung sein. Ist der Partner besonders verschlossen, zeigen Sie sich großzügig, wenn er nicht viel erzählt - und stellen Sie vielleicht einfach ein paar mehr Fragen.

Akzeptanz zu üben, ist heute wichtiger Bestandteil verschiedener verhaltenstherapeutischer Paartherapien. Sie kann ein entscheidender Schlüssel zu mehr Freude und Nähe in Beziehungen sein, in denen vorher besonders heftig gestritten wurde.

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