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Stiftung Warentest: Welche Sonnencreme ist gut für mein Kind?

Sonnencreme am Strand: UV-A- und UV-B-Schutz sind am wichtigsten Zur Großansicht
Corbis

Sonnencreme am Strand: UV-A- und UV-B-Schutz sind am wichtigsten

Stiftung Warentest hat 19 Sonnencremes geprüft und mehr als die Hälfte davon für gut befunden - billige und teure. Zwei Mittel fallen bei den Testern aber komplett durch.

Blaues Spray, gelbe Creme, weiße Milch: Die Hersteller von Sonnenschutzmitteln haben sich einiges einfallen lassen, damit die Lotionen Kindern so gut gefallen, dass sie nicht schreiend wegrennen, wenn sie sich eincremen sollen. Viel wichtiger ist allerdings, wie gut die Mittel tatsächlich vor UV-Strahlung schützen. Stiftung Warentest hat jetzt 19 Sonnenschutzmittel für Kinder getestet. Zehn davon schneiden gut ab, zwei fallen durch.

Knapper Testsieger mit der Note 1,9 ist Nivea Sun Kids. Die Sonnenmilch bietet den Tests zufolge guten UV-A- und UV-B-Schutz, ist wasserfest, lässt sich gut verteilen und hält die Werbeversprechen auf dem Produkt ein. Die Creme liegt mit 6,50 Euro pro 100 Milliliter im mittleren Preisbereich, allerdings sind Konservierungsstoffe und Parfum enthalten.

Neun weitere Produkte, darunter ebenso Billigmarken wie Cien Sun von Lidl (2 Euro pro 100 Milliliter) und teure Marken wie La Roche-Posay (18 Euro pro 100 Milliliter), bekamen ebenfalls die Note gut.

Die mineralische Sonnenmilch von Avène hingegen und Suncare Kinder Sonnencreme von Ream fielen bei den Tests durch, sie bekamen die Note mangelhaft. Der Grund: Ream Suncare versagt sowohl beim UV-A- als auch beim UV-B-Schutz, so das Urteil der Tester. Außerdem sei die Sonnencreme so zäh, dass sie sich kaum verteilen lasse. Auch die Sonnenmilch von Avène liefert keinen ausreichenden UV-A- und UV-B-Schutz und hält die Versprechen auf der Verpackung nicht ein.

Dünne, empfindliche Haut

Bei der Bewertung der Produkte gingen die Tester so vor: Die Einhaltung der versprochenen Schutzfaktoren gegen UV-A- und UV-B-Strahlung machte zusammen 45 Prozent der Bewertung aus, die Qualität der Anwendung insgesamt und die Anwendung bei 20 und bei 40 Grad Celsius 15 Prozent, Anwendungshinweise und korrekte Beschriftung 10 Prozent. Auf die mikrobiologische Qualität entfielen 5 Prozent. War ein Produkt entgegen der Kennzeichnung nicht wasserfest, wurde das Qualitätsurteil um eine Note abgewertet.

Immer wieder betonen Wissenschaftler und Hautärzte, wie wichtig der Hautschutz ist, insbesondere im Kindesalter. Denn die junge Haut ist noch dünn und empfindlich. Eine Umfrage der Hautkrebsstiftung unter 3400 Eltern hatte vor zwei Jahren ergeben, dass bereits jedes fünfte Kind im Kindergartenalter einen Sonnenbrand hatte - und damit ein erhöhtes Hautkrebsrisiko hat.

Bei der Sonnencreme gilt daher: nicht kleckern, sondern klotzen. Und im Zweifelsfall in den Schatten zurückziehen.

hei

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 48 Beiträge
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1. Leider...
dr.avicenna 26.06.2014
wurde das Wichtigste nicht getestet, nämlich die Auslösung von Hautallergien. Alle Sonnenschutzpräparate mit chemischen Lichtschutzfaktoren, wie z.B. Methylcinnamat, können Hautallergie, die sog. Mallorca-Akne, auslösen. Kinder sollten nicht mit dieser Chemie traktiert werden. Alternative ist physikalischer Schutz mit Zinkpaste.
2. Vitamin D-Mangel
ruhepuls 26.06.2014
Super, 80-90% der Deutschen haben einen Vitamin-D-Mangel. Und hohe Sonnenschutzfaktoren hemmen nicht nur die Entstehung von Sonnenbrand, sondern auch die Bildung Vitamin D. Damit dürfte man dann mehr Krebsarten fördern, als durch den Sonnenschutz verhindert werden. Wer keinen Sonnenbrand riskieren will - was ja sinnvoll ist - der sollte einfach nicht zu lange in der Sonne bleiben. Für die ausreichende Bildung von Vitamin D reichen im Hochsommer wenige Minuten direkter Sonnenstrahlung um die Mittagszeit. So schnell bekommt niemand einen Sonnenbrand.
3. Allergie-Test?
whiteelephant1 26.06.2014
Es ist schön, wenn Sonnencremes gegen UV-A und UV-B schützen und auch daraufhin getestet werden. Allerdings kann ich nur meinem Vorredner beipflichten, warum diese Test nicht auf Hautverträglichkeit bzw. Allergien getestet werden. Ich vertrage inzwischen so gut wie keine Sonnencreme mehr, weil der Chemiecoctail, der sich darin befindet, bei mir zu extremen Rötungen und Juckreiz führt. Da hilft dann nur noch Kortisoncreme. Ein Arzt in Spanien empfahl mir, kompett auf Sonnencremes zu verzichten.
4. Hallo, Kinder!
sr72 26.06.2014
Hier geht es um Sonnenschutz für Kinder. Verzicht ist keine Alternative.
5. Vitamin D
sr72 26.06.2014
http://www.zeit.de/2013/33/stimmts-sonnencreme-vitamin-d
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Hautkrebs
Zahl der Erkrankten steigt
Seit den siebziger Jahren steigt die Zahl von Hautkrebserkrankungen , keine andere Krebsart verzeichnet vergleichbare Zuwachsraten. Mehr als 20.000 Deutsche erkranken jedes Jahr neu am schwarzen Hautkrebs , die Zahlen für weißen Hautkrebs sind noch höher: Bei rund 80.000 deutschen Patienten wird jährlich ein Basalzellkarzinom diagnostiziert, bei etwa 22.000 ein Plattenepithelkarzinom .
Hauptursache hierfür ist die Belastung mit UV-Strahlung durch übermäßiges Sonnenbaden, Solarien und die erhöhte Strahlung durch die Zerstörung der Ozonschicht.
Malignes Melanom
Mit dem Begriff Hautkrebs wird umgangssprachlich oft das maligne Melanom bezeichnet, die bekannteste und gefährlichste Hautkrebsform. Dieser "schwarze Hautkrebs" entwickelt sich in der Regel als bösartige Neubildung pigmentbildender Zellen der Haut. Dabei wirken sich offenbar Effekte des ultravioletten Lichts aus: Unter anderem unterdrückt UV-Strahlung die Immunabwehr - mit der Folge, dass Krebsherde ungestört heranwachsen können.

Als besonders gefährdet gelten Menschen mit vielen pigmentierten Muttermalen ( Nävi ), hellem Hauttyp und genetischer Vorbelastung. Auch sogenannte Altersflecken können auf ein erhöhtes Hautkrebsrisiko hinweisen. Bei Männern steigt das Erkrankungsrisiko mit zunehmendem Alter. Frauen bekommen Hautkrebs auch schon in jungen Jahren.
Früh erkannt, sind die Heilungschancen gut: Ist der Tumor nicht mehr als 1,5 Millimeter dick, überleben mehr als 90 Prozent der Patienten die nächsten zehn Jahre. Sind hingegen bereits Metastasen in Leber, Lunge, Gehirn oder Knochen aufgetreten, ist der Krebs meist nicht mehr heilbar. Jährlich sterben etwa 2500 Menschen am malignen Melanom.
Weißer Hautkrebs
Häufiger als maligne Melanome treten Hautkrebsarten auf, die sich nicht aus den pigmentbildenden Zellen der Haut entwickeln und oft unter den Begriffen weißer oder heller Hautkrebs zusammengefasst werden. Am häufigsten sind darunter das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom . Das UV-Licht der Sonne schädigt in den Hautzellen die Erbsubstanz DNA. Mutationen entstehen, die zu Krebs führen können. Das Risiko, an einem sogenannten nichtmelanozytären Hautkrebs zu erkranken, steigt mit der lebenslang erworbenen UV-Dosis und daher mit zunehmendem Alter. Diese Hautkrebserkrankungen bilden fast nie Metastasen (Tochtergeschwülste) und sind somit in der Regel heilbar.
Vorbeugende Maßnahmen
Die beste Prävention gegen Hautkrebs ist nach wie vor ausreichender Schutz vor UV-Strahlung , unter anderen auch durch Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor und schützende Kleidung. Sonnenbrände sollte man vermeiden und Kinder nicht übermäßig der Sonne aussetzen, vor allem nicht in der Mittagszeit.
Früherkennung
Je früher Hautkrebs entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Deshalb empfielt es sich, den eigenen Körper zu beobachten. Damit auch der Laie entsprechende Hautveränderungen entdecken kann, gibt es eine einfache ABCD-Regel. Die Abkürzung steht für Asymmetrie, Begrenzung, Colour (Farbe) und Durchmesser:
  • Asymmetrie: Ein Fleck kann gefährlich sein, wenn er keine runde oder ovale Form hat, sondern asymmetrisch aufgebaut ist.
  • Begrenzung: Eine unscharfe Begrenzung kann ebenso auf ein Melanom hindeuten wie unregelmäßige Ausfransungen oder Ausläufer des Pigmentmals.
  • Colour (Farbe): Ein Muttermal mit mehreren Farbtönungen sollte genau beobachtet werden.
  • Durchmesser: Auch ein Pigmentmal, dessen Durchmesser größer als fünf Millimeter ist, sollte beachtet werden.
Seit 1. Juli 2008 zahlen gesetzliche Krankenkassen vom 35. Lebensjahr an alle zwei Jahre eine Früherkennungsuntersuchung auf Hautkrebs bei qualifizierten Hausärzten und Dermatologen.


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