Uno-Bericht Jeden Tag sterben 15.000 Kinder unter fünf Jahren

Die Kindersterblichkeit geht zurück - das ist die gute Nachricht. Dennoch sterben jedes Jahr noch immer 5,6 Millionen Kinder, bevor sie fünf Jahre alt werden. Und es gibt noch einen besorgniserregenden Trend.

Junge in einem Slum in Mumbai, Indien
AP

Junge in einem Slum in Mumbai, Indien


Jeden Tag sterben auf der Welt rund 15.000 Kinder unter fünf Jahren. Das geht aus einem Bericht der Vereinten Nationen hervor. Im vergangenen Jahr kamen demnach insgesamt 5,6 Millionen Kinder ums Leben. Damit ist die Zahl der Todesfälle im Vergleich zum Jahr 2000 rückläufig. Damals kamen noch 9,9 Millionen Kinder ums Leben.

Dennoch zeigt sich das Kinderhilfswerk Unicef über einen Trend besorgt: Unter den gestorbenen Kindern sei der Anteil der Neugeborenen bis zum Alter von vier Wochen von 41 auf 46 Prozent gestiegen. Jeden Tag sterben 7000 Babys, die nicht älter als 28 Tage sind, heißt es in dem Bericht von Unicef, der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltbank.

Bis zum Jahr 2030 könnten mit besserer Versorgung etwa 30 Millionen Neugeborene und 30 Millionen weitere Kinder unter fünf Jahren gerettet werden, heißt es. "Wir haben das Wissen und die Möglichkeiten, wir müssen sie nur dort hinbringen, wo sie am meisten benötigt werden", sagte Stefan Swartling Peterson, Unicef-Gesundheitsdirektor. "Es ist skrupellos, dass Schwangerschaft und Geburt 2017 noch lebensbedrohliche Umstände für Frauen sein können", sagte Tim Evans von der Weltbank.

Lungenentzündungen und Durchfall häufigste Todesursachen

Die Haupttodesursachen sind dem Bericht zufolge Lungenentzündungen (16 Prozent der Fälle) und Durchfall (8 Prozent). Ein Drittel der Todesfälle bei Neugeborenen geschieht, weil sie zu früh auf die Welt kommen oder es Komplikationen bei der Geburt gibt.

Zusätzlich zu den 5,6 Millionen in 2016 gestorbenen Kindern seien 2,6 Millionen Babys tot geboren worden. Viele könnten gerettet werden, wenn die Mütter bei Schwangerschaft und Geburt besser versorgt und die Kinder geimpft würden, und wenn die Mütter sauberes Wasser hätten und es in ihrem Umfeld Toiletten gäbe.

Die Hälfte aller Todesfälle bei Neugeborenen passieren in fünf Ländern: Indien (24 Prozent), Pakistan (zehn Prozent), Nigeria (neun Prozent), Kongo (vier Prozent) und Äthiopien (drei Prozent).

brt/dpa

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