Achilles' Verse Sport, Sex oder gleich beides?

Sex ist nichts anderes als eine Unterabteilung des Sports, meint Achim Achilles. Und bereitet sich am liebsten mit ein paar Stretching-Übungen vor. Blöd nur, dass seine Frau in der Zeit meist einschläft. Dabei kann Bettgymnastik die sportliche Leistung verbessern - behaupten zumindest Forscher.

Joggen im Frühling: So schön wie Sex?
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Joggen im Frühling: So schön wie Sex?


"Es ist Frühling", hatte Mona neulich in mein salzverkrustetes Ohr gehaucht, als ich etwas später als geplant vom Training zurückgekehrt war. "Frühling, Achim, Frühling." Ja, vielen Dank auch für diese Information. Melden meine Schleimhäute schon seit Tagen. Die Polle erregt mal wieder die Republik. Und Mona gurrt: "Frühling". Eine Gattin wie eine Polle - erregende Energien. Zartfühlend schob ich sie dennoch zur Seite, Frühling hin, Heuschnupfen her.

Lässt man dieses naiv-romantische und vor allem rein saisonal getriebene Vorspiel-Bling-Bling mal beiseite, ist Sex ja nichts anderes als eine Unterabteilung des Sports, aber im Trainingsplan leider nicht vorgesehen. Außerdem muss erst mal definiert werden, ob es sich um eine Ausdauereinheit handelt, um Kraft, Tempo oder eher was Regeneratives, womöglich noch mit zeitraubender esoterischer Streichelei.

Ein verantwortungsvoller Partner stretcht erst mal ein Weilchen und vervollständigt das Warm-up mit ein paar flotten Skippings im Flur. Paarungsbereite Normalos mögen sich warm quatschen oder fummeln. Aber wir Athleten brauchen konkreten Zug auf dem Muskel. Mona schläft oft schon, wenn ich die Stabilisierungsübungen im Wohnzimmer gefinished habe. Prima. Kann ich noch 300 Sit-ups machen, für die Rumpfstabilität, manchmal auch weniger.

Hormonbasierte Anstrengungen sparsam dosieren

Solange nicht geklärt ist, ob Sex die Leistung steigert, sollte der Ausdauersportler hormonbasierte Anstrengungen im Haushalt sparsam dosieren. Laufen sei wie Sex, soll der irische Labour-Politiker Harte behauptet haben, schließlich müsse man nicht gut sein, um Spaß zu haben - eine sympathisch-egoistische Sichtweise. Weitere Parallelen: Herumspringende Kinder nerven, Wasserflaschenhalter erst recht, Pulsgurte oder Walking-Stöcke kann man dabei tragen, muss man aber nicht, zu harter Untergrund kann zu Verletzungen führen, zum Beispiel an den Knien. Am frühen Morgen ist es eine echte Herausforderung, mit Tennissocken sieht beides ziemlich grenzwertig aus und Schwitzen ist kein schlechtes Zeichen.

Die Universität Oxford will herausgefunden haben, dass eine außerplanmäßige Last-Minute-Einheit auf dem heimischen Flokati zu einer um fünf Minuten besseren Zielzeit tags darauf beim Marathon führt. Zwischenfrage: Wird einer, der die ganze Woche vor dem Wettbewerb durchhühnert, um eine halbe Stunde schneller? Und kann das einer der Herren Wissenschaftler vielleicht mal auf die ganze Saison hochrechnen?

Gerade wir Langstreckler wissen, dass viele Studien eine einzige Lüge sind, vor allem dieser ganze Testosteron-Kram. Angeblich soll der männliche Körper ja durch Sport mehrere Zusatztonnen seines Triebhormons produzieren. Marathon-Trainierer aber wissen: Nach 90 Minuten allein im Wald ist alles Testosteron verdampft. Der Athlet träumt nur noch von Bier, Dusche, Bett und einem Trick, den Winzling, der mal sein Prachtstück war, wieder aus der Höhle herauszulocken. Der Kleine hat Auslauf auf einer Fingerkuppe. Wie soll er jemals wieder auferstehen?

Läufer haben mehr Sex, weil sie sich unwiderstehlich finden

Lauf-Guru Herbert Steffny stellt dem Sportler frei, ob er vor dem Rennen rasch noch mal die Hüfte kreisen lässt. Einzige Einschränkung: keine zeitraubenden oder komplizierten Nummern. Kein Problem, mein Hasenkostüm passt eh nicht in die Sporttasche.

An der Universität Arkansas wiederum wurde festgestellt, dass Läufer schon deswegen mehr Sex haben, weil sie sich einfach unwiderstehlich finden. Zu Recht. Mit jedem Kilometer wächst das Selbstbewusstsein - eine Art Psychoerektion. Stimmt tatsächlich. Seitdem ich dreimal schnaufend um unseren Häuserblock gewackelt bin, kann Sixpack-Gomez einpacken. In meiner Stretchpelle in modischem Zahnbelagsgrau fallen die 23 Kilogramm Übergewicht kaum noch auf. Wirklich irre, was so ein bisschen Sport ausmacht.

Warum nur teilt Mona meine Euphorie nicht so richtig? Wahrscheinlich hat sie einfach kein Interesse mehr an meinen physischen Dienstleistungen. Jede vierte Frau beschafft sich ihre Erregung tatsächlich beim Laufen selbst, sagt jedenfalls die Chicago State University. Wie praktisch. Kann ich wenigstens in Ruhe trainieren gehen.



insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
wschwarz 30.04.2013
1. Gibt es schon lange
Zitat von sysopDPASex ist nichts anderes als eine Unterabteilung des Sports, meint Achim Achilles. Und bereitet sich am liebsten mit ein paar Stretching-Übungen vor. Blöd nur, dass seine Frau in der Zeit meist einschläft. Dabei kann Bettgymnastik die sportliche Leistung verbessern - behaupten zumindest Forscher. http://www.spiegel.de/gesundheit/sex/wie-wirkt-sich-sex-auf-die-sportliche-leistung-aus-a-897308.html
/11 bereits 2001 sah ich auf Euronews eine kalifornische Teasingfitnessgruppe. Man machte sich an und wackelte mit den Hüften, beides sollte gut für Herz und Kreislauf sein. "Wohin soll das nur führen?" fragte ich mich kopfschüttelnd. Der nächste Tag war 9/11.
el-gato-lopez 30.04.2013
2. so schön deutsch...
Zitat von sysopDPASex ist nichts anderes als eine Unterabteilung des Sports, meint Achim Achilles. Und bereitet sich am liebsten mit ein paar Stretching-Übungen vor. Blöd nur, dass seine Frau in der Zeit meist einschläft. Dabei kann Bettgymnastik die sportliche Leistung verbessern - behaupten zumindest Forscher. http://www.spiegel.de/gesundheit/sex/wie-wirkt-sich-sex-auf-die-sportliche-leistung-aus-a-897308.html
Ha, wenn die Angebetete schon VOR dem Liebesspiel einpennt, können die Erwartungen an den Göttergatten bzw. die Vorfreude ja nicht allzu gross sein... Da hilft auch das ganze Warm-Up nicht. Aber alles mal wieder putzig "deutsch", sehr genau, sehr technikversessen, überlegt, durchgeplant etc. tralala - der Teutone kauft sich für den Kleinwagenpreis eine super-duper Kaffeemonstermaschine, dem Italiener reicht die Caffettiera... Im Bett läuft's bei einigen Zeitgenossen anscheinend ähnlich... Talent und Intuition kann man sich nicht kaufen oder anlesen - man hat's im Blut. Vielleicht sollte der Autor weniger über Stretching grübeln und den Sex auch nicht als "Turnstunde" durchexerzieren, sondern seine Dame lieber einfach mal fragen, was IHR den so gefällt... Grüsse eines Latinos
Hippolit 01.05.2013
3. Humor ist
ist, wer sich nicht zu ernst nimmt, auf der Strecke oder im Bett. Das Laufen tut sicher gut, man riecht grundsätzlich besser, ist entspannter und dreht sich ein bißchen leichter. Die Natur fördert ein gutes Lebensgefühl und wer auf sich stolz ist, strahlt schöner aus. 5 Minuten beim Marathon? Das lohnt sich, das ist ein guter Anreiz, das sollte, wie das Wassertrinken vorher regelmäßig geübt werden ....
medermark 31.05.2013
4. Sex ist schon gut für die Gesundheit und kraftsteigernd
Es mag offene Fragen bezüglich der Auswirkungen von Sex auf die sportliche Leistung geben. Unbestritten aber ist , dass Sex insbesondere beim Mann die körpereigenen Wachstumshormone vermehrt freisetzt. Schliesslich ähnelt der Sexualakt in aller Regel einem High Intensity workout, bei dem der Mann mit immer größerer Intensität und Geschwindigkeit in die weibliche Vagina "einsticht". Ein solch anaerobischer High Intensity workout setzt Wachstumshormone frei und fördert damit durchaus den Muskelaufbau. Auch eine Konditionssteigerung ist durchaus wahrscheinlich.
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