Depressionen: Wenn die Seele mit dem Körper leidet

Von

Oft nicht erkannt: Wenn körperliche Krankheiten Depressionen auslösen Zur Großansicht
DPA

Oft nicht erkannt: Wenn körperliche Krankheiten Depressionen auslösen

Ob Schlaganfall oder nur eine starke Erkältung: Körperliche Krankheiten können eine Depression auslösen. Doch oft bleibt die psychische Störung unerkannt - dabei könnte eine Therapie sogar Leben retten.

Anders trinken und essen, sich mehr bewegen. Abnehmen und das Rauchen einschränken. Die ärztlichen Ratschläge für Diabetiker klingen einleuchtend. Viele Betroffene sind allerdings nicht dazu in der Lage, sie zu befolgen. Ihre Psyche hindert sie daran.

Jeder fünfte Diabetiker ist depressiv, hat eine US-Übersichtsstudie mit 42 Untersuchungen gezeigt. Das Risiko, an einer Depression zu erkranken, ist demnach bei Diabetikern doppelt so hoch wie bei körperlich gesunden Menschen. Weil die Betroffenen die Motivation zum Lebenswandel nicht aufbringen können, verschlechtert sich ihr Zustand über die Jahre meist. Oft sterben sie früher als Diabetiker, die nicht depressiv waren.

Diabetes ist nur ein Beispiel von vielen. Das Risiko, an Depressionen zu erkranken, ist bei Menschen mit körperlichen Leiden teilweise zweimal oder viermal höher als bei körperlich Gesunden, zeigte ein deutsches Forscherteam an einer Stichprobe mit mehr als 50.000 Hausarzt-Patienten.

Die Wissenschaftler hatten für ihre Studie die häufigsten Erkrankungen aufgelistet, die Allgemeinmediziner jedes Jahr behandeln, und untersucht, wie viele der Patienten depressive Symptome zeigten. Vor allem Leiden am Herzen, aber auch Krebserkrankungen oder Schlaganfälle erhöhen demnach die Wahrscheinlichkeit, zusätzlich an Depressionen zu erkranken.

Kranke Seele, kranker Körper: Gefährliche Mischung

Selbst eine schwere Grippe kann bei anfälligen Menschen eine Depression auslösen, meinen Experten. "Immer im Herbst steigt die Zahl der Depressionspatienten. Das hängt auch mit grippalen Erkrankungen zusammen, die dann besonders virulent sind", sagt Mathias Berger, der Ärztliche Direktor der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums Freiburg.

Die Mischung von körperlicher und seelischer Erkrankung kann gefährlich sein. Kommt beispielsweise zu einem Schlaganfall noch eine Depression hinzu, mindert die psychische Störung die Genesung des Körpers - oder verschlimmert gar den Zustand. "Erkrankungen wie Infarkte oder Diabetes erfordern einen drastischen Lebenswandel: Nicht mehr Rauchen, mehr Bewegung, gesündere Ernährung und regelmäßige Arztbesuche. Sind die Patienten jedoch depressiv, können sie sich dazu nur selten aufraffen", erklärt Berger.

Die Folge: Ihre Lebenserwartung sinkt. Menschen, die nach einem Schlaganfall depressive Symptome entwickeln, haben im Vergleich zu Patienten, die nach solch einem Zwischenfall psychisch gesund bleiben, ein 3,5fach erhöhtes Risiko, in den Monaten nach dem Anfall zu sterben.

Depressionen
Krankheit und Verbreitung
Depressionen sind in der Bevölkerung weit verbreitet. Nach epidemiologischen Studien erkranken etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung im Laufe des Lebens an einer Depression. Gemeint sind damit nicht leichte Verstimmungen, sondern psychische Probleme, die behandelt werden müssen.

Geschieht dies nicht, können die Folgen dramatisch sein: Depressionen zählen in Deutschland zu den häufigsten Gründen für Berufsunfähigkeit und werden für die Mehrzahl der rund zehntausend jährlichen Suizide verantwortlich gemacht.
Ursachen und Formen
Die Ursachen der Depressionen sind vielfältig und bleiben bei vielen Patienten unbekannt. Auslöser kann ein Schicksalsschlag sein. Es gibt aber auch Depressionen, die von einem ungelösten, frühkindlichen Konflikt herrühren, der bis ins Erwachsenenalter hineingetragen wird. Auch Medikamente können mitunter eine Depression auslösen: Sie wird als Nebenwirkung bei zahlreichen Arzneien genannt.

Eine endogene Depression entsteht, wenn Stoffwechselvorgänge im Gehirn gestört sind. Sie tritt oft plötzlich und scheinbar ohne Ursache auf; Mediziner vermuten auch eine erbliche Komponente. Eine neurotische oder Erschöpfungsdepression kann durch langfristige Belastungen entstehen, eine reaktive Depression wird oft durch ein aktuelles Ereignis wie etwa einen Trauerfall verursacht.

Seltener ist die bipolare Störung, die früher auch manisch-depressive Erkrankung genannt wurde. Hier wechseln sich extrem gehobene Stimmung und tiefe Niedergeschlagenheit ab. Die Betroffenen erleben mehr und kürzere depressive Phasen, die immer häufiger auftreten, je länger die Störung anhält. Zusätzlich gibt es noch mehrere Unterformen der Depression.
Symptome
Der Depressive erlebt eine anhaltend gedrückte und traurige Stimmung, wobei die Symptome am Morgen oft schlimmer sind als abends. Ein wichtiges Symptom sind Schlafstörungen. Die Patienten ziehen sich zurück und verlieren das Interesse an gesellschaftlichen Kontakten und an vielen anderen Dingen des Lebens. Oft kommen Angst und unbegründete Schuldgefühle hinzu sowie das Gefühl völliger Wertlosigkeit.
Therapie
Depressionen gelten allgemein als gut behandelbar. Oft hilft eine Kombination aus modernen Psychopharmaka und Psychotherapie. In manchen Fällen ist auch gezielter Schlafentzug oder eine Lichttherapie sinnvoll. Nach Abklingen der Symptome muss die Behandlung meist lange Monate fortgesetzt werden, da ein hohes Rückfallrisiko besteht.
Was können Betroffene tun?
Um aus einer Depression herauszufinden, ist das Wichtigste, sich Hilfe bei einem Arzt, Psychotherapeuten oder einer anderen Anlaufstelle zu suchen.

Vielen Patienten hilft es, ihren Tagesablauf zu strukturieren, sagt Angelika Schlarb vom Psychologischen Institut der Universität Tübingen. "Es ist wichtig, morgens überhaupt aufzustehen und sich körperlich beziehungsweise sportlich zu engagieren. 30 Minuten schneller Spaziergang helfen dabei so gut wie ein Antidepressivum."

Zudem sollte man sich Aufgaben suchen, die zu bewältigen sind und Negatives umgehen. Angehörige sollten negative Äußerungen des Depressiven ignorieren und versuchen, auf mögliche positive Tagesereignisse zu sprechen zu kommen.

Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe bietet auf ihrer Internetseite weitere Informationen zur Krankheit. Um herauszufinden, ob man selbst depressiv ist, kann als erster Schritt der Selbsttest der Stiftung helfen.

Mit Material von dpa
Auch nach der Grippe das Bett nicht mehr verlassen

Warum körperliche Erkrankungen zu Depression führen können, ist bisher noch wenig erforscht. Theorien gibt es viele. Depressiv machendes Verhalten, hormonelle Mechanismen oder vererbte Gene können demnach körperlich erkrankte Menschen anfällig für die krankhafte Schwermut machen. Ist ein Patient etwa ängstlich und schont seinen Körper zu sehr, kann auch eine einfache Grippe zum seelischen Fiasko werden.

"Nach zwei Tagen mit Fieber im Bett haben viele Probleme mit dem Kreislauf. Statt diesen wieder in Schwung zu bekommen, schonen sie sich noch mehr. Die Kreislaufprobleme dauern an und die Gewissheit nicht belastbar zu sein, nimmt zu", skizziert der Neurologe und Psychiater Karl Mayer den Beginn eines Teufelskreises. Rückzug, wenig Bewegung und gedrückte Stimmung sind die Folge.

Bei anderen wiederum sind es Gefühle und Gedanken, die eine psychische Erkrankung bei einer Grippe begünstigen können. "Eine Infektion erschöpft. Selbst bei einem banalen Schnupfen fühlen wir uns oft benommen. Manche leiden besonders stark darunter, weil sie sich dann nicht mehr so leistungsfähig wie sonst fühlen", erklärt Mayer. Die Patienten werten sich selbst ab.

Ähnliches erklärt womöglich auch eine Depression nach einem Herzinfarkt oder einem Bandscheibenvorfall. "Das Bild von sich selbst als mobilen und belastungsfähigen Menschen ist nach solch einem einschneidenden Erlebnis angeschlagen", erklärt der Facharzt. Dies kann schnell zu starker Niedergeschlagenheit und einer pessimistischen Sicht auf die Zukunft führen.

Diabetes erhöht Stresshormonspiegel

Bei Diabetes ist der Mechanismus noch nicht klar. Doch die Parallelen zwischen der Stoffwechselerkrankung und Depressionen deuten auch hier auf ein Verhaltensproblem hin. Diabetes Typ 2 entsteht bei Übergewicht. Die Patienten bewegen sich meist wenig und ernähren sich ungesund. Auch Depressive legen wenig Wert auf eine vollwertige Ernährung und sind kaum aktiv.

So kann einerseits eine Depression Diabetes begünstigen, aber auch andersherum Diabetes depressives Verhalten auslösen. Wissenschaftler vermuten außerdem, dass bei der Stoffwechselerkrankung das körpereigene Stresshormon Kortisol in zu hohen Dosen ausgeschüttet wird. Der Botenstoff ist eng mit Depressionen verknüpft.

Oft bleibt die Zusatzerkankung der Seele unentdeckt: In zwei von drei Fällen übersehen Mediziner die Depression. "Die Patienten gehen schließlich wegen körperlicher Probleme zum Arzt, berichten daher gar nicht von ihren Schlafproblemen, von ihrer Niedergeschlagenheit und den Zukunftsängsten, die sie plagen. Und die Mediziner fragen meist auch nicht nach psychischen Problemen", berichtet Berger. Dass manche körperliche Probleme häufig mit psychischen Erkrankungen einhergehen können, ist Patienten und Ärzten oft nicht geläufig.

Um der Doppelerkrankung vorzubeugen, empfehlen Experten daher, beim Hausarzt auch psychische Probleme wie Schlafstörungen anzusprechen. Sie könnten Vorboten einer Depression sein. Werden sie rechtzeitig behandelt, muss es nicht zur ausgewachsenen Schwermut kommen.

Ein weiteres Mittel: Akzeptieren lernen, dass der Körper nicht immer funktionieren kann. "Die meisten Rollstuhlfahrer sind auch nicht depressiv", sagt Psychiater Mayer. "Sie haben sicherlich zu Beginn Probleme, sich zurechtzufinden. Aber das eigene Herangehen an die neue Situation ist entscheidend. Das heißt: Wie stark ist mein Nervenkostüm, was mache ich aus der Situation?"

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 64 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Angst
01099 27.06.2012
Jaja, immer schön ängstlich bleiben. Was heute eher Depressionen und andere psychische Störungen auslöst, ist eher die mediale Angstmacherei, die uns tagtäglich umgibt. Überall lauern Mörder, Vergewaltiger, Betrüger, Krisen, Hartz4, Schläger in der U-Bahn, Gift in Lebensmitteln, Betrug am Geldautomaten, nukleare Katastrophen, Zunamis, Hautkrebs, Strahlen aus dem Telefon usw. Ich empfehle wirklich jedem, einmal Fernsehen unter dem Schlagwort "Angst" zu schauen und man wird feststellen, dass 80% des Gesendeten damit zu tun hat. Ob das sogenannte "Ratgeber" sind oder das Vormittagsprogramm bei ARD und ZDF, überall wird vor irgendwas gewarnt. Machen Sie dies nicht, tun Sie jenes nicht, bleiben Sie wachsam. Letztlich geht es auch bei der sonntäglichen, dumpfen Tatort-Routine nur um das Thema. Das gleiche gilt im Übrigen auch für so ziemlich jede Zeitung und jedes Magazin. Positive Meldungen gibt es kaum, außer eine Bärenmutter hat ihr kleines aus irgendeiner Garage gerettet oder Michelle Hunziker ist frisch verliebt. Dieses Denken verändert die Psyche, wie Neurologen und Hirnforscher nachgewiesen haben und von ihm lebt eine ganze Industrie. Wofür sind denn all die nutzlosen Ratgeber da, die unsere Buchläden vertopfen? Da machen unqualifizierte Schreiberlinge mit der Angst vor'm Alter, vor dem Alleinsein, vor'm Dickwerden und alle dem anderen Quatsch dicke Kohle. Auch die ganze Esoterik-Mafia scheffelt an dieser Stelle Geld. Gerade der Deutsche scheint doch sehr anfällig dafür zu sein. Wie Löwenzahn immer sagte: "Abschalten!".
2.
korox 27.06.2012
@01099: Möglicherweise mögen Sie wohlbehütet zuhause sitzen, nen tollen Job haben und den Grossteil der Angst nur aus den Medien kennen, aber es gibt genug Menschen, die tagtäglich im realen Leben durch diverse Umstände mit der Angst konfrontiert sind. Sie brauchen vielleicht nur den Fernseher ausschalten, andere hingegen müssen weitaus mehr tun, um dieser Angst Herr zu werden. Abschalten ist da aber dennoch nicht unbedingt drin.
3.
01099 27.06.2012
Zitat von korox@01099: Möglicherweise mögen Sie wohlbehütet zuhause sitzen, nen tollen Job haben und den Grossteil der Angst nur aus den Medien kennen, aber es gibt genug Menschen, die tagtäglich im realen Leben durch diverse Umstände mit der Angst konfrontiert sind. Sie brauchen vielleicht nur den Fernseher ausschalten, andere hingegen müssen weitaus mehr tun, um dieser Angst Herr zu werden. Abschalten ist da aber dennoch nicht unbedingt drin.
Das ist schon klar und ich wollte eine echte Depression auch keinesfalls relativieren. Ich mache mir nur Gedanken darüber, was wirklich organisch zu dieser Krankheit führt und was die äußeren Faktoren dafür sein könnten. Keine Angst, ich kenne dieselbe nicht nur aus den Medien, habe mich aber aufgrund einer zurückliegenden Angststörung mit dem Thema bewusst auseinandergesetzt und überprüft, inwieweit ich meine Ängste steuern kann und welche ich absorbiere, zum Beispiel durch Medienkonsum. Und ich bin dazu gekommen, diese Dinge viel selektiver als früher an mich heranzulassen. Ich habe mir sozusagen eine Art "Medienhygiene" angewöhnt und ich muss sagen, die hilft. Allen andern, die mit beginnender Depression zu kämpfen haben, rate ich dringend zum Ernstnehmen der Symptome und zum Mut, sich professionelle Hilfe zu suchen. Wie Krebs keinen Aufschub bei der Bekämpfung duldet, muss auch diese psychische Erkrankung so bald wie möglich therapiert werden.
4. Untermieter
Psycha 27.06.2012
Zitat von sysopDPAOb Schlaganfall oder nur eine starke Erkältung: Körperliche Krankheiten können eine Depression auslösen. Doch oft bleibt die psychische Störung unerkannt - dabei könnte eine Therapie sogar Leben retten. http://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/0,1518,835355,00.html
Nimmt man den Körper als eine Art Schlachtfeld, wo Böse gegen Gute kämpfen, ich rede von Bakterien, Viren, Pilzen, und Untermietern wie Würmern etc., dann ist es durchaus denkbar, dass wenn der Körper angeschlagen ist, die Bösen sich besser vermehren können. Und ich bin mir inzwischen sicher, dass zumindest ein Teil der Depressionen von einem "bösen Untermieter" ausgelöst wird.
5. abschalten
schna´sel 27.06.2012
Zitat von 01099Jaja, immer schön ängstlich bleiben. Was heute eher Depressionen und andere psychische Störungen auslöst, ist eher die mediale Angstmacherei, die uns tagtäglich umgibt. Überall lauern Mörder, Vergewaltiger, Betrüger, Krisen, Hartz4, Schläger in der U-Bahn, Gift in Lebensmitteln, Betrug am Geldautomaten, nukleare Katastrophen, Zunamis, Hautkrebs, Strahlen aus dem Telefon usw. Ich empfehle wirklich jedem, einmal Fernsehen unter dem Schlagwort "Angst" zu schauen und man wird feststellen, dass 80% des Gesendeten damit zu tun hat. Ob das sogenannte "Ratgeber" sind oder das Vormittagsprogramm bei ARD und ZDF, überall wird vor irgendwas gewarnt. Machen Sie dies nicht, tun Sie jenes nicht, bleiben Sie wachsam. Letztlich geht es auch bei der sonntäglichen, dumpfen Tatort-Routine nur um das Thema. Das gleiche gilt im Übrigen auch für so ziemlich jede Zeitung und jedes Magazin. Positive Meldungen gibt es kaum, außer eine Bärenmutter hat ihr kleines aus irgendeiner Garage gerettet oder Michelle Hunziker ist frisch verliebt. Dieses Denken verändert die Psyche, wie Neurologen und Hirnforscher nachgewiesen haben und von ihm lebt eine ganze Industrie. Wofür sind denn all die nutzlosen Ratgeber da, die unsere Buchläden vertopfen? Da machen unqualifizierte Schreiberlinge mit der Angst vor'm Alter, vor dem Alleinsein, vor'm Dickwerden und alle dem anderen Quatsch dicke Kohle. Auch die ganze Esoterik-Mafia scheffelt an dieser Stelle Geld. Gerade der Deutsche scheint doch sehr anfällig dafür zu sein. Wie Löwenzahn immer sagte: "Abschalten!".
Hört sich sehr gesund an diese Meinung. Aber die Frage ist: Was war eher da, das Ei oder die Henne? Also: ist ängstliches Denken die Ursache, oder entsteht dieses Denken erst aus einer Situation heraus, die wir als Alltag wahrnehmen und auf die wir kaum einen Einfluss haben? Die man aber praktisch gar nicht mehr ausblenden kann, weil sie für uns Realität ist: Nachrichten, die uns dauernd mit Politik konfrontiert, vor der man als Normalbürger hilflos zu stehen scheint: ökonomische Krisen, humanitäre Katastrophen, ökologische Bedrohung, emotional aufgeputschte Events aus der Sport- und Unterhaltungindustrie, dazu psychologisch raffinierteste Werbung. Es gibt Menschen die das einfach "abschalten" können. Aber das kann nicht jeder. Jeder hat eine andere Haut und bei vielen ist die einfach dünner als bei anderen. Was man natürlich nicht unbedingt verstehen kann wenn man an dem Punkt einfach abschaltet...
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Gesundheit
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Psychologie
RSS
alles zum Thema Depressionen
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 64 Kommentare
Zur Autorin
  • Jana Hauschild ist Psychologin und arbeitet als freie Journalistin in Berlin.

Anlaufstellen und Notdienste
Seelennöte aller Art
Die Katholische und die Evangelische Konferenz für Telefonseelsorge und Offene Tür e.V. bieten unter den bundeseinheitlichen und kostenlosen Nummern 0800-1110111 und 0800-1110222 anonyme Telefonseelsorge rund um die Uhr. Die Anrufer werden bei Bedarf an Einrichtungen in der Nähe des Wohnorts weitervermittelt.

Auf dem Internetportal gibt es zudem die Möglichkeit zur Chat- oder Emailberatung. Hier finden Menschen Hilfe, die Krisenzeiten durchleben, etwa unter Sucht, Krankheit oder Einsamkeit leiden und Suizidgedanken haben.
Erste Hilfe bei Depressionen
Das Portal der Stiftung Deutsche Depressionshilfe bietet weiterführende Informationen und Kontakte zu Krisendiensten. Dort kann man, nach Postleitzahlen gegliedert, ortsgebundene Anlaufstellen finden.

Bei akuten Notfällen sollte der Rettungsdienst unter der Nummer 112 verständigt werden.
Erste Hilfe bei Alkoholsucht
Auf dem Hilfsportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) finden sich ein Selbsttest und Informationen zum Thema Alkohol beziehungsweise Suchtprävention.

Interessierten steht zudem ein Infotelefon zur Verfügung. Die Mitarbeiter der BZgA beantworten unter der Nummer 0221-892031 Fragen zur Suchtvorbeugung und vermitteln Betroffene an Beratungsstellen in ihrer Nähe. Die Homepage bietet zudem ein Verzeichnis der Suchtberatungsstellen.
Erste Hilfe bei Spielsucht
Auf dem Portal zur Spielsucht der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung gibt es einen Selbsttest, eine Chatsprechstunde, eine Online-Beratung sowie ein kostenloses und anonymes Beratungstelefon unter der Nummer 0800-1372700. Außerdem bietet das Portal weiterführende Links zu regionalen Anlaufstellen in Wohnortnähe.
Spezifische Hilfe für Kinder, Jugendliche und Eltern
Beim kostenlosen und anonymen Angebot des Vereins Nummer gegen Kummer können Kinder und Jugendliche über Sorgen und Probleme reden. Unter der Nummer 0800-1110333 erhalten die Jugendlichen montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr Hilfe, samstags beraten Jugendliche die Jugendlichen.

Daneben bietet der Verein eine separate Nummer für Eltern. Unter 0800-1110550 erhalten Eltern Unterstützung bei schwierigen Erziehungsfragen. Die Telefonberatung ist Montag bis Freitag zwischen 9 und 11 Uhr, Dienstag und Donnerstag zwischen 17 und 19 Uhr erreichbar.