Künstliche Befruchtung: Frau bekommt irrtümlich fremde Eizelle eingesetzt

Eine Hessin hat nach SPIEGEL-Informationen ein fremdes Kind ausgetragen. Erst als ihr Sohn fünf Jahre alt war, erfuhr sie, dass sie nicht die biologische Mutter ist. Die Eizelle war bei der künstlichen Befruchtung vertauscht worden.

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Corbis

Künstliche Befruchtung (Illustration): Für viele Paare der einzige Weg zum Kind

Hamburg - Einer Frau aus Hessen ist bei einer künstlichen Befruchtung nach Informationen des SPIEGEL eine fremde Einzelle eingesetzt worden. Erst fünf Jahre später erfuhr Bianca G., dass sie nicht die biologische Mutter des Kindes ist.

Das Reproduktionsmedizin-Zentrum Jena hatte einen Fehler gemacht: Die Frau hatte das Kind einer fremden Eizelle ausgetragen, befruchtet mit fremdem Samen. Ein solcher Fall einer Verwechslung von Eizellen war in Deutschland bisher nicht bekannt.

Der Fehler war entdeckt worden, nachdem der Ehemann von Bianca G., von dem sie inzwischen geschieden ist, vor dem Familiengericht die Vaterschaft angefochten hatte. Ein Gutachter stellte fest, dass das Kind weder vom Mann noch von der Frau abstammt.

Im vergangenen Jahr hatte der SPIEGEL bereits über eine künstliche Befruchtung in Deutschland berichtet, bei der wahrscheinlich das Sperma vertauscht worden war.

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1.
burgundy2 14.07.2013
Zitat von sysopEine Hessin hat nach SPIEGEL-Informationen ein fremdes Kind ausgetragen. Erst als ihr Sohn fünf Jahre alt war, erfuhr sie, dass sie nicht die biologische Mutter ist. Die Eizelle war bei der künstlichen Befruchtung vertauscht worden. Künstliche Befruchtung: Frau bekommt fremde Eizelle eingesetzt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/gesundheit/schwangerschaft/kuenstliche-befruchtung-frau-bekommt-fremde-eizelle-eingesetzt-a-911070.html)
Wenn's nicht so traurig wäre, müsste man es für einen Witz neuerer menschlicher Technologievernarrheit ansehen. Man kann sich allerdings auch damit trösten: "Shit happens". Und so werden die medizinischen Perversionen wohl weitergehen, nein, eher noch zunehmen. Vor Nebenwirkungen wird gewarnt.
2. Einfach als
Spiegelansgar 14.07.2013
Ausser dem Bauplan hat diese Frau "Ihrem" Kind alles mitgegeben wie jedem anderen leiblichen Kind auch. - Sie sollte es einfach als "eigen" anerkennen. ( duerfen? - muessen? ) Soll sie dem Funfjaehrigen wohl sagen: " Ich kann Dich nicht mehr lieben !" .. denn, "Du bist nicht von mir !"
3.
nikiname 14.07.2013
Das bedeutet dann wohl, dass der Geschiedene nicht unterhaltspflichtig ist, weil es nicht sein Kind ist? Wie traurig für alle Beteiligten... Keiner hat irgendeinen Vorteil vom Gutachten, noch dazu wird sich jetzt ein weiteres Paar fragen, ob da wohl ein Kind herumläuft, das biologisch ihres ist... Das Kind tut mir unheimlich leid. So viele offene Fragen... Diese Komponente bei künstlicher Befruchtung muss dringend stärker beachtet werden.
4.
delta058 14.07.2013
Zitat von sysopEine Hessin hat nach SPIEGEL-Informationen ein fremdes Kind ausgetragen. Erst als ihr Sohn fünf Jahre alt war, erfuhr sie, dass sie nicht die biologische Mutter ist. Die Eizelle war bei der künstlichen Befruchtung vertauscht worden. Künstliche Befruchtung: Frau bekommt fremde Eizelle eingesetzt - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/gesundheit/schwangerschaft/kuenstliche-befruchtung-frau-bekommt-fremde-eizelle-eingesetzt-a-911070.html)
Und wo ist das Problem? Kuckkucksvätern sagt man doch auch wenn sie nach 10 Jahren merken, dass das gar nicht ihr Kind ist: Na du hast dich jetzt schon so lange um dieses Kind gekümmert, die restl. 20 Jahre schaffst de och noch. Und wenn schon nich kümmern dann wenigstens blechen. Moment mal, ausgetragen hat sie ja das Kind doch, also ist sie doch die biologische Mutter soweit ich in Bio aufgepasst habe, aber ihr Exmann muss nicht zahlen, ist ja nicht der Papa. Das nenn ich mal verkorkst. Man muss das aber auch verstehen, bei uns in Thüringen kommen so viele Frauen zur künstl. Befruchtung wir uns da halt so einen Fließbandbetrieb ausgedacht (so ähnlich wie bei den Arbeitslosen, Patienten oder auch Legehennen), der haut aber nur hin, wenn die Damen auf ihren Plätzen bleiben. Am band können wir uns schließlich nur 1 Eurojobber leisten.
5. Da kommt noch mehr
MetalunaIV 14.07.2013
Solche Fälle wird es in Zukunft noch mehr geben, da die Voraussetzungen für künstliche Befruchtung, Pränataldiagnostik, Selektion usw. immer weiter gesenkt werden. Anzunehmen ist auch, dass bei Unfruchtbarkeit oder Kinderwunsch homosexueller Paare über kurz oder lang auch die Leihmutterschaft in Deutschland eingeführt werden wird, dann kommt das ganze erst richtig in Fahrt. Glückwunsch an die Mediziner-, Fortpflanzungs- und Gencheck-Lobby, ihr werdet viele Familien und Kinder wie in diesem Falle richtig glücklich zurücklassen!
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