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Verbote in der Schwangerschaft: Was schadet dem Nachwuchs?

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Corbis

Vorsicht beim Kuscheln: Katzen können Toxoplasmose übertragen

Ob Alkohol, Rauchen oder Medikamente: Während der Schwangerschaft gibt es viele Verbote. Doch manche der Warnungen scheinen übertrieben. Was schadet dem ungeborenen Kind wirklich - und was ist nur Panikmache?

Kein Marathonlauf mehr, kein wilder Sex und kein Tropfen Alkohol: Schwangere werden von allen Seiten mit Verboten bedacht. Da fällt es mancher werdenden Mutter schwer, sich zurechtzufinden. Was aber ist wirklich verboten, was nicht und was nur ein bisschen? Zehn Verbote im Check:

Medikamente: Während der Schwangerschaft Medizin zu nehmen, lässt sich nicht immer vermeiden. Die Datenbank von Embryotox, dem Berliner Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie, liefert einen guten Überblick, welche Medikamente während der Schwangerschaft sicher sind. Achtung: Auch pflanzliche Mittel, die ohne Rezept verkauft werden, können dem ungeborenen Kind schaden. Homöopathische Arzneimittel haben zwar normalerweise kaum Nebenwirkungen, dafür ist aber auch die Heilwirkung unbewiesen.

Generell gilt: Wird eine Krankheit während der Schwangerschaft nicht richtig behandelt, schadet das dem ungeborenen Kind unter Umständen mehr, als es die richtigen Medikamente tun würden.

Alkohol: Experten schätzen, dass in Deutschland pro Jahr etwa 10.000 Babys zur Welt kommen, die durch den Alkoholkonsum ihrer Mutter Schaden genommen haben. Einen Grenzwert gibt es nicht, Schwangere sollten Alkohol ganz meiden. Laut Robert Koch-Institut (RKI) verzichtet aber jede fünfte Frau nicht konsequent darauf.

E-Zigaretten: Dass rauchen in der Schwangerschaft tabu sein sollte, ist bekannt. Aber was ist mit E-Zigaretten? Auch die enthalten meist Nikotin, das in den Blutkreislauf gelangt und Lunge, Herz und Nervensystem des ungeborenen Kindes schädigen kann. Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) rät Schwangeren daher vom E-Zigaretten-Konsum ab.

Flugreisen: Verläuft die Schwangerschaft normal, sind einzelne Flugreisen kein Problem für Mutter und Kind. Werdende Mütter sollten Reisepläne aber mit ihrem Arzt besprechen, wenn eine Risikoschwangerschaft besteht. Naht der Geburtstermin, sollte man natürlich nicht in den Flieger steigen: Die meisten Fluggesellschaften nehmen Schwangere ohnehin nur bis etwa zur 36. Schwangerschaftswoche mit.

Sport: Moderater Sport während der Schwangerschaft ist gesund. Extreme Belastungen, die den Puls in die Höhe treiben, sind es nicht. Schwangere haben zudem ein höheres Risiko, sich zu verletzen, weil ihre Gelenke und Bänder aufgelockert sind und sich durch den Bauch der Schwerpunkt des Körpers verlagert. Am besten ist es daher, auf die gewohnte Art Sport zu treiben und neue Bewegungsformen zu meiden. Sanftere Sportarten wie Radfahren oder Schwimmen empfehlen sich eher als beispielsweise Joggen oder Aerobic. Zudem sollten Schwangere auf Sport mit einem hohem Risiko für Stürze oder Stöße in den Bauch verzichten, wie etwa Reiten oder Skifahren, aber auch Mannschaftsballsport.

Wände streichen: Vor der Geburt eines Kindes steht häufig ein Umzug an. Aber sollte eine werdende Mutter das Babyzimmer streichen? Besser nicht. Denn die streichende Schwangere atmet oft stundenlang Lösungsmittel und andere Chemikalien ein, deren Einfluss auf eine Schwangerschaft nicht ausreichend untersucht ist.

Katze streicheln: Katzen sind häufig Träger von Toxoplasmen, Parasiten, die beim Kontakt mit Katzenkot auf den Menschen übertragen werden können. Steckt sich eine Frau während der Schwangerschaft erstmals mit Toxoplasmose an, ist das gefährlich für das ungeborene Baby. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt davor, dass schwere Missbildungen und Fehlgeburten auftreten können. Schwangere sollten beim Umgang mit Katzen vorsichtig sein und auch nicht das Katzenklo säubern - oder dabei unbedingt Handschuhe tragen. Wenn ohnehin bereits eine Risikoschwangerschaft besteht, kann es ratsam sein, die Katze vorübergehend bei Freunden unterzubringen. Frauen, die schon einmal eine Toxoplasmeninfektion durchgemacht haben, sind in der Regel vor einer neuen Ansteckung geschützt. Laut dem RKI liegt die durchschnittliche Durchseuchung in der Bevölkerung bei 50 Prozent, bei Frauen im gebärfähigen Alter wahrscheinlich jedoch darunter. Den Test auf Toxoplasmose bewerten Experten als unsicher.

Haare färben: Viele Schwangere fürchten, dass der Körper beim Haarefärben über die Kopfhaut Chemikalien aufnimmt, die schlecht für das Ungeborene sind. Es gibt zwar keinen eindeutigen Beweis dafür. Allerdings ist bei vielen in Färbemitteln enthaltenden Chemikalien nicht ausreichend untersucht, wie sie sich auf die Entwicklung eines Babys auswirken können. Auch pflanzliche Haarfärbemittel sind nicht automatisch unbedenklich. Sie können zum Beispiel allergieauslösende Zusatzstoffe enthalten. Um auf der sicheren Seite zu sein, empfehlen viele Ärzte, zumindest im ersten Drittel der Schwangerschaft nicht zu färben.

Konzert besuchen: Der Körper der Mutter dämmt Umgebungsgeräusche ab, sodass sie beim Baby deutlich leiser ankommen. Bei einem extrem lauten Konzert können dennoch Werte erreicht werden, die dem Ungeborenen theoretisch schaden können. Der Embryo hört zwar erst ab etwa der 15. Schwangerschaftswoche. Die Sinneszellen, die für das Hören benötigt werden, beginnen aber schon vorher, sich zu entwickeln. Ein Konzertbesuch ist trotzdem möglich, wenn sich die werdende Mutter einen Platz mit verträglicher Lautstärke sucht.

Vegetarische Ernährung: Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) lässt sich der Nährstoffbedarf einer Schwangeren durch eine ausgewogene ovo-lacto-vegetarische Ernährung - also ohne Fleisch aber mit Ei- und Milchprodukten - decken. Vegetarierinnen müssen möglicherweise zusätzlich Eisen einnehmen, neben der empfohlenen Folsäure und Jodpräparaten. Eine vegane, also rein pflanzliche Ernährung in der Schwangerschaft birgt hingegen große gesundheitliche Risiken für das Baby, sie kann die Entwicklung des kindlichen Nervensystems stören. Schwangere, die sich trotzdem dafür entscheiden, brauchen dringend eine spezielle medizinische Beratung und müssen Nahrungsergänzungsmittel einnehmen.

Sex: Sex in der Schwangerschaft ist grundsätzlich erlaubt. Vorsichtig sollten lediglich Frauen sein, die schon einmal eine Fehlgeburt hatten. Der Bundesverband der Frauenärzte rät dann zur Zurückhaltung in den ersten Schwangerschaftswochen, bis erste Untersuchungen zeigen, ob sich das Kind normal entwickelt. Gegen Ende der Schwangerschaft sollten werdende Eltern ebenfalls auf Geschlechtsverkehr verzichten, wenn sich der Muttermund bereits geöffnet hat oder vorzeitige Wehen auftreten. So wird verhindert, dass es zu einer Infektionen der Gebärmutter kommt, oder die Geburt frühzeitig ausgelöst wird.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 159 Beiträge
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1.
peppit 14.09.2015
Frischer Katzenkot ist nicht infektiös.Wenn die Toilette zeitnah gereinigt wird,muss sich niemand vorzeitig von seiner Mieze trennen.
2. Katze ist nicht gleich Katze
Hirn windet sich 14.09.2015
Die Toxoplasmosegefahr ist beim Umgang mit Hauskatzen (also ohne Freigang) sehr gering.
3. Toxoplasmose...
categorical 14.09.2015
... wird in den allermeisten Fällen doch wohl eher durch den Verzehr rohen Schweinefleischs verursacht als durch den Kontakt mit der Katze. Es sollte korrekterweise in diesem Artikel lieber vor Toxoplasmose gewarnt werden und entsprechend vor dem Konsum rohen Schweine- oder Schaffleischs. Außerdem werden per Kot ausgeschiedene Toxoplasmen, wie oben bereits erwähnt, erst nach geraumer Zeit an der Außenwelt infektiös.
4. @peppit
cindy2009 14.09.2015
Können Sie das näher ausführen?
5. Toxoplasmose....
jorg.kostro 14.09.2015
Toxoplasma gondii - Oocysten dürften vermutlich wesentlich häufiger durch Schmierinfektionen bei der Gartenarbeit als durch direkten Kontakt mit einer Katzen übertragen werden. Leider fehlt auch in diesem SPON - Artikel jeglicher Hinweis darauf, ebenso dass der Verzehr von nicht komplett durchgebratenen Rindfleisch höhere Infektionsrisiken birgt als der blosse Katzenkontakt. Es fehlt auch der Hinweis darauf, dass das Risiko eines fetalen Hirnachadens durch Toxoplasmainfektionen mit Fortgang der Schwangerschaft ansteigt und im letzten Trimenon durch das "Ausdünnen" der Placenta am höchsten ist.
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Erreger, die in der Schwangerschaft gefährlich sein können
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Röteln
Während die Rötelnerkrankung bei Kindern und Erwachsenen meist ohne Komplikationen abläuft, ist eine Infektion mit Rötelnviren in der Schwangerschaft sehr gefährlich: Breiten sich die Viren im Ungeborenen aus, kann das schwere körperliche Missbildungen zur Folge haben oder zu einer Fehlgeburt führen - je nachdem in welchem Stadium sich die Schwangere angesteckt hat. Übertragen werden die Rötelnviren durch eine Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen). Schutz: Impfung im Kindesalter. Inzwischen sind mehr als 90 Prozent der deutschen Bevölkerung geimpft. Behandlung: Röteln in der Schwangerschaft lassen sich nur symptomatisch behandeln. Das heißt, es steht keine spezifische Therapie gegen das Virus zur Verfügung. So kann auch eine Röteln-Infektion des Ungeborenen (Rötelnembryopathie) nicht therapiert werden. Bei Verdacht (wenn etwa eine ungeimpfte Schwangere Kontakt mit einer infizierten Person hatte) spritzt der Arzt Röteln-Antikörper, sogenannte Immunglobuline.
Zytomegalievirus
Zytomegalieviren (CMV) sind für gewöhnlich ungefährlich. Meistens steckt man sich unbemerkt damit an. Problematisch wird eine CMV-Infektion für Schwangere, die vorher noch nicht damit infiziert waren. Sie können sich vor allem beim Kontakt mit Kleinkindern damit anstecken - die Viren sind in Urin, Tränen, Speichel, Blut, aber auch in Samen oder Vaginalflüssigkeit enthalten. Infiziert sich eine Frau während der Schwangerschaft, liegt das Risiko bei 30 bis 40 Prozent, dass sie das Virus auf das Ungeborene überträgt. Das kann beim Kind gravierende Organschäden mit dauerhaften Folgeschäden hervorrufen.Schutz: Eine Impfung gibt es bisher nicht. Schwangere können sich auf eigene Kosten auf CMV testen lassen. Wenn sie CMV-negativ sind, empfiehlt es sich, engen Kontakt mit Kleinkindern zu vermeiden. Behandlung: Treten Komplikationen beim Ungeborenen auf, und besteht der Verdacht einer CMV-Erstinfektion während der Schwangerschaft, kann man in einem sogenannten Heilversuch eine Behandlung mit CMV-Antikörpern durchführen. Allerdings ist das Präparat noch nicht zugelassen. Doch schon jetzt zeigt diese passive Immunisierung deutliche Erfolge.
Parvovirus B19 (Ringelröteln)
Parvoviren werden meistens per Tröpfcheninfektion übertragen. In den Industrieländern stecken sich etwa 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens mit Ringelröteln an. Frauen, die sich während der Schwangerschaft erstmals mit Parvoviren infizieren, können die Infektion auf das Ungeborene übertragen. Weil eine Folge der Infektion die verminderte Bildung von roten Blutkörperchen und damit Blutarmut ist, kann das für den Fötus lebensbedrohlich sein. Deshalb benötigt der Fötus mehrfach Bluttransfusionen, ansonsten kann das Ungeborene sterben. Schutz: Eine Impfung gibt es bisher nicht. Auch die Wirksamkeit von Antikörpern ist noch nicht nachgewiesen. Hygienische Maßnahmen vor allem während der Schwangerschaft sind deshalb wichtig. Behandlung: keine. Lediglich schmerzlindernde und fiebersenkende Medikamente können verabreicht werden.
HIV
Ärzte raten Schwangeren zu einer Untersuchung auf HIV. Denn das Risiko, dass sich das Kind während der Schwangerschaft oder bei der Geburt ebenfalls infiziert, ist hoch: Ohne Behandlung wird es auf 15 bis 30 Prozent geschätzt. Auch beim Stillen kann eine HIV-infizierte Mutter das Virus übertragen. Schutz: Safer Sex. Behandlung: Bestimmte Medikamente, sogenannte antiretrovirale Mittel, verringern das Risiko einer Übertragung auf das Kind. Ebenso eine Geburt per Kaiserschnitt sowie das Abstillen.
Varizella-Zoster-Virus (Windpocken)
Der Erreger der Windpocken ist das Varizella-Zoster-Virus (VZV), das zur Familie der Herpesviren gehört. Das Virus wird durch Tröpfcheninfektion (etwa Husten und Niesen) übertragen. Außerdem kann man sich anstecken, wenn man mit virushaltigem Bläscheninhalt der Pocken in Kontakt kommt. Bei Schwangeren kann eine Windpocken-Erkrankung das ungeborene Kind schädigen. Hatte man als Kind Windpocken, ist man ein Leben lang immun dagegen, es sei denn, die Ersterkrankung verlief schwach oder fand in sehr jungen Jahren statt. Bei über 95 Prozent der Erwachsenen kann man jedoch Antikörper gegen das Virus nachweisen. Schutz: Kontakt mit erkrankten Personen meiden. Behandlung: keine. Lediglich schmerz- und juckreizstillende sowie fiebersenkende Medikamente können verabreicht werden.
Humanes Papillomvirus (HPV)
siehe Kasten unten.
Mumps-und-Masern-Viren
Eine Masern- oder Mumps-Erkrankung in der Schwangerschaft zieht zwar keine so schwerwiegenden Folgen wie eine Rötelninfektion nach sich, doch die Rate an Fehl- und Totgeburten und die Sterblichkeit im Säuglingsalter ist erhöht. Schutz: Seit 2006 ist in Deutschland ein Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen (Windpocken) zugelassen (MMRV-Impfstoff), der meist Säuglingen vom elften bis zum 14. Lebensmonat verabreicht wird.
Toxoplasma gondii (Toxoplasmose)
Der Parasit Toxoplasma gondii ist der Verursacher von Toxoplasmose. Es wird auf vielfältigen Wegen übertragen. Besonders groß ist die Ansteckungsgefahr durch den Verzehr von rohem oder nicht ausreichend gegartem Fleisch. Infiziert sich eine Frau während der Schwangerschaft zum ersten Mal, kann es beim Ungeborenen zu Schädigungen des Zentralen Nervensystems oder der Organe kommen. Zudem steigt das Risiko einer Fehl- oder Totgeburt an. Schutz: Verhindern kann man eine Ansteckung nicht, Schwangere können das Risiko verringern, indem sie rohes oder ungegartes Fleisch und ungenügend gewaschenes Gemüse und Obst sowie den Kontakt mit Katzenkot vermeiden. Behandlung: In den meisten Fällen ist eine Behandlung nicht notwendig - der Körper wird in der Regel allein mit dem Erreger fertig. Allerdings müssen infizierte Schwangere zum Schutz ihrer Neugeborenen mit einer Kombination aus Pyrimethamin mit Folsäure und sowie dem Antibiotikum Sulfonamid behandelt werden.
Listerien (Listeriose)
Für Schwangere und ihr ungeborenes Kind ist eine Listeriose besonders gefährlich: Neben grippeähnlichen Beschwerden können Schwangere auch eine Blasenentzündung und vorzeitige Wehen entwickeln. Hat sich das Kind im Mutterleib infiziert, kann es zu einer Fehl-, Früh- oder Totgeburt kommen. Überlebt das Neugeborene, ist es den Listerien ohne ein funktionsfähiges Immunsystem schutzlos ausgesetzt. Benommenheit, Atemnot, Erbrechen, Krämpfe und zahlreiche Geschwüre auf Haut- und Schleimhaut können die Folge sein. In mehr als 50 Prozent der Fälle versterben die Neugeborenen meist noch innerhalb der ersten Stunden nach der Geburt. Ansonsten können geistige Entwicklungsstörungen auftreten. Schutz: Listerien kommen quasi überall vor, auf Pflanzen sowie im Erdboden. Der Mensch nimmt die Bakterien vor allem durch den Verzehr verunreinigter pflanzlicher und tierischer Lebensmittel auf. Zu ihnen zählen ungewaschene Salate, Rohmilchprodukte und Rohwurstprodukte wie Mett-, Teewurst und Salami. Auch Milchprodukte wie Käse, insbesondere die Käserinde, können Listerien enthalten. Schwangere sollten deshalb solche Nahrungsmittel vermeiden. Behandlung: Antibiotika.
Chlamydien
Infektionen mit Chlamydia trachomatis gehören weltweit zu den häufigsten durch sexuellen Kontakt übertragenen Krankheiten. Eine unentdeckte Infektion kann bei Frauen die Ursache für Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaften oder Unfruchtbarkeit sein. Tritt die Infektion in der Schwangerschaft auf, besteht die Gefahr einer Frühgeburt, wobei die Erreger während der Geburt auf das Kind übertragen werden können. Relativ schnell danach treten Symptome wie eine chronische Bindehautentzündung auf. Etwa ein Fünftel aller infizierten Neugeborenen bekommt eine atypische Lungenentzündung. Schutz: Safer Sex. Behandlung: Antibiotika.
Treponema pallidum (Syphilis/Lues)
Unbehandelt durchläuft die Syphilis im Allgemeinen drei unterschiedliche Krankheitsstadien, die zu schweren Schäden vor allem an Herz, Gehirn, Augen und Knochen führen können. Infizierte Schwangere geben die Infektion meist an ihre ungeborenen Kinder weiter, die dadurch oftmals schwer geschädigt werden. In vielen Fällen führt die Infektion zu Fehlgeburten. Schutz: Kondome minimieren das Ansteckungsrisiko, die Bakterien können aber auch durch Küssen weitergegeben werden. Behandlung: Antibiotika.
Gonokokken (Gonorrhö/Tripper)
Eine Gonorrhö kann in der Schwangerschaft zu einem frühzeitigen Blasensprung und so zu einer Fehlgeburt führen. Wird das Ungeborene infiziert, kann dies zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung führen. Deshalb werden Schwangere routinemäßig bei der ersten Vorsorgeuntersuchung auf Gonokokken untersucht. Steckt eine infizierte Schwangere ihr Kind während der Geburt an, sind vor allem die Augen des Neugeborenen gefährdet: Unbehandelt kann es innerhalb weniger Tage erblinden. Schutz: Safer Sex. Behandlung: Antibiotika.

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