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Senkung der Kindersterblichkeit: Welt scheitert an Uno-Millenniumsziel

6,3 Millionen Kinder unter fünf Jahren sind vergangenes Jahr gestorben - etwa die Hälfte von ihnen an einer Infektionskrankheit. Eine aktuelle Studie zeigt: Trotz großer Erfolge ist das gesteckte Ziel zur Senkung der Kindersterblichkeit unerreichbar.

Kranke Kinder aus dem Kongo: 935.000 Kleinkinder starben 2013 an einer Lungenentzündung Zur Großansicht
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Kranke Kinder aus dem Kongo: 935.000 Kleinkinder starben 2013 an einer Lungenentzündung

Bis 2015 soll die Kindersterblichkeit aufgrund vermeidbarer Ursachen weltweit um zwei Drittel reduziert werden - ein ehrgeiziges Unterfangen. Zwar führen die Bemühungen zur Senkung der Kindersterblichkeit in die richtige Richtung. Dennoch wird das gesteckte Millenniumsziel der Vereinten Nationen einer aktuellen Studie zufolge nicht erreicht. Es werde "wahrscheinlich nur wenigen Staaten" gelingen, die Kindersterblichkeit wie angestrebt bis Ende 2015 im Vergleich zu 1990 um zwei Drittel zu senken, heißt es in einer Untersuchung, die Forscher am Mittwoch im Medizinjournal "The Lancet" veröffentlicht haben.

Als einen der Gründe nennen die Experten Schwierigkeiten beim Kampf gegen Infektionskrankheiten oder Erkrankungen wie die Lungenentzündung. Die Senkung der Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren ist eines der sogenannten Millenniumsziele der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2000. Andere Ziele sind die Beseitigung von extremer Armut und Hunger, die Gleichstellung der Geschlechter oder der Kampf gegen Aids, Malaria und andere Krankheiten. Die aktuelle Studie bestätigt die Prognosen eines Unicef-Berichts, der vor Kurzem erschienen war.

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Zwischen 1990 und 2013 konnte die Kindersterblichkeit der Studie zufolge weltweit bereits um rund die Hälfte gesenkt werden: von 12,7 Millionen verstorbenen Kindern unter fünf Jahren auf 6,3 Millionen. Einige Länder hätten seit der Jahrtausendwende "große Fortschritte bei der Verbesserung des Überlebens von Kindern gemacht", schreiben die Studienautoren um Robert Black von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore im US-Bundesstaat Maryland hervor. Eine Reduzierung der Kindersterblichkeit um zwei Drittel bis Ende 2015 werde aber nur wenigen Ländern gelingen.

Etwa die Hälfte der 6,3 Millionen Kinder starben 2013 der Studie zufolge an einer Infektionskrankheit. 965.000 Kinder starben wegen Komplikationen vor der Geburt, 662.000 weitere wegen Problemen bei der Geburt. 935.000 Kleinkinder starben an einer Lungenentzündung. Auch Durchfall und Malaria töteten viele Kinder. Mehr als die Hälfte der Todesfälle kommen auf die Länder China, Demokratische Republik Kongo, Indien, Nigeria und Pakistan. Sollte die Entwicklung sich fortsetzen wie bisher, würden 2030 noch 4,4 Millionen Kinder unter fünf Jahren sterben, 60 Prozent von ihnen im südlichen Afrika.

cib/AFP

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