Höchste Geburtenziffer seit 1973 Babyboom in Deutschland

In Deutschland kommen immer mehr Babys zur Welt, zuletzt stieg die Zahl der Geburten um sieben Prozent. Statistiker führen das auf zwei Gründe zurück.

Angela Merkel mit Babys im März 2017
REUTERS

Angela Merkel mit Babys im März 2017


Der Geburtenanstieg in Deutschland setzt sich fort. Im Jahr 2016 wurden 792.131 Kinder geboren, teilte das Statistische Bundesamt mit. Das waren 54.556 Babys oder sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Damit stieg die Zahl der in Deutschland geborenen Kinder das fünfte Jahr in Folge und erreichte wieder das Niveau von 1996.

Das ist vor allem damit zu erklären, dass Frauen im Alter zwischen 30 und 37 Jahren häufiger Kinder bekommen. Außerdem gibt es derzeit mehr potenzielle Mütter in diesem Alter.

In den westdeutschen Flächenländern und in den Stadtstaaten stieg die Zahl der Babys durchschnittlich um acht Prozent, in den ostdeutschen Ländern nur um vier Prozent.

Geburten in Deutschland

Jahr geborene Kinder
2011 662.685
2012 673.544
2013 682.069
2014 714.927
2015 737.575
2016 792.131

Quelle: Statistisches Bundesamt

Die Mütter von 607.500 neugeborenen Kindern haben die deutsche Staatsbürgerschaft, das waren drei Prozent mehr als im Vorjahr. Die Mütter von 184.660 im Jahr 2016 geborenen Kindern haben eine ausländische Staatsangehörigkeit, was einem Anstieg von 25 Prozent entspricht.

Höchste Geburtenziffer seit 1973

Insgesamt lag die Geburtenziffer im Jahr 2016 damit bei 1,59 Kindern je Frau. Das ist der höchste seit 1973 gemessene Wert. 2015 betrug die Geburtenziffer noch 1,50 Kinder je Frau.

Mit der aktuellen Geburtenziffer rückt Deutschland ins europäische Mittelfeld. Im EU-Durchschnitt betrug 2016 die zusammengefasste Geburtenziffer nach Angaben des Europäischen Statistikamtes 1,6 Kinder je Frau. Die höchste Geburtenziffer hat Frankreich mit 1,92, die niedrigste Italien und Spanien mit 1,34 Kindern je Frau.

Die Geburtenziffer gibt an, wie viele Kinder eine Frau im Lauf ihres Lebens bekommen würde, wenn ihr Geburtenverhalten so wäre wie das aller Frauen zwischen 15 und 49 Jahren im jeweiligen Jahr. Die Frage nach der Zahl der Kinder, die Frauen im Laufe ihres Lebens tatsächlich bekommen haben, kann für Jahrgänge erst beantwortet werden, wenn sie das Ende des gebärfähigen Alters erreicht haben. Das wird bei Frauen statistisch mit 49 Jahren angesetzt.

wbr/irb/AFP/dpa



insgesamt 162 Beiträge
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joey2312 28.03.2018
1. Eine gute Nachricht!
Jetzt kommt es darauf an, die Angebote von der frühkindlichen Bildung bis hin zur Universität für alle zugänglich zu machen, um diese Ressource zu nutzen.
rational_bleiben 28.03.2018
2.
Spanien, Italien, Portugal, Zypern, Malta und Griechenland auf den letzten Plätzen, das ist die vollständige Liste der mediterranen Wirtschaftskrisenstaaten der EU. Dank Aufklärung und Alphabetisierung sind die Europäer mittlerweile klug genug sich in wirtschaftlich schwierigen Zeiten mit Kindern zurückzuhalten.
bienchen631 28.03.2018
3. Na fein
Hätte mir gewünscht, ein wenig mehr über die gesellschaftliche Verteilung zu erfahren. In-oder Ausländer ist doch wieder nur Wasser in die Mühlen der Rechten. Eltern aus der Mittelschicht haben e meiner Meinung nach am schwersten, da sie ganz hinten stehen bei der Vergabe von Kitaplätzen. Bist Du verheiratet und Beide arbeiten, dann schaut es ganz schlecht aus.
nadennmallos 28.03.2018
4. Die Deutsche Antwort auf Einwanderer (Sarkasmus!!!)
Aber im Ernst: Das ist eine gute Entwicklung, wenn es auch nur drei Prozent der Deutschen betrifft. Vielleicht findet ja bei uns so gaaaanz langsam ein Umdenken statt. Allerdings haben andere Länder ein entpannteres Verhältnis was Kinder angeht, bei Ihnen gehören Kinder zum Leben einfach dazu. Davon können wir uns eine dicke Scheibe abschneiden.
andreasreiter 28.03.2018
5. KITA wirkteben
Es ist schon erstaunlich, wie einer der großen Einflussfaktoren wieder einmal übergangen wird. Schon lange weiß man zum Beispiel aus Frankreich, dass eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Elternschaft sich positiv auf den Wunsch Kinder zu kriegen auswirkt. Für Schröder war Familienpolitik Gedöns und die CDU und besonders die CSU haben sich lange in ihrer 60ger- Jahre- Nostalgie lange gegen den flächendeckenden Ausbau von genügend Kita und Ganztagsschulplätzen gewehrt. Jetzt zeigen sich die ersten Folgen des Kita-Ausbaus, wobei wir noch weit von eine ausreichenden Versorgung sind und schon steigen die Geburten leicht an. Aber der wirkliche Erfolg wird erst in 20-25 Jahren sichtbar werden, wenn die jetzigen Kita Zöglinge selber in Kinder haben wollen und es aus Erfahrung selbstverständlich finden, dass man nicht zwischen Kinderwunsch oder Karriere entscheiden muss.
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