03. Dezember 2012, 19:32 Uhr

Kate im Krankenhaus

So leiden Frauen unter Schwangerschaftsübelkeit

Ständig ist ihnen schlecht, mehrmals am Tag müssen sie sich übergeben: Manche werdende Mütter durchleben eine besonders schwere Form der Schwangerschaftsübelkeit - auch Herzogin Catherine hat es getroffen. Sie wird jetzt in einer Londoner Klinik behandelt.

London - Manches Übel bleibt auch einem Royal nicht erspart. Großbritannien freut sich mit Prinz William und Herzogin Catherine über die bevorstehende Geburt des königlichen Nachwuchs - die Nebenwirkungen der Schwangerschaft muss Kate allerdings selbst ertragen: Kate leidet offenbar an einer schweren Form der Schwangerschaftsübelkeit. Am Montagnachmittag sei sie deshalb in eine Londoner Privatklinik gebracht worden, hieß es in einer Mitteilung des Büros von Prinz William.

Unter der sogenannten Hyperemesis gravidarum (HG) leiden werdende Mütter vor allem im frühen Stadium der Schwangerschaft. Diese Form der Übelkeit hat aber mit der gewöhnlichen Morgenübelkeit, die bis zu 85 Prozent aller werdenden Mütter kennen, kaum etwas zu tun: Die Betroffenen müssen sich mehr als fünfmal pro Tag übergeben, nehmen mehr als fünf Prozent an Gewicht ab, haben Schwierigkeiten bei der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme und dehydrieren. In besonders schweren Fällen übergeben sich die Frauen bis zu 20-mal am Tag.

Als Folge können sich giftige Abbauprodukte im Blut anreichern. Im schlimmsten Fall kann diese Erkrankung für die Patientinnen lebensbedrohlich sein. Deshalb ist es wichtig, dass sie rechtzeitig erkannt und behandelt wird.

Diese gravierende Form von Schwangerschaftsübelkeit ist selten und trifft weltweit zwischen 0,5 bis zwei Prozent aller Schwangeren. Besonders junge Frauen oder solche, die entweder zum ersten Mal schwanger sind oder Mehrlinge erwarten, leiden unter der Erkrankung. Auch Nichtraucherinnen sind häufiger betroffen.

Für die Betroffenen kann eine HG zur reinen Qual werden. Oft ertragen die Frauen etliche Gerüche nicht mehr. Ob Essen, Trinken, Seife oder andere Menschen - jegliche Duftnote kann die Übelkeit verschlimmern. Mitunter leiden sie so sehr unter den Symptomen, dass sie sogar über eine Abtreibung nachdenken. Zudem fühlen sich Frauen mit HG häufig nicht ernst genommen, weil ihre Erkrankung durch ihr Umfeld mit der üblichen Morgenübelkeit abgetan wird.

Die möglichen Ursachen für eine Hyperemesis gravidarum sind nicht vollständig geklärt - und es gibt etliche. Einige Forscher gehen davon aus, dass eine psychosomatische Störung, nämlich die Angst vor der Elternschaft, ein Auslöser sein könnte: Häufig tritt die Erkrankungen bei Schwangeren auf, die unter Stress und emotionalen Anspannungen leiden. Wissenschaftliche Studien, die diese Vermutungen bestätigen, gibt es jedoch bisher kaum.

Risikofaktoren: Bulimie, Anorexie und Fettleibigkeit

Auch Essstörungen wie Fettleibigkeit (Adipositas), Bulimie oder Anorexie zählen für Experten zu den möglichen Risikofaktoren für eine Hyperemesis gravidarum. Ebenso können bestimmte Hormone wie Östrogen oder Progesteron, eine Schilddrüsenüberfunktion oder bestimmte bakterielle Infekte die Krankheit auslösen. Fest steht aber, dass den Babys die Qual der Mütter einer HG nicht zu schaden scheint; sie kommen völlig gesund und normal zur Welt.

Für Kate gilt jetzt, wie für andere Betroffene auch: als Erstes muss der Elektrolythaushalt wieder stabilisiert werden. Zudem verabreichen Ärzte den Schwangeren Vitamine, Kohlenhydrat- und andere Nährstofflösungen sowie Medikamente, die den Brechreiz unterdrücken, sogenannte Antiemetika. Wichtig ist aber auch, dass die Patientin emotional unterstützt und wenn nötig von einem Psychologen betreut wird.

Die Ärzte der Londoner Klinik scheinen zuversichtlich, dass es Kate bald wieder besser gehen wird. Die Herzogin von Cambridge werde voraussichtlich noch einige Tage in der Klinik verbringen, heißt es in der Mitteilung. "Der Rest der Schwangerschaft könnte ohne weitere Zwischenfälle verlaufen", sagte Dagni Rajasingam, Sprecherin des Royal College of Obstetricians and Gynaecologists am Montag in London. Kate solle sich einfach auf ein gesundes, properes Kind freuen.

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cib


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