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Forschung: Das ganz normale Traumpaar

Von Sebastian Puschner und Catalina Schröder

Wer wüsste nicht gern das Geheimnis einer langen, glücklichen Beziehung? Sozialwissenschaftler und Sexualforscher versuchen, dem Mysterium auf die Spur zu kommen.

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Genuss der Körperlichkeit: Im Lauf einer Beziehung nimmt die Bedeutung von Sex ab

Sex - Lustvoller Anfang

Je länger die Liebe andauert, desto seltener der Sex. Am deutlichsten nimmt die Häufigkeit nach drei bis fünf Jahren Beziehung ab, das hat ein Team von Sexualwissenschaftlern schon 2006 gezeigt (Gunter Schmidt, Silja Matthiesen, Arne Dekker, Kurt Starke: "Spätmoderne Beziehungswelten. Report über Partnerschaft und Sexualität in drei Generationen").

Überzeugte Singles mögen sich dadurch in ihrer Meinung bestätigt sehen, dass eine langfristige Bindung gleichbedeutend ist mit einem langweiligen Sexleben. Tatsächlich aber zeigt sich, dass Sex in den verschiedenen Stadien einer Beziehung unterschiedliche Funktionen erfüllt: Anfangs stiftet die körperliche Vereinigung Nähe und Zusammengehörigkeit zwischen zwei Menschen. Im Lauf der Zeit kommen neue Bindungsfaktoren dazu, etwa gemeinsamer Besitz, Freundeskreise oder Kinder. Sex ist dann gewöhnlich nicht mehr so elementar für den Zusammenhalt.

Auch eine neuere Untersuchung der Chemnitzer Soziologin Nadia Lois legt nahe, dass es bei einer länger andauernden Partnerschaft auf andere Faktoren ankommt als den Genuss der Körperlichkeit. Die Wissenschaftlerin betrachtete unter anderem Paare mit und ohne gemeinsamen Haushalt und verglich sie im Hinblick auf die Stabilität ihrer Bindung. Ein Ergebnis: Paare, die zusammenwohnen, sind zwar unzufriedener mit ihrem Sexleben als solche, die getrennte Haushalte führen. "Weitaus stabiler sind trotzdem die Beziehungen mit einem gemeinsamen Dach über dem Kopf", so Lois.

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