Forsa-Umfrage: Das stresst Mütter am meisten

Kinder sind ein Stressfaktor, sagt jede zweite Mutter in Deutschland. Doch der Nachwuchs wirkt sich auch positiv auf die eigene Gesundheit aus, findet die große Mehrheit laut einer aktuellen Umfrage. Bei der gefühlten Belastung gibt es ein überraschendes Ost-West-Gefälle.

Mutter mit Kind auf einem Musikfestival: Sorge um Krankheiten stresst Mütter Zur Großansicht
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Mutter mit Kind auf einem Musikfestival: Sorge um Krankheiten stresst Mütter

Hamburg - Immer fröhliche, lachende und zufriedene Kinder gibt es nur in der Werbung. Die eigenen Kinder können für Eltern auch ein Stressfaktor sein. In Deutschland empfindet das fast jede zweite Mutter so, zeigt eine aktuelle Umfrage.

Vor allem die Mehrfachbelastung durch Erziehung, Haushalt oder Beruf empfinden 75 Prozent der Frauen als auslaugend, wie die DAK-Gesundheit am Mittwoch in Hamburg mitteilte. "Für Mütter in Vollzeitbeschäftigung ist die Vereinbarkeit von Job und Familie mit 90 Prozent besonders anstrengend." Kurz vor dem Muttertag am Sonntag, 12. Mai, hat die Kasse die repräsentative Forsa-Umfrage unter 1003 Frauen mit mindestens einem minderjährigen Kind in Auftrag gegeben.

Die große Mehrheit der Mütter findet aber dennoch, dass sich Kinder insgesamt positiv auf ihre Gesundheit auswirken: 83 Prozent der Befragten erklärten, der Nachwuchs tue ihnen gut. "Trotz aller Anstrengung geben Kinder ihren Eltern auch Kraft und Energie", erklärte die Krankenkasse.

Muttertag ist nur wenigen Müttern wichtig

Die körperlichen und psychischen Belastungen durch Kinder sind für insgesamt 47 Prozent der Befragten sehr groß (17 Prozent) oder groß (30 Prozent). "Besonderen Stress empfinden Mütter mit mehreren Kindern und mit jüngeren Kindern im Alter bis zu fünf Jahre", hieß es. Die Umfrage zeigt auch regionale Unterschiede: Während sich in Ostdeutschland nur 14 Prozent der Frauen für sehr stark belastet halten, sind es in Baden-Württemberg 22 Prozent.

Nach dem wichtigsten Stressfaktor, der Mehrfachbelastung, empfinden 37 Prozent der Befragten die Sorge um Krankheiten oder Verletzungen der Kinder als belastend. Als weitere Gründe wurden genannt: Stress in Kindergarten oder Schule (32 Prozent), finanzielle Probleme (21 Prozent) und Streit in der Familie (20 Prozent). "Die Ergebnisse zeigen, unter welchem Druck viele Frauen tagtäglich stehen", sagte DAK-Präventionsexpertin Hella Thomas. "Genau wie im Job sind regelmäßige Pausen, Lob und Anerkennung wichtig, damit eine körperliche oder psychische Belastung durch die Kinder nicht krank macht."

Den Muttertag finden nach den Ergebnissen der Umfrage nur neun Prozent der Frauen sehr wichtig und 23 Prozent wichtig. Zwei Drittel der Mütter halten die Bedeutung des nicht gesetzlichen Feiertags dagegen für weniger wichtig (38 Prozent) oder überhaupt nicht wichtig (29 Prozent).

Kinder wünschen sich mehr Zeit mit ihren Müttern

Zum Muttertag konzentriert sich das "Kinderbarometer" der LBS West auf die Wünsche der Kinder: 40 Prozent der Befragten neun- bis 14-Jährigen würden gerne mit ihrer Mutter Kochen oder Backen. 38 Prozent der Befragten nannten in der am Mittwoch in Berlin vorgestellten Studie gemeinsames Spielen mit der Mutter als Wunsch, 30 Prozent gemeinsamen Sport.

"Die Ergebnisse des LBS-Kinderbarometers lassen erkennen, dass das Wohlbefinden von Kindern stark mit der Bewertung der Arbeitszeit der Mutter zusammenhängt. Immerhin knapp ein Viertel der Kinder wünschen sich, dass ihre Mütter weniger arbeiten gehen", sagte Christian Schröder von der LBS. Kinder, die mit der Arbeitszeit der Mutter zufrieden seien, fühlten sich in ihrer Familie deutlich wohler.

Bundesweit waren für die repräsentative Umfrage 10.000 Kinder befragt worden. Für das Kinderbarometer werden seit 2007 im zweijährigen Rhythmus bundesweit Schulkinder zwischen 9 und 14 Jahren mittels Fragebögen befragt. Im Jahr 2012 hatte das Kinderbarometer nach den Wünschen an die Väter gefragt. Damals sahen die Kinder das männliche Elternteil eher als Partner bei Spiel (40 Prozent), Sport (33) und Computerspielen (21). Beim Backen und Kochen (34) oder der Hilfe bei den Hausaufgaben (23) wurden den Vätern deutlich weniger Kompetenzen zugesprochen.

Nach Meinung des Münsteraner Soziologen Roland Schindler setzt das Ergebnis des LBS-Kinderbarometers die Mütter unnötig unter Druck. "Zwei Drittel der Kinder haben sich zufrieden gezeigt mit der Situation in der Familie. Das ist ein toller Wert", sagte Schindler. Dass jetzt die Rolle der Mütter einseitig auf das Problem Zeitmangel im Zusammenhang mit dem Job reduziert werde, sei nicht in Ordnung. Der Forscher von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sieht darin eine versteckte Anklage an die Mütter.

cib/dpa

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1. optional
hansmaus 08.05.2013
hmmm das sich über den Muttertag noch keine krampfhaft politisch korrekten aufgeregt haben wundert mich. Schließlich wurde der Tag von Blumenhändlern (WIRTSCHAFT!) eingeführt und erst bei den Nazis so richtig groß ausgerollt. Leute da kann man sich wieder empören und so richtig schön betroffen sein das es so einen Tag überhaupt noch gibt. Ansonsten kann ich der Studie nur zu stimmen, wenn die Kinder erstmal alle in der Schule sind wirds ruhiger und entspannter
2. optional
hansmaus 08.05.2013
hmmm das sich über den Muttertag noch keine krampfhaft politisch korrekten aufgeregt haben wundert mich. Schließlich wurde der Tag von Blumenhändlern (WIRTSCHAFT!) eingeführt und erst bei den Nazis so richtig groß ausgerollt. Leute da kann man sich wieder empören und so richtig schön betroffen sein das es so einen Tag überhaupt noch gibt. Ansonsten kann ich der Studie nur zu stimmen, wenn die Kinder erstmal alle in der Schule sind wirds ruhiger und entspannter
3. Forsa ist
blue.sky 08.05.2013
so repräsentativ wie der Mangel an BIO-Produkten in Deutschland. Obsolet...
4. Jaja, die Mütter...
Andreas Kolb 08.05.2013
Was die Väter stresst, scheint keinen zu interessieren. Wie immer nach dem Motto: Die Kerle sind gut zum Geldverdienen, ansonsten spielen sie keine Rolle im Familienleben. Zur Verschleierung dieser Haltung nimmt man den Muttertag zum Anlass der Umfrage und schon merkt's keiner.
5. Vater
travelfox42 08.05.2013
Als alleinerziehender Vater in Vollzeitbeschäftigung fühle ich mich auch manchmal gestresst. Aber darüber gibt es keine Studien...
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