Arbeiten im Ausland Die teuerste Stadt liegt in Afrika

Eine Entsendung ins Ausland kann sich lohnen - weil sie oft mit mehr Gehalt und satten Zulagen einhergeht. Doch nicht überall reicht das Geld gleich lang. Das Ranking der teuersten Städte für Expats.

DPA

Die Hauptstadt Angolas ist die teuerste Stadt der Welt, zumindest für Expats. Nirgendwo sonst geben ausländische Fachkräfte so viel für Wohnen, Essen und Kleidung aus. Das hat die Unternehmensberatung Mercer herausgefunden, die dafür weltweit die Kosten für einen westlichen Lebensstandard verglich.

Auf Platz zwei steht die asiatische Stadt Hongkong, die im vergangenen Jahr das Ranking anführte. Auf Rang drei und vier folgen Tokio und Zürich.

Die Schweiz ist in den Top Ten mit insgesamt drei Städten vertreten (Zürich, Genf und Bern). Asiatische Städte nehmen fünf der zehn Plätze sein. Neben Tokio und Hongkong sind das noch Singapur, Seoul und Shanghai. Weltweit am günstigsten ist Tunis.

Die zehn teuersten Städte weltweit

Rang 2017 Rang 2016 Stadt Land
1 2 Luanda Angola
2 1 Hongkong Hongkong
3 5 Tokio Japan
4 3 Zürich Schweiz
5 4 Singapur Singapur
6 15 Seoul Südkorea
7 8 Genf Schweiz
8 7 Shanghai China
9 11 New York City USA
10 13 Bern Schweiz

Quelle: Mercer

Deutsche Städte liegen weit dahinter: Die fünf teuersten deutschen Städte München, Frankfurt, Berlin, Düsseldorf und Hamburg stiegen im Ranking um durchschnittlich fast 20 Plätze gegenüber 2016 ab. "Die schwache Notierung der europäischen Währungen gegenüber dem US-Dollar macht sich auch im Hinblick auf Deutschland bemerkbar", teilte Mercer dazu mit. Günstigste deutsche Stadt ist Leipzig auf Rang 172.

Die Platzierungen der deutschen Städte

Rang 2017 Rang 2016 Stadt
98 77 München
117 88 Frankfurt
120 100 Berlin
122 107 Düsseldorf
125 113 Hamburg
141 129 Stuttgart
168 160 Nürnberg
172 165 Leipzig

Quelle: Mercer

Für die Studie hat Mercer in 209 Großstädten die Preise für gut 200 Produkte und Dienstleistungen untersucht, von der Miete über den Nahverkehr, Kleidung und Lebensmittel bis zum Kinobesuch. Das Ranking soll Konzernen und Regierungen helfen, die Vergütungszulagen für Mitarbeiter festzulegen, die sie in die jeweiligen Städte entsenden.

Die Mitarbeiter sollen sich vor Ort einen westlichen Lebensstandard - also auch teuer importierte westliche Produkte - leisten können, was gerade in ärmeren Ländern im Vergleich zur einheimischen Bevölkerung oft auf puren Luxus hinausläuft.

So veranschlagte Mercer für Expats in der afrikanischen Stadt Luanda 5600 Euro monatlich für eine möblierte Zweizimmerwohnung "in angemessener Nachbarschaft" sowie 2,43 Euro für einen Liter Milch und 107 Euro für eine neue Jeans.

Die zehn teuersten europäischen Städte

Rang 2017 Rang 2016 Stadt Land
4 3 Zürich Schweiz
7 8 Genf Schweiz
10 13 Bern Schweiz
14 67 Moskau Russland
28 24 Kopenhagen Dänemark
30 17 London Vereinigtes Königreich
36 152 St. Petersburg Russland
46 59 Oslo Norwegen
62 44 Paris Frankreich
66 47 Dublin Irland

Quelle: Mercer

lov

insgesamt 21 Beiträge
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Seite 1
ackergold 21.06.2017
1.
Für Angolaner ist Luanda spottbillig, aber in der Tat zahlt man dort für ein Hotelzimmer auf JuHe-Niveau schon mal 2000 US-Dollar die Nacht und als Abendessen gibt es Kohlsuppe für 80 Dollar. Für einen Bruchteil des Geldes kann man sich zwei Wachleute mieten und sein Zelt auf der Halbinsel aufschlagen, das ist auch deutlich schöner.
ralle58 21.06.2017
2. Das ist lediglich
eine Frage des Angebots, also des Marktes. Also: hin und in diesen Sektor investieren!
hman2 21.06.2017
3.
Oh, London wird noch _massiv_ fallen, wenn die City of London erst auf den Kontinent geflüchtet und daher leer ist, also nach oder kurz vor dem Brexit...
MartinS. 21.06.2017
4. ...
Zitat von ralle58eine Frage des Angebots, also des Marktes. Also: hin und in diesen Sektor investieren!
Ganz so einfach ist es nicht - es ist unter anderem eben auch eine Frage, die sehr stark durch das Umfeld geprägt wird. Egal, wie sie investieren... Angola wird Angola bleiben - einen allgemein verfügbaren westlichen Standard wird man kaum mit individuellen Investitionen erreichen können. Hier ist vor allen Dingen teuer, dass der westliche Standard halt vollkommen losgelöst von den Lebensrealitäten der "normalen Bevölkerung" ist. Also Wohnen in einer gated community, Einkaufen in Importshops.... weder wird man Luanda so beeinflussen, dass westlicher Standard einfach und erschwinglich wird, noch wird man sich damit mal eben den großen Reibach verdienen, weil man die im Landesvergleich vergleichbare Luxusbutze und Waren für Spottpreise anschaffen und weitervermieten kann. Ebenso sieht das halt auch im anderen Extrem aus. Versuchen sie doch mal, in HongKong billigen Wohnraum bereitzustellen... da wünsche ich ihnen viel Spaß. Wie günstig sie das wirklich können, dürfte ihnen spätestens dann auffallen, wenn sie nur ein Grundstück erwerben wollen.
hman2 21.06.2017
5.
Zitat von ralle58eine Frage des Angebots, also des Marktes. Also: hin und in diesen Sektor investieren!
Wieso, damit das Preisniveau sinkt? Die Preise sind hoch, wenn das Angebot niedrig ist...
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