Vorsorgeuntersuchungen Welche Checks in der Schwangerschaft sinnvoll sind

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8. Teil: Windpocken in der Schwangerschaft - seltene Komplikationen


Der Test: Bei der Blutuntersuchung handelt sich um einen Antikörper-Suchtest auf Windpocken auslösende Varizellen. Varizellen können in der Frühschwangerschaft sehr selten zu Fehlbildungen des Fötus und zu einer Fehlgeburt führen. Infiziert sich das Kind um den Geburtstermin herum, was ebenfalls selten vorkommt, verläuft die Erkrankung in etwa jedem vierten Fall tödlich.

Die Bewertung: Hat eine Frau als Kind Windpocken gehabt, ist sie in der Regel gegen eine Infektion in der Schwangerschaft geschützt. Wurde sie nur gegen Windpocken geimpft, sollte bereits vor der Schwangerschaft der Antikörpertiter bestimmt werden, um die Immunisierung auffrischen zu können. Da es sich um einen Lebendimpfstoff handelt, darf eine Frau während der Schwangerschaft nicht mit dem gängigen Vakzin geimpft werden. Sinnvoll ist der Test, wenn eine Schwangere ohne Antikörperschutz Kontakt zu einem infizierten Kind hatte. Nach den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI) sollte sie innerhalb von 96 Stunden nach dem Kontakt mit einer passiven Immunisierung geimpft werden. Das könne "den Ausbruch einer Erkrankung verhindern oder deutlich abschwächen", so das RKI.

Die Kosten: Der Test kostet zwischen 15 und 30 Euro. Nur wenn die Frau zu der beschriebenen Risikogruppe gehört, zahlen die Krankenkassen den Test ebenso wie die nach einer Infektion mögliche passive Immunisierung.

Das Fazit: Die Bestimmung des Antikörpertiters gegen Varizellen ist in aller Regel überflüssig, wenn die Schwangere als Kind Windpocken hatte. Nur ungeimpfte Schwangere ohne vergangene Windpockeninfektion sollten untersucht werden, wenn sie Kontakt zu einem Kind mit Windpocken hatten, so das RKI.

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byzopsycho 01.10.2012
1. laut Hebammen gehen 50% der Fehlgeburten auf eine Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) zurück
Eine Untersuchung die einem Mordversuch nahekommt ist nur deshalb erlaubt, weil es für einige Ärzte sehr lukrativ sein kann.
fabeno 01.10.2012
2. Quellen?
Zitat von byzopsychoEine Untersuchung die einem Mordversuch nahekommt ist nur deshalb erlaubt, weil es für einige Ärzte sehr lukrativ sein kann.
Haben sie auch eine Quelle dazu? Oder werfen sie das einfach mal so in den Raum? Thesen ohne überprüfbare Quellen sind einfach nur Behauptungen ohne jegliche Relevanz.
westerwäller 01.10.2012
3. Neueste Masche...
Zitat von sysopCorbisDown-Syndrom, Windpocken, Toxoplasmose - Ärzte bieten werdenden Müttern zahlreiche Tests während der Schwangerschaft an. Die Frauen müssen die Medizinchecks selbst bezahlen, erkaufen sich damit aber oft nur trügerische Sicherheit. Welche Tests sind wirklich sinnvoll? Ein Überblick. http://www.spiegel.de/gesundheit/schwangerschaft/igel-warum-schwangerschaftsuntersuchungen-viele-muetter-verunsichern-a-847864.html
...der sog. "Orale Glucose Toleranztest" bei Schwangeren die ob ihres eh erhobenen Blutbildes keinerlei Anzeichen für Diabetes zeigen. Wurde zu Recht von den Krankenkassen früher nicht bezahlt, wenn keine entsprechenden Indikationen vorlagen...
stickstoffgruppe 01.10.2012
4. kein Pflichtprogramm
Letztendlich entscheidet der Patient, welche Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden. Es besteht immer die Möglichkeit, "Nein" zu sagen. Ein guter und gewissenhafter Gynäkologe wird IMMER über Risiken, Aussagekräftigkeit und Kosten einer Vorsorgeuntersuchung aufklären. Mir wurden in der Schwangerschaft nicht einmal die Hälfte der o.g. Untersuchungen angeboten. Daß 50% der Fehlgeburten auf Amniozentesen zurückzuführen sind, ist Unsinn. Mich würde interessieren, welche Studie derart haarsträubende Daten ausgespuckt hat?
Schlechtes Gewissen 01.10.2012
5. fehlende Informationen
Was die Autorin völlig außer Acht lässt, ist, dass Frauen in bestimmten Berufen (z.Bsp. Erzieherinnen) bei fehlender Immunität gegen Zytomegalie oder Ringelröteln für die komplette Schwangerschaft ein Berufsverbot bekommen (bei vollen Bezügen). Die Ansteckungsgefahr in Betreuungseinrichtungen für Kinder ist nämlich besonders hoch. Es geht nicht nur um Behandlungsmöglichkeiten oder Impfschutz, sondern auch um Risikovermeidung.
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