AOK-Familienumfrage So geht es Deutschlands Eltern und Kindern

Die meisten Eltern in Deutschland genießen das Familienleben. Laut einer AOK-Umfrage sind fast alle gesund, nur an Zeit mangelt es häufig. Und wer doch Probleme hat? Für den haben die Forscher Empfehlungen.

Gemeinsames Tauziehen: Deutsche Eltern sind gesund und zufrieden
Corbis

Gemeinsames Tauziehen: Deutsche Eltern sind gesund und zufrieden


Berlin - Acht Millionen Familien mit minderjährigen Kindern leben in Deutschland. Doch wie ist es um die Gesundheit der Eltern und ihrer Kinder bestellt? Das Heidelberger Sinus-Institut hat im Auftrag der AOK mehr als 1500 Mütter und Väter befragt und kommt zu einem erfreulichen Schluss: Eltern geht es psychisch, körperlich und finanziell besser als vor einigen Jahren.

Doch die aktuelle AOK-Familienstudie, die an diesem Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde, zeigt auch einige Probleme auf. Die Kernaussagen im Überblick:

  • Die Gesundheit der Kinder: Bei jedem fünften Kind berichten die Eltern von wiederkehrenden Beschwerden wie Rückenschmerzen, Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder Schlafproblemen. Die betroffenen Kinder haben in Kita und Schule häufiger Probleme als ihre gesunden Altersgenossen, sie können sich auch schlechter konzentrieren.
    Doch der großen Mehrheit geht es gut: 80 Prozent der Kinder haben keine gesundheitlichen Beschwerden. Diese Ergebnisse decken sich weitgehend mit einer großen Studie zur Kindergesundheit des Robert Koch-Instituts (RKI). Bei der Untersuchung hatten sogar 94 Prozent der Eltern den allgemeinen Gesundheitszustand ihrer Kinder als gut oder sehr gut eingeschätzt.

  • Die Gesundheit der Eltern: Die meisten Eltern in Deutschland sind gesund und munter. Zwei von drei Eltern geben an, dass es ihnen gesundheitlich gut oder sogar sehr gut geht. Nur sechs Prozent klagen über eine schlechte oder sogar sehr schlechte Gesundheit.
    Dabei geht es Alleinerziehenden deutlich schlechter als Paaren: Bei ihnen berichtet nicht einmal jeder Zweite von einer guten bis sehr guten Gesundheit, 17 Prozent klagen über andauernde mentale Probleme. Bei den Eltern in Beziehungen sind das nur sechs Prozent.

  • Stressfaktoren: Zu wenig Zeit belastet Eltern am meisten. Fast jeder Zweite gibt an, dass er häufig unter Zeitstress steht - die Betroffenen klagen auch häufiger über eine psychische Belastung. Finanzielle Sorgen hingegen macht sich laut der Umfrage nicht einmal jeder Dritte (28 Prozent). Die Situation scheint sich seit 2010 etwas verbessert zu haben, damals klagten noch 33 Prozent der befragten Eltern über ihre Finanzen.
  • Familienleben: Viele Deutsche scheinen ein Familienleben zu führen, wie sie es sich wünschen. 95 Prozent der Eltern in Paarfamilien sind sehr zufrieden oder eher zufrieden mit ihrem Familienleben. Bei den Alleinerziehenden trifft dies auf 80 Prozent der befragten Eltern zu.
  • Medienkonsum: Die deutschen Eltern sind - zumindest laut ihren eigenen Angaben - streng bei Fernsehen, Computerspielen und Co. Neun von zehn Befragten setzen ein Zeitlimit beim Fernsehen und grenzen die Computernutzung ein. Etwas nachlässiger sind die Eltern bei Smartphones, hier grenzen nur 72 Prozent der Eltern den Gebrauch ein.
    Interessant ist aber auch, wie die Eltern die Medienkompetenz ihrer Kinder einschätzen: Im Schnitt gehen sie davon aus, dass Mädchen die Inhalte kritischer bewerten können als Jungs. Jungs hingegen haben laut der Einschätzung ihrer Eltern deutlich weniger Probleme damit, die Medien technisch zu bedienen.

Die Ergebnisse der Studien zeigen auch, dass alle Faktoren miteinander verwoben sind: Sind die Kinder gesund, sind die Eltern auch häufiger glücklich mit der Familie und Paare haben weniger Probleme miteinander. "Achten Sie auf Ihre Partnerschaft und Ihr Familienleben, denn auch sie bestimmen die Gesundheit Ihrer Kinder mit", lautet eine Empfehlung im AOK-Bericht.

Ebenso geht es Kindern besser, wenn ihre Eltern sich zeitlich weniger belastet fühlen. Mindestens eine Mahlzeit pro Tag gemeinsam einnehmen, lautet deshalb eine zweite Empfehlung des Berichts. Eltern sollten sich ein breites Netzwerk aus Familienmitgliedern, Nachbarn, Freunden und Erziehern aufbauen, die sie unterstützen.

Für die Untersuchung hatte das Heidelberger Sinus-Institut im Herbst 2013 insgesamt 1503 Mütter und Väter in Deutschland befragt, die mindestens ein Kind im Alter zwischen vier und 14 Jahren haben. Die Auswahl war für die Bevölkerung in Deutschland repräsentativ, allerdings waren Befragte mit einer höheren Bildung überrepräsentiert.

irb



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 58 Beiträge
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Seite 1
!!!Fovea!!! 06.03.2014
1.
Zitat von sysopCorbisDie meisten Eltern in Deutschland genießen das Familienleben. Laut einer AOK-Umfrage sind fast alle gesund, nur an Zeit mangelt es häufig. Und wer doch Probleme hat? Für den haben die Forscher einfache Empfehlungen. http://www.spiegel.de/gesundheit/schwangerschaft/aok-familienstudie-so-gesund-sind-eltern-und-kinder-a-957141.html
Das trifft anscheinend nur auf die AOK Mitglieder zu. Ich kenne "Elternteile" die haben keine Zeit für ihre Kinder, da sie wegen Unterhaltsverpflichtungen arbeiten müssen, damit 1/3 des Gehaltes an die Kinder geht. Allerdings fühlen die sich aufgrund der Ausbeutermentalität des Staates, der kein Interesse in dieser Hinsicht gegenüber den Kindern hat, nicht sehr wohl und denen geht es auch nicht gut.
j.vantast 06.03.2014
2. Wow
Zitat von sysopCorbisDie meisten Eltern in Deutschland genießen das Familienleben. Laut einer AOK-Umfrage sind fast alle gesund, nur an Zeit mangelt es häufig. Und wer doch Probleme hat? Für den haben die Forscher einfache Empfehlungen. http://www.spiegel.de/gesundheit/schwangerschaft/aok-familienstudie-so-gesund-sind-eltern-und-kinder-a-957141.html
Na das ist doch mal eine Erkenntnis. Und was hat die AOK bezahlt um solche Binsenweisheiten zu erfahren?
rebew_01 06.03.2014
3. optional
ich denke diese Studie trift die Lebenwirklichkeit in Deutschland recht gut, auch wenn jetzt wieder die "schlecht mach" Lobbisten auf schreien werden, aber die bekommen dadurch ja auch ihr Geld. P.S. Kommentar wird wahrscheinlich wie viele andere von mir nicht veröffentlicht, wenns nich ins Bild von SPON passt.
pantokrator 06.03.2014
4. hat diesen Beitrag
das Bundesfamilienministerium gezahlt?
skorpianne 06.03.2014
5. Na so
Zitat von !!!Fovea!!!Das trifft anscheinend nur auf die AOK Mitglieder zu. Ich kenne "Elternteile" die haben keine Zeit für ihre Kinder, da sie wegen Unterhaltsverpflichtungen arbeiten müssen, damit 1/3 des Gehaltes an die Kinder geht. Allerdings fühlen die sich aufgrund der Ausbeutermentalität des Staates, der kein Interesse in dieser Hinsicht gegenüber den Kindern hat, nicht sehr wohl und denen geht es auch nicht gut.
Also ich kenne "Elternteile", die haben nach der Geburt einfach ein paar Jahre nicht gearbeitet und im Anschluss in Teilzeit, weil das Gehalt des einen Elternteils ausreicht.
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