Vorsorgeuntersuchungen Welche Checks in der Schwangerschaft sinnvoll sind

Down-Syndrom, Windpocken, Toxoplasmose - Ärzte bieten werdenden Müttern zahlreiche Tests während der Schwangerschaft an. Die Frauen müssen die Medizinchecks selbst bezahlen, erkaufen sich damit aber oft nur trügerische Sicherheit. Welche Tests sind wirklich sinnvoll? Ein Überblick.

Corbis

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Auf dem Ultraschallmonitor ist nur ein Punkt zu sehen. Ein schnell schlagender Fleck, das Herz eines vielleicht sechs Wochen alten Embryos. Wird er sich zu einem gesunden Kind entwickeln? Wie groß ist das Risiko für eine Chromosomenstörung? Bin ich gesund genug für eine Schwangerschaft und bleibe ich es auch?

Für eine werdende Mutter stellen sich schon zu Beginn der Schwangerschaft schwierige Fragen. Doch nicht jede Zusatzuntersuchung, die Gynäkologen anbieten, liefert hilfreiche Antworten.

Für Ärzte sind die Tests lukrativ: Igel heißt das Stichwort, individuelle Gesundheitsleistungen, über die Deutschland immer wieder kontrovers debattiert. Die privat gezahlten Medizinchecks sind umstritten, weil Ärzte damit ihr Honorar aufbessern - ohne dass für jeden Test der Nachweis vorliegt, dass Krankheiten dadurch seltener auftreten oder harmloser verlaufen. Der sogenannte Igel-Monitor, in dem der Medizinische Dienst des Spitzenverbands Bund der Krankenkassen (MDS) die Selbstzahlerleistungen bewertet, beurteilt zahlreiche Untersuchungen als negativ.

Doch insbesondere in der Schwangerschaft sind Frauen leicht zu verunsichern, sie wollen das Beste für ihr Kind, die größtmögliche Sicherheit, dass alles gut verläuft. Viele Ärzte empfehlen den Frauen beispielsweise Tests auf Erreger wie Toxoplasmen oder Cytomegalie-Viren. Diese können zwar ein Kind während oder nach der Schwangerschaft schädigen. Ob allerdings eine frühe Untersuchung auf den jeweiligen Erreger mehr nutzt als schadet, ist umstritten. Zudem sind nicht alle Testergebnisse leicht zu verstehen.

SPIEGEL ONLINE gibt einen Überblick über Schwangerschafts-Igel und erklärt ihren Nutzen.

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insgesamt 47 Beiträge
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byzopsycho 01.10.2012
1. laut Hebammen gehen 50% der Fehlgeburten auf eine Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) zurück
Eine Untersuchung die einem Mordversuch nahekommt ist nur deshalb erlaubt, weil es für einige Ärzte sehr lukrativ sein kann.
fabeno 01.10.2012
2. Quellen?
Zitat von byzopsychoEine Untersuchung die einem Mordversuch nahekommt ist nur deshalb erlaubt, weil es für einige Ärzte sehr lukrativ sein kann.
Haben sie auch eine Quelle dazu? Oder werfen sie das einfach mal so in den Raum? Thesen ohne überprüfbare Quellen sind einfach nur Behauptungen ohne jegliche Relevanz.
westerwäller 01.10.2012
3. Neueste Masche...
Zitat von sysopCorbisDown-Syndrom, Windpocken, Toxoplasmose - Ärzte bieten werdenden Müttern zahlreiche Tests während der Schwangerschaft an. Die Frauen müssen die Medizinchecks selbst bezahlen, erkaufen sich damit aber oft nur trügerische Sicherheit. Welche Tests sind wirklich sinnvoll? Ein Überblick. http://www.spiegel.de/gesundheit/schwangerschaft/igel-warum-schwangerschaftsuntersuchungen-viele-muetter-verunsichern-a-847864.html
...der sog. "Orale Glucose Toleranztest" bei Schwangeren die ob ihres eh erhobenen Blutbildes keinerlei Anzeichen für Diabetes zeigen. Wurde zu Recht von den Krankenkassen früher nicht bezahlt, wenn keine entsprechenden Indikationen vorlagen...
stickstoffgruppe 01.10.2012
4. kein Pflichtprogramm
Letztendlich entscheidet der Patient, welche Vorsorgeuntersuchungen durchgeführt werden. Es besteht immer die Möglichkeit, "Nein" zu sagen. Ein guter und gewissenhafter Gynäkologe wird IMMER über Risiken, Aussagekräftigkeit und Kosten einer Vorsorgeuntersuchung aufklären. Mir wurden in der Schwangerschaft nicht einmal die Hälfte der o.g. Untersuchungen angeboten. Daß 50% der Fehlgeburten auf Amniozentesen zurückzuführen sind, ist Unsinn. Mich würde interessieren, welche Studie derart haarsträubende Daten ausgespuckt hat?
Schlechtes Gewissen 01.10.2012
5. fehlende Informationen
Was die Autorin völlig außer Acht lässt, ist, dass Frauen in bestimmten Berufen (z.Bsp. Erzieherinnen) bei fehlender Immunität gegen Zytomegalie oder Ringelröteln für die komplette Schwangerschaft ein Berufsverbot bekommen (bei vollen Bezügen). Die Ansteckungsgefahr in Betreuungseinrichtungen für Kinder ist nämlich besonders hoch. Es geht nicht nur um Behandlungsmöglichkeiten oder Impfschutz, sondern auch um Risikovermeidung.
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