Neue Firmenzentrale von Amazon Arbeiten im Glashaus

Mehr als 20.000 Menschen arbeiten für Amazon in Seattle. Für sie baut der Konzern eine neue Firmenzentrale. 3000 exotische Pflanzen sollen hinein, das Klima ist tropisch. Zumindest nachts.

NBBJ

Sie sehen aus wie riesige Seifenblasen, die auf die Erde gesetzt worden sind. Amazon lässt in Seattle eine neue Firmenzentrale bauen - im Stil eines Gewächshauses. Die drei Glaskuppeln tragen den Namen "Spheres" und sollen in zwei Jahren Tausende Pflanzen und Schreibtische beherbergen.

Mehr als 3000 Orchideen, Philodendren und fleischfressende Pflanzen lasse Amazon derzeit in Gewächshäusern in der Nähe von Seattle züchten, berichtet die "New York Times". Der Konzern habe von Botanischen Gärten, Universitäten und privaten Züchtern Ableger erworben, viele der Pflanzen seien vom Aussterben bedroht.

Der neue Firmensitz soll insgesamt eine Fläche von 330.000 Quadratmetern umfassen, im Erdgeschoss der "Spheres" sollen Geschäfte einziehen. Im Gegensatz zu Apples neuem Unternehmensgelände in Kalifornien sollen die "Spheres" aber keinen Campus bilden, sondern sich in die Stadt eingliedern, heißt es auf der Website des Architekturbüros NBBJ.

Tagsüber 22 Grad und 60 Prozent Luftfeuchtigkeit

Die "Spheres"-Arbeitsplätze, so hoffen es die Architekten, sollen den Mitarbeitern zu mehr Kreativität verhelfen. Ziel sei es, die Menschen dazu zu bewegen, kreativer zu denken, sagt Dale Alberta, führender Architekt des Projektes. "Vielleicht kommen die Mitarbeiter auf neue Ideen, die sie in einem normalen Büro nicht gehabt hätten."

Größte Schwierigkeit bei dem Vorhaben: Sowohl Pflanzen als auch Menschen sollen sich wohlfühlen. Amazon will die Büroräume deswegen tagsüber auf 22 Grad Celsius und 60 Prozent Luftfeuchtigkeit einstellen. In der Nacht soll die Temperatur dann auf 12 Grad gesenkt und die Luftfeuchtigkeit auf 80 Prozent angehoben werden.

Schon seit Jahren versuchen Firmen wie Apple und Google, ihren Mitarbeitern eine außergewöhnliche Arbeitsatmosphäre zu bieten - mit Rutschen, Laufstrecken, Kegelbahnen. Gärten kommen nun immer mehr in Mode: Apple hat eigens einen Baumpfleger engagiert, der das Pflanzen von 8000 Bäumen auf dem Gelände der neuen Firmenzentrale organisieren soll.

Das kreative Umfeld lassen sich die Unternehmen einiges kosten: Rund vier Milliarden US-Dollar hat Amazon der "New York Times" zufolge in den vergangenen zehn Jahren in die Entwicklung der neuen Zentrale investiert. Wie viel Geld der Bau der "Spheres" kostet, will Amazon aber nicht verraten.

Bis 2021 sollen noch weitere Gebäude hinzukommen, wie die "Seattle Times" meldet. Wenn alles fertig ist, werden 55.000 Menschen in den Bürogebäuden von Amazon arbeiten können - acht Prozent von Seattles Einwohnern.

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Spektakuläre Büros: Arbeitest du noch oder wohnst du hier schon?

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insgesamt 16 Beiträge
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rockingham 12.07.2016
1. Quadratmeter
Tolles Konzept. Gefällt mir sehr. Ich frage mich aber, ob wirklich 330.000 qm Fläche unter den Kuppeln entstehen können. Aus dem Bauch raus würde ich sagen, das können nach den Bildern höchstens wenige Tausend sein. Ich denke, die insgesamt 330.000 qm werden inklusive der umstehenden, "normalen" Gebäude sein, oder?
john_francis 12.07.2016
2. Schlecht recherchiert.....
3.3 million square feet (http://www.nbbj.com/work/amazon/) wären 300.000 qm, nicht 330.000. Darüberhinaus entspräche das einer Grundfläche von 500x 600 m. Dies hätte die Autor/innen stutzig werden lassen sollen. Im Original steht auch, dass die 3.3 mil sqft die gesamte zu bauende "Fläche" von Amazon in dem Ensemble ist (inkl. 2 high rises), nicht die der Glaskuppeln......
Grorm 12.07.2016
3. Schön für Seattle!
Neben der Space Needle, der Monorail und Ms. Evelyn N. eine Sehenswürdigkeit mehr ...
dweird 12.07.2016
4. 55.000 Menschen?
Am meisten macht mir Angst, dass dort einmal bis zu 55.000 Menschen für Amazon arbeiten sollen, die alle überaus kreativ die Menschheit mit Einkaufserlebnissen beglücken wollen...
derhering 12.07.2016
5. 80% Luffeuchtigkeit? So ein Blödsinn
In einem Raum mit 80% Luftfeuchtigkeit beschlägt alles, was nur etwas Kälter ist als der Raum selbst. Also auch die Scheiben, wenn sie nicht aufwendig belüftet sind. Elektronische Geräte mögen so hohe Luftfeuchtigkeiten überhaupt nicht. Sie werden innerhalb viel kürzerer Zyklen Ausfälle haben. Dieses Konzept geht so, wie es im Artikel beschrieben ist niemals auf. Alleine die Zeit um diese Räume zu be- und entfeuchten nimmt die halbe Nacht in Anspruch. Energie dürfte dabei ohne Ende verschwendet werden. Warum nicht getrennte Areale mit Pflanzen und Mitarbeitern. Durch das viele Glas hätten die Mitarbeiter ja trotzdem freien Blick auf die Pflanzen.
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